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Restauranttests Das waren die besten Kostproben 2017
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Das waren die besten Kostproben 2017
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00:15 19.12.2017
Quelle: von Ditfurth/Eberstein/Schaarschmidt
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Hannover

Das letzte Jahr hat uns nicht nur mit Hüftgold belohnt, sondern auch mit vielen schönen Erinnerungen an tolle Restaurantbesuche und großartige Speisen. 

Anstatt sich als Schmelztiegel globaler und lokaler Einflüsse zu verstehen, sucht die deutsche Spitzenküche fast ein wenig verkrampft nach ihrer eigenen Identität. Dabei stehen wir mit 300 Sternerestaurants europaweit an zweiter Stelle, direkt hinter Frankreich. Und einem Gourmet geht es bei uns auch wirklich nicht schlecht. Klassisch, modern oder extravagant: Ein breites Spektrum an produktversessener und präziser Gourmetküche ist bei uns zu haben, und das Ganze sogar mittlerweile locker und unbeschwert, ganz ohne Krawattenpflicht – da wären wir auch bei den Restaurants und angelangt.

Eine Kostprobe im Jante, dem bislang einzigen Sternerestaurant von Hannover.

Unverkrampfte Sterneküche

Es ist eine Freude, mit wie viel Kreativität, Lust und Hingabe in den beiden Betrieben eine von Zwängen entschlackte Feinschmeckerküche gelebt wird. Obwohl sehr konzeptionell gekocht wird, wirkt das Essen nach. Es werden kalten Winterabende kommen, an denen wir an Thomas Wohlfelds Adaption einer Miso-Suppe denken: Die feine Verzahnung von Entenfond, Sojabohnen, Pilzen und Eigelb war grandios. Oder die saftige Lammhüfte von Tony Hohlfeld, die der Sternekoch mit der Frische und Herbe von Kopfsalat, der Süße von Mais, der Tiefe eines würzigen Jus und der nussigen Note von Champignons in Szene setzte.

Das Restaurant Handwerk von Küchenchef Thomas Wohlfeld in der Südstadt könnte ein wichtiger Anlaufpunkt für Hannovers Feinschmecker werden.

Highlights beim Maschseefest

An dieser Stelle sollte dann auch der Name Viktor Rundau fallen, der uns im mit Krustentier-Gazpacho, Karottenvariationen und Kalbsbäckchenpralinen eine Menge Genussmomente bescherte. Zum Dessert wechseln wir dann auf das , denn dort überzeugte uns ein Ungarischer Kaminstriezel mit Zucker und Zimt, ein wunderbar luftig-knuspriges Hefegebäck – das übrigens auch immer wieder auf Weinnachts- und Flohmärkten angeboten wird! Und zum Digestif würden wir jederzeit in die Lieblingsbar in Herrenhausen gehen: Der Nordweg mit Aquavit, Zitrone und Feige hat uns nicht nur begeistert, wir würden das Getränk sofort noch mal bestellen.

HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner testet das Restaurant Zauberlehrling. 

Im in Linden bekamen wir tolle, authentische Thai-Küche in satter Kneipen-Atmosphäre aufgetischt. Wobei Authentizität natürlich ein großes Wort ist. Schließlich wird eine Landesküche maßgeblich von ihren Produkten beeinflusst. Allein schon die vielen diversen Ingwergewächse, die in thailändischen Woks landen, sind hierzulande gar nicht erhältlich. Bei dem Thema muss man nicht einmal nach Asien schauen: Wer einmal toskanische Tomaten oder römische Auberginen auf dem Teller hatte, weiß, wie Parmigiana oder Antipasti schmecken können. Wer es trotzdem nicht bis zum nächsten Italienurlaub aushält: Es lohnt eine Einkehr im in Kirchhorst.

Stimmt’s, dass die Lindener Restaurantkneipe "... und der böse Wolf" das beste Thai-Food Hannovers serviert? Jedenfalls bleibt das gute Essen länger in Erinnerung als der überall wabernde Zigarettenqualm aus der Raucherecke.
Das Restaurant Piazza Italiana liegt im Kirchhorster Gewerbegebiet. Das Ambiente ist gewöhnungsbedürftig – aber es lohnt trotzdem, dort einmal einzukehren.

Toller Service im Al-Dar

Lohnenswert ist auch ein Besuch im syrischen Restaurant , in dreifacher Hinsicht: Die zurückhaltende Würzung und die Frische der Zutaten sind uns lebhaft in Erinnerung geblieben, aber auch die tollen Servicekräfte, die stets mit einem Lächeln durch den Raum schlenderten, als sei es pure Selbstverständlichkeit, einem Fremden freundlich und hilfsbereit gegenüberzutreten.

Im Al Dar gibt es syrische Spezialitäten, auf "Allerweltsessen" wird zum Glück komplett verzichtet.

Im Restaurant Emma im denkmalgeschützten Bahnhof in Langenhagen erlebten wir meisterliche Bistroküche in tollem Ambiente. Unter Gleis 11 im Hauptbahnhof – in diesem Schacht, der den etwas großspurige Name Niki-de-Saint-Phalle-Promenade trägt – bekamen wir bei eine schöne Mischung aus Fisch- und Fertigware serviert, besonders die Pho Bo ist hervorzuheben.

Ingo Welt kochte früher im Le Monde, jetzt bewirtet er die Gäste im Langenhagener Café Emma.
Nudeln und Suppen: Darauf setzt das Noosou in Hannover. Doch auch die Sushikarte des Restaurants ist umfangreich. Für jeden etwas dabei, also. Ein Besuch in Bildern:

Müsli, Burger, Grillgeschichten

Zu Müsli am Morgen lädt in Linden, zu exzellenten Fischgerichten das in der Wedemark und zu Handwerksbieren und Burger am Abend das in der List, wobei hier die butterzarten Rippchen so ausgesprochen gut waren, dass sie sogar unseren Tatendrang weckten: In den Wochen nach dem Restaurantbesuch zogen wir den Nenner aus zehn Marinaden-Rezepten, wir besorgten gutes Fleisch aus artgerechter Haltung und schoben an einem schönen Samstagvormittag den Kugelgrill in unseren Garten. Fünf Stunden verbrachten wir neben dem schmauchenden Ungetüm, um die Temperatur konstant bei 100 Grad zu halten. Freunde kamen, es wurde angestoßen, ausgiebig getafelt und keine Frage: Unsere Rippchen waren schon ganz in Ordnung, aber so gut wie im Jo’s Food & Craft waren sie nicht.

Bei Fräulein Schlicht in Linden gibt es nicht nur Müsli, hausgemachte Brötchen, Suppen und Kuchen, sondern zu jeder Tageszeit auch eine Pause vom Alltag.
Zu Gast im Forellenstübchen in der Wedemark.
Nicht nur die tollen Burger, Rippchen und Salate sind Gründe im Jo's Food & Craft einzukehren, meint HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner. Eine exzellente Auswahl an Craft-Bieren und selbst gemachten Limonaden rundet das Angebot weiter ab.

Von Hannes Finkbeiner

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