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Restauranttests So schmeckt es bei Hannovers Bringdiensten
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13:29 28.04.2018
Ertan Ametovski vom Bistro-Bringdienst da Toni präsentiert die Pizza Quattro Formaggi. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Es ist Dienstagabend, und wir greifen zum Telefon. Das Essen kommt heute nämlich zu uns, wird geliefert von drei unterschiedlichen Bringdiensten. Zunächst also zu Thai Food In The Box: Das Unternehmen konnte uns zwar hinsichtlich der Qualität der thailändischen Speisen überzeugen, enttäuschte aber in puncto Serviceleistung. Das geht schon bei der telefonischen Bestellung los. Wir wollen unwillkürlich strammstehen und salutieren aufgrund des militärischen Drills, der uns vom Chef selbst entgegenschlägt. Erstens. Zweitens, drittens, viertens: Erst mehr als eineinhalb Stunden nach unserer Bestellung wird das Essen geliefert, ein Gericht fehlt indes, eine Rechnung hat der Bote nicht dabei – aber kein Problem: Wir sollen unsere Mail-Adresse aufschreiben, die Rechnung würde uns zugeschickt.

Passiert aber nicht, weswegen wir in den beiden Folgetagen zweimal zum Hörer greifen. Von Entschuldigung aber keine Spur, der Chef klingt genervt. Gut, das kann auch an der Technik liegen: Er hat die Mail nämlich nach eigenen Angaben bereits über das Kassensystem verschickt. Trotzdem schiebt er hinterher, dass Leute, die eine Rechnung bräuchten, das eigentlich bei der Bestellung sagen würden. Wir fragen, ob eine Rechnung nicht auch ein wenig eine Selbstverständlichkeit sei. Das war scheinbar ein Fehler. Der Mann ist jetzt hörbar aufgebracht und erklärt, dass es ihm egal sei, woher wir unsere Rechnung bekämen – und bestellen dürften wir bei Thai Food In The Box auch nichts mehr. Er knallt den Hörer auf. Schade eigentlich, denn das Essen war ja gut.

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Wir bestellen am selben Abend bei drei unterschiedlichen Bringdiensten unser Essen. Am Ende überzeugt uns fast ein wenig klischeehaft: die Pizza, geliefert vom Bistro-Bringdienst da Toni.

Ein unschlagbarer Vorteil von asiatischen Wok-Gerichten und Suppen: Sie sind ohne größere Qualitätseinbußen transportierbar und deswegen eigentlich prädestiniert für die Auslieferung. Ganz im Gegensatz zu Waren, die von krossen Elementen leben, wie Pommes, Schnitzel oder Backhähnchen – allesamt Gerichte, die deswegen bei einer Lieferung auch wohlwollend beurteilt werden müssen, denn wenige Minuten im Dampf einer Pappschachtel mindern unwillkürlich die Qualität.

Die Pommes, die wir allerdings vom Wienerwald geliefert bekommen, sind schon fast matschig. Gut schmeckt uns das Fleisch der Hendl Box Spezial. Es ist saftig, zart und aromatisch. Von den drei versprochenen Soßen wird jedoch nur eine geliefert. Die Panade des Hähnchenschnitzels ist in Ordnung, jedoch hat das Geflügelfleisch einen leicht beißenden Geruch. Der Salat „Schönbrunn“ enthält neben viel frischer Rohkost auch Gurkenscheiben, deren fischigen Geschmack wir mit Spritzmittel assoziieren. Ordentlich schmeckt der Wienerwald Wrap mit würziger Soße. Die Lieferzeit ist mit 36 Minuten völlig in Ordnung. Eine Limonade gibt es gratis dazu. Trotz allem: Für mehr als 46 Euro ein zu geringer Gegenwert.

Da Toni überzeugt im Service

Fehlt noch der italienische Bistro-Bringdienst da Toni, der zunächst nicht mit Haustürgeläut, sondern Telefongerappel auf sich aufmerksam macht. Am Apparat ist der Lieferant, der lacht und erklärt, er stehe jetzt ungefähr richtig, habe aber die Hausnummer vergessen. Wir klären ihn auf. Wenige Sekunden später klingelt es an der Tür. In Fleisch und Blut ist der Mann dann ebenso höflich wie am Telefon – und ebenso höflich wie sein Kollege, der nur 31 Minuten zuvor unsere Bestellung aufnahm. Und wie ist das Essen?

Die Penne Arrabbiata (5,50 Euro) und Penne Gorgonzola (6,50 Euro) haben in der Soße nachgezogen, sind also nicht mehr al dente, aber noch völlig im Rahmen. Die Soßen schmecken gut. Überzeugend sind auch die Pizzen, deren Teigboden im Dampf der Pappschachtel zwar etwas an Knusprigkeit verloren hat, aber das ist ein Genusswert, den man bei Inanspruchnahme eines Lieferservice zwangsläufig einbüßt. Bei der Pizza Diavolo (5,80 Euro) mit Oliven, Peperoni, Paprika und Salami hätten wir uns sogar mit weniger Belag zufrieden gegeben. Zu der exzellenten Pizza Quattro Formaggi (6,50 Euro) hätte es nur noch einen selbst gemachten Salat gebraucht, um uns rundum glücklich zu machen. Die Calzone mit Kochschinken und Champignons (7 Euro) ist in Ordnung. Gut ist auch das Tiramisu (3,90 Euro). Letztlich gefällt uns von da Toni nur die Lasagne (6,50 Euro) nicht: Insgesamt ist das Gericht etwas zu trocken geraten, unausgewogen ist auch das Verhältnis der Zutaten. Das ändert aber nichts mehr an unserem guten Gesamteindruck: Unser Favorit an diesem Abend steht fest!

8/10 Punkten

Service 8
Essen 7

Bistro-Bringdienst da Toni
Ferdinand-Wallbrecht-Straße 17
30163 Hannover
Telefon: (05 11) 96 77 65 87
Internet: www.bringdienst-da-toni.de
Öffnungszeiten: 11.30 bis 22.30 Uhr (freitags und sonnabends bis 23.30 Uhr)

Von Hannes Finkbeiner

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