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Restauranttests Das „Café mahlwerk“ serviert im Landesmuseum
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Das „Café mahlwerk“ serviert im Landesmuseum
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13:26 06.02.2013
Nette Pause vom Kulturbetrieb: Das „Café mahlwerk“ im Landesmuseum. Quelle: Kleinschmidt
Hannover

Wir waren in Afrika, Ozeanien, bei den Indianern, den Braunbären, im Inneren der Erde, an der Nordseeküste und bei den südamerikanischen Pfeilgiftfröschen. Und schon im ersten Ausstellungsraum überkommt die Kinder dieses Verlangen. Es ist wie immer – verlässt man die Wohnung, egal wann und wohin, stellt sich automatisch ein Hungergefühl bei ihnen ein. Doch nun ist es Mittagszeit, und darum kehren wir in die Gastronomie des Landesmuseums ein.

Die hat jüngst den Betreiber gewechselt, seit Anfang des Jahres heißt das Restaurant „Café mahlwerk“, und im Gegensatz zu vorher wird man am Tisch bedient und muss sich nicht mehr an der Theke anstellen. In dem neu gestalteten Raum, der durch Rottöne, Holz und Samt gemütlicher geworden ist, bietet Pächterin Stefanie Schönwald Frühstück, Mittagstisch sowie selbst gebackenen Kuchen an. Die Neue ist nicht neu in der Branche – seit 2009 betreibt Schönwald das „Café fofftein“ in der Oststadt.

In dem hohen, wenn auch nicht sehr großen Museumsgastraum sind alle Tische besetzt. Für den wunderschönen Innenhof ist es jetzt draußen noch zu kalt. Frauen mit Ausstellungskatalogen, Herren mit Zeitungen, Familien mit Kindern – eine bunte Mischung aus Museumsbesuchern gönnt sich eine Kulturpause. Über ihnen schwebt ruhig ein Flugsaurier, eine Leihgabe des Landesmuseums. Für Ruhe kann das Urtier allerdings nicht sorgen, Kindergebrabbel hallt nach, doch akustisch betrachtet ist Ruhe in dieser hohen Halle auch schwer möglich.

Die Kinder machen noch einmal einen kurzen Abstecher ins beliebte Vivarium um die Ecke und erzählen aufgeregt, dass zwar alle Fische da seien, dafür die Vogelspinne nicht an ihrem angestammten Platz zu finden sei. Vielleicht braucht das Tier auch einmal eine Pause, soweit die ungenügende Erklärung. Nach ein paar Minuten Wartezeit ergattern wir einen kleinen Tisch und schauen in die kleine Karte.

Den Kindern ist zumindest klar, was nicht auf ihren Teller kommt: Kein Fisch, kein Bär, kein Frosch und erst recht keine Spinne. Die Sechsjährige und ihre gleichaltrige Freundin wählen aus der Rubrik „Für kleine Museumsentdecker“ zwei kleine Pizzen (Pizza Salami 5,80 Euro, Pizza Margherita 4,50 Euro). Die Größe ist genau richtig für die beiden Mädels, der Geschmack offenbar auch. Die nette Kellnerin erzählt uns, dass der Teig zwar fertig angeliefert, dann die Pizza aber frisch belegt und im Ofen vollendet
wird.

Der Zehnjährige bestellt Kartoffelrösti mit geräuchertem Lachs und Preiselbeer-Merrettichsahne (8,20 Euro). Er ist zufrieden mit seiner Wahl. Die Rösti sind außen schön knusprig, nicht zu fettig, und die Sahne schmeckt mehr nach Sahne als nach Meerrettich und ist damit auch für den jungen Herren genehm.

Ich wähle Tortellini mit hausgemachtem Limettenpesto, Rucola, Tomatenwürfel und Parmesan (7,50 Euro). Keine gute Wahl, wie ich feststellen muss. Die Tortellini schwammen offensichtlich allzu lange im Wasser und sind entsprechend weichgekocht. Das Pesto ist nahezu geschmacksneutral. Mit etwas Nachsalzen geht es – die anderen haben aber mehr Spaß mit ihrem Essen.

So auch mein Begleiter. Er hat das Tagesgericht und damit passend zum Wochentag einen Sonntagsbraten bestellt. Es gibt Schweinekrustenbraten
mit Kartoffelpüree und Rotkohl (9,80 Euro). Nett, das Püree ist zu einzelnen Kartoffeln geformt, was wiederum die Kinder etwas irritiert („Was ist das denn nun – Kartoffel oder Kartoffelbrei?“). Der solide Krustenbraten kommt auch bei den Geschwistern an, gerne naschen sie vom Teller ihres Vaters. Und der Rotkohl hat eine feine Apfelnote und schmeckt ein wenig wie bei Muttern.

Zu unserem Essen trinken wir eine Flasche Wasser (4,50 Euro) und Apfelsaft (2,20 Euro). Das „Café mahlwerk“ bietet allerdings auch eine kleine Wein- und Bierauswahl
sowie Prosecco an.

Wir sind alle gestärkt für den Heimweg oder eine weitere Museumsrunde, den selbst gebackenen Kuchen und die Muffins, die am Nebentisch gelobt werden, lassen wir aus. Nur Eis geht immer: Die Kinder ordern noch eines am Stil und schlecken es schnell auf, bevor sie noch einmal nachschauen, ob auch die Vogelspinne ihre Pause beendet hat.

Heike Manssen

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