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20:43 19.01.2018
Friederike Koch von Tee Seeger erklärt alles rund um das immer beliebtere Heißgetränk. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Mit 28 Liter pro Kopf erreichte der Teekonsum in Deutschland in den letzten Jahren neue Höchstmarken – wie lässt sich die Zahl erklären?

Hochwertige Tees sind zwar wieder im Kommen, aber der Großteil des Teeverbrauchs geht weiterhin auf das Konto der Ostfriesen, die rund 240 Liter im Jahr trinken. Außerdem spielen die Witterungsverhältnisse eine Rolle: Haben wir einen kälteren Sommer oder wird es früher kalt wie in diesem Jahr, dann steigt der Umsatz in diesem Bereich. 

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Tee Seeger in der Karmaschstraße ist Deutschlands ältestes Teehaus.

Pappsüßer Eistee, überwürzter Chai oder Matcha-Latte: Ist Tee auch ein wenig zu einem Lifestyle-Getränk verkommen? Tee hat mehr Freunde gefunden, das ist schön, sogar als Cocktailzutat ist Tee spannend. Matcharinha beispielsweise, das ist ein Abwandlung von Caipirinha, die mit Matcha-Pulver zubereitet wird. Schmeckt klasse, wenn es gut gemacht wurde. Aber man sollte schon genau hinschauen, was man zu sich nimmt. Der Teeanteil ist bei vielen dieser Getränken oft verschwindend gering.

Durch die Personalunion der Königshäuser von Hannover und Großbritannien ​kam auch der preußische Adel in Berührung mit der englischen Teekultur. Auf Geheiß des Hannoverschen Königshofs eröffnete der Kaufmann Friedrich Jacob Seeger im Jahr 1743 das erste Teehaus Deutschlands in Hannover. Im Jahr 1951 ​wurde das Unternehmen von der Familie Koch übernommen.

Geführt wird der Betrieb inzwischen in der dritten Generation von den Geschwistern Maximilian (36) und Friederike Koch (31). 

Der Teebeutel ist immer mehr in Verruf geraten, jetzt gibt mittlerweile Master Bags oder Tea Pyramids – klingt toll, aber sind das nicht nur neue Namen für Teebeutel? 

Es kommt immer auf den Inhalt an. Aber im Vergleich zu klassischen Teebeuteln sind das schon Verbesserungen. Beispielsweise die Pyramide, meist befindet sich darin guter Tee, in dem sich das Teeblatt durch die Größe des Beutels besser entfalten kann. Zudem besteht das Material oft aus Maisstärke und nicht aus Nylon – die Beutel sind also auch zu 100 Prozent abbaubar. 

Neuerdings werden auch Kapsel­systeme für Tee beliebter, sind das wirkliche Alternativen zu losem oder Beuteltee? Leidenschaftliche Teetrinker sind ein Völkchen für sich, die auch das Ritual der Zubereitung schätzen. Kapselsysteme sind einfach und sauber, es kommt auch ein ordentliches Ergebnis dabei raus, aber die Technik erlaubt keine Ziehzeit, weswegen teils mit Aroma gearbeitet werden muss, um den Geschmack zu konstruieren. Das ist nicht schön. 

Im Grüntee wurden vor zwei Jahren hohe Werte an Schadstoffen nachgewiesen – gibt es Faustregeln wie Teetrinker stets zu einem einwandfreien Produkt greifen?

Die Richtlinien sind in der EU extrem streng. Ein Großteil der importierten Ware wird geprüft, japanischer Tee seit Fukushima ohnehin. Es gibt aber auch Tees, die über Großauktionen gehandelt werden, da findet sich oft minderwertige Ware, bei denen die Rückverfolgbarkeit nicht mehr gegeben ist. Völlige Sicherheit gibt es zwar nie, aber wer auf hochwertige, handgepflückte Teesorten zurückgreift, sollte sich keine Sorgen machen. Ein Teehändler sollte auch in der Lage sein, eine Rückverfolgung zu gewährleisten und einen Analyseberichte vorzulegen. 

Grüntee soll mit siedendem, Schwarztee mit kochendem Wasser aufgebrüht werden – hat die Regel einen Sinn? 

Grüntee ist unfermentiert. Bei einer zu hohen Temperatur rücken die Bitterstoffe in den Vordergrund, weswegen sich eine Brühtemperatur von 70 bis 80 Grad anbietet. Unsere Empfehlung: Wasser aufkochen und drei bis fünf Minuten warten, dann hat das Wasser die richtige Temperatur. Schwarztee sollte bei 95 bis 100 Grad aufgebrüht werden. 

Mit 70 zu 30 Prozent führt Schwarz- vor Grüntee die Rangliste an. Was sind denn Ihre Dauerbrenner und derzeitigen Stars?Ostfriesentee und Earl Grey sind weiterhin sehr beliebt, aber wir merken, dass Grüntee immer öfter nachgefragt wird, vor allem aus Japan und Korea. 

Interview: Hannes Finkbeiner

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