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Restauranttests Hat Hannover einen neuen Lieblingsitaliener?
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02:15 22.07.2016
Von Saskia Döhner
Marco Del Core (39) und seine Frau Susie (29) betreiben das La Forchetta in der Geibelstraße. Quelle: Körner
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Der Italiener um die Ecke ist in neuen Händen: Seit Anfang März betreibt Marco Del Core die frühere Osteria Italiana am Geibelplatz in der Südstadt. Sein Restaurant hat er La Forchetta, die Gabel genannt – einfach, aber einprägsam. Der neue Besitzer hat nicht nur viele Stammkunden, sondern auch den Koch von seinem Vorgänger Massimo Diaco übernommen.

Bei unserem ersten Besuch steht allerdings Del Core selbst in der Küche, weil der Koch krank ist. Für uns ist das kein Nachteil. Denn der gebürtige Neapolitaner versteht sein Handwerk, er hat im Maritim Grand Hotel gelernt, bei Norbert Schu in der Insel gearbeitet, war Küchenchef in Fünf-Sterne-Hotels in Bad Sachsa und in Heiligendamm. Vor acht Jahren hat er zusammen mit Tommaso Setolo das Restaurant La Piazzetta in Gehrden von seinem Vater übernommen. Gastronomie liegt den Del Cores im Blut. Marcos Bruder hat ein italienisches Lokal in Springe.

Vorweg gibt es einen Rose Prosecco, der leicht auf der Zunge perlt und die perfekte Einstimmung auf ein gelungenes Essen ist. Mein Mann entscheidet sich für einen trockenen Martini. Der Kellner hat so freundlich nach Aperitifs gefragt, dass man ihm einfach keine ablehnende Antwort geben kann. Überhaupt ist der Service aufmerksam, freundlich und schnell. Zum warmen Brot gibt es eine Zitronenknoblauchbutter.

Das Restaurant

La Forchetta
Geibelplatz 1,
30173 Hannover
Telefon (05 11) 8 50 38 08
www.forchetta-hannover.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonnabend 17 bis 22.30 Uhr,

Sonntag von 12 bis 21.30 Uhr,

Montag Ruhetag

Preiskategorie: günstig

Auf der Speisekarte finden sich Klassiker wie Büffelmozarella, Pizza Margherita, Spaghetti Bolognese und Lasagne – aber auch Überraschendes (auf der Tageskarte). Es ist Pfifferlingszeit. Wir bestellen als Vorspeise Rote-Bete-Carpaccio mit Pfifferlingen (10,50 Euro) und gebratenen Ziegenkäse in Parmaschinken auf Rucolabett (12 Euro). Die Rote Bete ist hauchdünn, mit den warmen Pilzen raffiniert ergänzt. Der Ziegenkäse ist saftig und kann sich geschmacklich voll entfalten.

Preiskategorien

günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro),
moderat (bis 15 Euro),
gehoben (um 20 Euro)

Als Hauptgang wählen wir Steinbuttfilet mit Pfifferlingen (23,50 Euro) und Nodino (24 Euro), Milchkalbskarree mit Butter und Salbei, dazu gibt es italienisches Gemüse (Paprika, Auberginen) und Kartoffeln. Beide Gerichte kommen so edel daher, wie es der Preis vermuten lässt. Weder am Fisch noch am Fleisch ist etwas auszusetzen, nichts schwimmt im Fett, nichts ist trocken, alles leicht und harmonisch kombiniert. Der Kellner empfiehlt einen leichten Biowein, Vernaccia di San Gimignano (5,90 Euro für 0,2 Liter), der nach Sommer schmeckt. Beim Bier ist Del Core auch beim Bewährten seines Vorgängers geblieben: Es gibt weiterhin Lübzer vom Fass (2,70 Euro für ein 0,3-Liter-Glas).

 Aus der Osteria Italiana an der Geibelstraße ist Anfang März La Forchetta (auf deutsch: die Gabel) geworden.  Das Restaurant hat das Zeug zum Stammlokal, findet HAZ-Restauranttesterin Saskia Döhner.

Beim Nachtisch entscheiden wir uns für echte Klassiker: Tartufo Nero und Panna Cotta (jeweils 5,50 Euro). Das von Kakaopulver ummantelte Schokoladeneis mit kleinen Nussstückchen ist ein Traum, die Panna Cotta ist für unseren Geschmack allerdings ein bisschen zu fest geraten. Zum Abschied werden wir auf einen Grappa und einen Limoncello eingeladen. Del Marco erzählt, dass er gute Küche zu zivilen Preisen anbieten möchte. Alles gibt es auch zum Mitnehmen, und Catering für Feiern bietet das La Forchetta auch an. Sonntagmittag macht er extra auf, um Familien zum Essengehen zu animieren, wie er sagt. Die Kunst der Gästebindung beherrscht Del Core zweifellos.

Bei unserem zweiten Besuch lädt das Wetter leider wieder nicht zum Essen auf der Terrasse ein. Schade. Wieder ist das Restaurant gut gefüllt, einen Tisch finden wir allerdings auch ohne Reservierung.
Meine Begleiter ordern Bruschetta (3 Euro) und Vitello Tonnato (10,50 Euro), ich bestelle Scampini mit Tomaten (10,50 Euro). Zum Brot gibt es dieses Mal eine Tomatenknoblauchbutter. An den Vorspeisen ist nichts auszusetzen. Mein Begleiter, ein echter Vitello Tonnato-Kenner, ist zufrieden. Die Scampini sind fest im Biss und ergänzen sich mit den kleinen Tomaten in der Sauce hervorragend, das Bruschetta ist perfekt und schnell aufgegessen.

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Wir haben Lust auf Pizza und Pasta und entscheiden uns für Pizza Margherita (6,50 Euro), Spaghetti alla Puttanesca (8,50 Euro) und Spaghetti mit Hummer (17,50 Euro). Die Nudeln sind frisch und bissfest, die Sauce würzig, der halbe Hummer schon so vorbereitet, dass man das komplizierte Essbesteck fast gar nicht braucht. Ich probiere dieses Mal die Rotwein-Empfehlung, ein Contado Riserva, der weich und samtig, mir aber eine Spur zu schwer ist. Die Pizza ist einfach, aber gut, der Teig ist saftig. Beim Nachtisch ist dieses Mal die Creme Brulee (5,50 Euro) unser Favorit, die karamelisierte oberste Schicht schmeckt am besten. Von der Panna Cotta werden wir auch im zweiten Anlauf nicht wirklich überzeugt.

Zum Abschied verabschieden uns die Kellner schon wie gute Bekannte.

Mein Fazit: Dieser Italiener hat das Zeug zum Stammlokal – nicht nur für Südstädter.

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