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Restauranttests So schmeckt das Kokosmilch-Curry im Siam Thai
Mehr Essen & Trinken Restauranttests So schmeckt das Kokosmilch-Curry im Siam Thai
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20:34 11.10.2016
Die Bedienungen Christina Pop und Herr Chau präsentieren Pla Tohd Grob Rad Prik (Fischfilet gebraten in Chilisoße). Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Die südostasiatische Küche ist in Hannover vor allem im Imbissformat beliebt. Die Lokale tragen Namen, die irgendwie alle was mit Street-Kitchen zu tun haben, und ahmen die in Vietnam oder Thailand verbreiteten schnellen Garküchen nach. Auf der Limmerstraße ist es immer hoffnungslos überfüllt, aber nach wie vor sind die Imbisse dort zu empfehlen, und auch die kleinen Läden an der Hildesheimer Straße und der Königsstraße haben zu Recht ihre Freunde gefunden.

Wer den Trubel nicht braucht und sich etwas mehr Zeit zum Essen nehmen will, für den hat vor rund eineinhalb Jahren das Siam-Thai-Restaurant an der Vahrenwalder Straße eröffnet. Dort geht es etwas gesetzter zu, aber nicht minder traditionell: Zwei fast lebensgroße Holzfiguren grüßen auf asiatische Art am Eingang, das Lokal ist reich verziert und bunt – eine Bambustapete an der Mittelsäule, geschnitzte Lampen, ein goldenes, kunstvoll gestaltetes asiatisches Ruderboot als Wandgemälde. Authentisches, zuweilen folkloristisches Ambiente gemischt mit deutscher Gemütlichkeit an der Einfallstraße im südlichen Vahrenwald – hört sich durchwachsen an, ist atmosphärisch aber besser als so manch anderes Asia-Lokal.

Auch die Begrüßung war bei unseren beiden Besuchen freundlich – kurioserweise wurden wir zweimal an denselben Tisch begleitet. Doch der Platz ist gut, direkt am Fenster, und die Speisekarte wird auch ziemlich schnell gereicht. Servicemäßig gibt es also nichts zu beklagen.

Beim Essen gibt es zwei Kategorien – mit und ohne Kokosmilch. Ohne es zu wollen, setzen wir beim ersten Mal ausschließlich auf die erste Variante. Zur Vorspeise gibt es Tom Kha Gung (6,20 Euro), eine Suppe mit Garnelen, im Unterschied zu Tom Kha Gai (5,20 Euro), zu der Hühnerfleisch gehört. Die Suppe ist pikant, aber nicht zu scharf, die Einlage reichlich. Überraschenderweise machen frische Champignons den Hauptbestandteil aus. Kann fast als ganze Mahlzeit durchgehen.

Aber eben nur fast. Deshalb greifen wir zu zwei Hauptgerichten. Die Kokosnussvarianten lassen sich ebenfalls in zwei Kategorien einteilen – mit grünem Curry und mit rotem Curry. Wir greifen einmal zur ersten Variante: Gaeng Kiau Wan Gai (11,90 Euro) ist gebratenes Hühnerfleisch mit Paprika, Bohnen, Kokosmilch und grünem Curry. Es ist scharf, aber auch für Mitteleuropäer verträglich und trägt eine gute Frischenote, die wohl von den Limettenblättern kommt.

Diese sind auch im typisch thailändischen Gaeng Massaman Ped (14,30 Euro) zu finden, schlagen aber nicht so durch – leider. Das Gericht mit – etwas trockenen – Entenstücken, Zwiebeln, Erdnüssen und Kartoffeln ist durchaus gehaltvoll und reichhaltig. Wer im Winter damit eine Erkältung bekämpfen möchte, könnte Glück haben. Gereicht wird dazu reichlich Reis in schickem, blau gemustertem Porzellan. Liebevoll garniert sind die beiden Gerichte ebenfalls.

Getränkemäßig muss man sich im Siam-Thai-Restaurant bescheiden. Als offenen Rotwein wurde uns ein Dornfelder angeboten, den wir ablehnten. Dafür gab es dann ein Glas Weißwein (0,2 Liter/4,20 Euro), das in Ordnung war. Auch die Auswahl der Saftschorlen ist begrenzt, über Apfel und Orange geht es nicht hinaus. Beste Wahl: eine Flasche Singha Bier (0,33/3,50 Euro), „das erste thailändische Bier seit 1933“, wie kurioserweise auf dem Etikett vermerkt ist, gebraut in Deutschlands Hopfenhochburg Hallertau.

Der zweite Besuch fällt dann weitgehend enttäuschend aus. Wir wollen gerne ohne Kokosmilch auskommen und greifen einmal zu Gai Pad Med Mah Mahoang Him Ma Pan (14,90 Euro) – Huhn mit Cashewnüssen in Tamarindensoße, die jedoch wirkt, als bestehe sie nur aus Sojasoße. Auch die gebratenen Glasnudeln mit Rind (11,90 Euro) helfen nicht weiter. Sie sind zu weich und wirken auf uns recht lieblos zubereitet. Bei künftigen Besuchen bleiben wir einfach bei den Kokosmilch-Varianten.

Von Ralf Heußinger

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