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Restauranttests Wie gut sind Koch-Apps wirklich?
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Wie gut sind Koch-Apps wirklich?
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02:15 13.03.2017
App-etitlich: Bei „Sidechef“ (von links) finden sich Rezepte von Bloggern und die Anbindung zu sozialen Netzwerken, „KptnCook“ besticht im doppelten Sinne durch gute Menü-Führung, „Die perfekte Eieruhr“ geht das Fünf-Minuten-Ei wissenschaftlich an. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Kochbücher. Manche sind schön, wertvoll und teuer wie Kunstwerke. Aber auch groß und schwer, manchmal monumental - und überhaupt im Bücherregal des Wohnzimmers besser aufgehoben, als in der Küche, wo es dampft und spritzt.

Abhilfe bieten Smartphones oder Tablet-PCs. Da passen Millionen von Rezepten hinein, sie knittern und falten nicht, und sie sind stets verfügbar - vorausgesetzt, man besitzt die richtigen Apps, die sich haufenweise zu den iOS- und Android-Geräten finden. Das Spektrum reicht von italienischen über marokkanische bis hin zu japanischen Rezeptsammlungen. Es gibt digitalisierte Kochbücher und Apps für Allergiker, Diätisten, Kalorienzähler, Grillfanatiker, Kuchenfreunde, Vegetarier und Veganer. Die Preise reichen bis 9,99 Euro, viele der Apps sind allerdings kostenfrei erhältlich, zumindest in einer Basisversion.

Eine umfangreiche Rezeptsammlung, ohne viel Schnickschnack, bietet beispielsweise das „Rezeptbuch Free“, wobei die Mengenangaben und Beschreibungen nur grobe Richtlinien sind. Schön ist auch „KptnCook“: Täglich wechseln die drei verfügbaren Rezepte, die von Nutzern bereitgestellt werden. Die Bilder sind klasse, die Menüführung spannend. Die Gerichte sind schnell zuzubereiten, kreativ und auch im Kostenpunkt aufgeschlüsselt. Vegetarier kommen bei „Green Kitchen“ auf ihre Kosten, wenngleich die App mit 3,99 Euro zu Buche schlägt. Wer gerne Kochvideos ansieht, sollte sich einmal an „KitchenStories“ versuchen.

Finkbeiners Kostprobe: Es gibt Dutzende Apps für Smartphones und Tablets als Ersatz für Kochbücher. Sind sie wirklich nützliche Küchenhilfen oder Zeitverschwendung?

Lohnenswert ist auch ein Blick in das englischsprachige Angebot. Bei „Sidechef“ zeichnen Foodblogger für die Rezepte verantwortlich. Die App besticht mit bebilderten Anleitungen, einer tollen Menüführung und Anbindung an die sozialen Netzwerke. „BigOven“ ist eine umfangreiche Rezeptsammlung von Nutzern, wobei es bei „Epicurious“ (leider nur für iOS-Geräte erhältlich) etwas kreativer zuzugehen scheint, die Bilder wirken auch etwas schöner - wobei sich natürlich nicht alle Apps bis ins kleinste Detail überprüfen lassen, da es sich teilweise um Tausende Rezepte handelt. Hinter „Tender“ verbirgt sich ein Netzwerk für Kochbegeisterte.

Mit den Apps „Rezeptbuch“ und „Mjum!“ lassen sich eigene Rezepte anlegen und verwalten. Allerdings fällt an dieser Stelle auf, dass es vielen Applikationen an einer Schnittstelle zum Drucker mangelt. Die Anbieter unterstellen, dass die Programme zur schnellen Planung und auch als Einkaufszettel im Super- und Delikatessenmarkt genutzt werden. Aber Mancher hätte sich in der Küche dann doch lieber einen ausgedruckten Zettel.

„Die perfekte Eieruhr“ (99 Cent) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Loriot’sche Debatten am Frühstückstisch vorzubeugen („Das Ei ist hart.“ - „Eine Hausfrau hat das im Gefühl.“ - Dann stimmt da mit deinem Gefühl was nicht.“). Das Programm verlässt sich nämlich nicht auf sein „Gefühl“, sondern arbeitet streng wissenschaftlich. Da wird das Ei mittels Touchscreenfunktion des Displays ausgemessen, die Höhenmeter (wegen des Luftdrucks) und die Ausgangstemperatur des Eis festgelegt, danach der gewünschte Garzustand eingegeben. Beeindruckend dabei: es funktioniert. Auch wenn ein mit durchschnittlichen Fähigkeiten ausgestatteter Mensch natürlich im Stande sein sollte, ein Ei auch ohne die Hilfe des Smartphones zu kochen.

Für Smartphones und Tablets existieren auch Back- und Cocktailrezepte und Software, die hilft, korrespondierende Weine zum Essen grob einzugrenzen. Und da die digitale Welt sich bekanntlich für nichts zu schade ist, gibt es auch Brathilfsprogramme wie „Steak Grilling Timer“ oder „Steak Master“, die den Takt beim Fleischbraten vorgeben. Aber Vorsicht, wie Kochbücher hat auch die Verwendung der Apps Tücken. Im Dauerbetrieb verbrauchen die Displays viel Energie, weshalb in jedem Fall das Ladekabel mit in die Küche muss. Nicht auszudenken, wenn zwischen blutig und medium der Akku ausfällt. Dann wäre nicht nur die Investition für die App verbraten.

Hannes Finkbeiner

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