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Restauranttests So schmeckt das Essen im Garbsener Restaurant Felix
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00:15 07.11.2017
Das Kino im Blick: Betreiber Erdem Gül hat das Felix in zentraler Lage eröffnet – hier präsentiert der Gastronom ein Rib-Eye Steak.  Quelle: (Alexander Körner)
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Hannover

Wir steigen aus dem Auto und unserer Euphorie wird etwas gedämpft. Das kürzlich eröffnete Felix in Garbsen - Restaurant, Café und Bar zugleich - grenzt an den Rathausplatz, was urromantisch klingt, aber unschön ausschaut. Eine so triste Freifläche erfreut vielleicht Festivalbesucher. Zudem ist es an diesem Tag auch noch nass und matschig, sodass wir uns bei unserer Ankunft fast schon wieder auf die Abreise freuen. Trotz der betont großen Panoramascheiben des Restaurants, die Sicht auf den Rathausplatz und das angeschlossene Kino bieten, ist es empfehlenswert, dieser Aussicht einfach den Rücken zu kehren, den Blick nach innen zu richten und das nette Ambiente zu genießen.

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Unser Tester war im Garbsener Restaurant Felix.

Oder, man schaut ein paar Minuten nicht über den Tellerrand hinaus. Etwa weil vorab die Aoli mit etwas knusprigem Brot und Oliven gereicht wird. Nach spanischer Art wird der Dip zubereitet und dazu Milch und Öl mit Knoblauch und Gewürzen aufmontiert. Das Ergebnis ist eine herrlich luftig-cremige Konsistenz, die uns so lange zugreifen lässt, bis das Schüsselchen leer ist. Auch wenn noch nicht alles rund läuft, reagiert der Service in diesem Fall sofort: Ob wir vielleicht noch Nachschub wollen? Oder dürfen es noch mehr der (wirklich guten) Kalamata-Oliven sein?

Felix Restaurant Café-Bar
Rathausplatz 2
30823 Garbsen
Telefon: (0 51 31)4870037
E-Mail: info@felix-hannover.de
Öffnungszeiten: täglich ab 9 Uhr 
(Küche zu unterschiedlichen Zeiten)     

Wir lehnen dankend ab und freuen uns auf die Karotten-Ingwer-Suppe (5,90 Euro), die ganz hervorragend schmeckt. Ordentlich ist auch der Ziegenkäse auf Spinatsalat und Cashewnüssen (11,50 Euro). Dem Lachstatar (13,50 Euro) fehlt etwas Öl, um die Aromen von Fisch, Mango, Saiblingskaviar am Gaumen besser zu verbinden. Auch etwas mehr Säure hätte dem Gericht gut getan, um das Talgige des Zuchtlachs etwas aufzufrischen - die dezente Schärfe von Chili genügt hier nicht. Aber im großen Ganzen sind wir bis hierhin sehr zufrieden. Die Linguine, die wir bei einem zweiten Besuch probieren, sind sogar hausgemacht!

Knusprig und schmackhaft

Die folgende Maispoularde (18,50 Euro) ist gut gebraten, das Fleisch dürfte zwar etwas saftiger sein, aber die Haut ist knusprig. Das dazu bestellte Gemüse (4,90 Euro), die Süßkartoffelpommes (4,50 Euro) und das Chimichurri-Pesto (3,90 Euro) sind frisch und schmackhaft. Der knusprige Teigboden des Flammkuchens (11,50 Euro) ist ein sehr gutes Fertigprodukt und wurde in der Küche mit Auberginen, Schafskäse, Rosmarin, Zwiebeln und Kapernäpfeln belegt. Wobei wir von Letzterem nicht ganz überzeugt sind. Zu herb und zu würzig sind die Kapernfrüchte, Kapernknospen hätten die Kombination besser ergänzt.

Ein Augenmerk des Betriebs liegt außerdem auf Fleisch, teilweise aus Trockenreifung. Wir probieren aber kein Steak vom Rind, sondern vom Thunfisch (26,50 Euro), der gut gegart an den Tisch kommt: im Kern roh. Der dazu servierte Oliven-Kartoffel-Stampf besticht allerdings durch den Einsatz von Käse und Butter, getoppt wird der Fisch zusätzlich mit getrockneten Tomaten und frittierter Petersilie. In dieser Kombination wäre es sinnvoll, das Steak kräftig anzugrillen, um den Thunfisch mit den Röstaromen besser gegen die gehaltvollen Beilagen zu rüsten. Oder: Die Beilagen einfach entschlacken und das edle Fischfilet gar nicht erst in die Fettmangel nehmen.

Nichtsdestotrotz ein verheißungsvoller Auftakt. Der Betrieb will ein bisschen von allem sein: Cocktailbar, Bistro, Fine Dining. Burger und Flammkuchen stehen Hirschrücken und Ceviche gegenüber. Housemusik poltert von der Decke auf sanften Kerzenschein. Bistrotische und Clubsessel versprühen legere Atmosphäre, aber das Besteck wird mit weißen Stoffhandschuhen nachgedeckt. Ob diese Gratwanderung funktioniert? Dem Kapuzenpulliträger ist das Felix am Ende vielleicht zu gestelzt, dem Sakkoträger zu hip, und alle dazwischen hadern, ob sie hier auch die Ellenbogen auf der Tischplatte abstellen dürfen. Wir sind jedenfalls gespannt, wie der Betrieb seine Stärken in Zukunft ausbaut. Und freuen uns bei der Abreise schon wieder auf die nächste Ankunft.

Hannes Finkbeiner

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