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Osteria Italiana

Italienische Küche Osteria Italiana

Mit dem bescheiden klingenden Namen bringt das Restaurant „Osteria Italiana“ italienisches Flair in die norddeutsche Backsteinarchitektur der Südstadt und kocht in verlässlicher Qualität.

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Seit acht Jahren Wirt in der „Osteria Italiana“ in der Südstadt: Gigi Vettese

Quelle: Nico Herzog

„Osteria Italiana“, so hat es Gigi Vettese über sein Lokal am Geibelplatz geschrieben – und das wirkt auf sonderbare Art besorgt. Ganz so, als wolle er von vornherein den Verdacht entkräften, inmitten dieser so norddeutsch wirkenden Backstein-Wohnblöcke könne kein wahrhaft italienisches Restaurant beheimatet sein. „Osteria Italiana“, das ist etwa so demonstrativ, als würde man in Italien schlicht „Deutsches Lokal“ über seinen Eingang schreiben – ein Statement, eine Typbezeichnung, kein Name, der Individualität verspricht.

Ein Eindruck, der sich im Inneren bestätigt. Hier ist tatsächlich alles typisch italienisch – oder jedenfalls so, wie wir Deutsche Italien gern wahrnehmen. Die Bilder an den terrakottafarbenen Wänden zeigen sanfthügelige Landschaften, Steinkrüge und Weinflaschen. Aus den Boxen dringen die Stimmen von Andrea Bocelli, Eros Ramazzotti oder Gianna Nannini – all dies ist Geschmackssache, aber dezent genug eingesetzt, um auch den Gegner des Italo-Pop nicht zu stören. Die dunklen, hochlehnigen Lederstühle stehen für Gediegenheit, ohne deshalb weniger einladend zu wirken. Diese Osteria ist eine Art kleinster gemeinsamer Nenner der deutschen Italien-Vorliebe.

Genau dies spiegelt auch die Speisekarte, eine vollständige, aber leidenschaftslose Versammlung der italienischen Klassiker von der Margherita bis zur Lasagne Bolognese, die nichts zum Beispiel von Vetteses Heimat Kampanien verrät. Weit mehr Ehrgeiz zeigt die handgeschriebene Tageskarte, auf der Vettese vor allem Saisonales und Ungewöhnliches versammelt. Auch der Antipasti-Teller (für zwei Personen, 11,50 Euro), obwohl eindeutig ein Standard, findet sich in dieser Kategorie und überzeugt uns bei unserem ersten Besuch mit wohlgekräuterten eingelegten Zucchini, Champignons und Auberginen sowie Salsiccia-Bällchen in Tomate und Büffelmozzarella mit Basilikum.

In die Kategorie „Wagnis“ fällt dagegen unser erstes Hauptgericht: Penne in einer Bärlauch-Sauce mit Spargel, Zander und Shrimps (11,50 Euro). Das zweite Gericht, Schwertfisch mit Kirschtomaten und
Kapern (17,50 Euro), ist dagegen erheblich konventioneller. Es gibt an diesen beiden Gängen durchaus Kleineres zu mäkeln: Die Antipasti mussten sich erst mal von der zu starken Kühlung erholen, der Fisch erreichte uns einen Tick zu trocken.

Dafür versöhnte uns die feinsinnige Weinsauce zum Fisch, und die Bärlauch-Penne gehören sogar zum Besten, was wir seit der Renaissance von diesem Kraut gegessen haben: von markanter Würze, jedoch ohne ins Ordinäre abzugleiten oder das Spargel- und Zanderaroma zu überlagern. Solcherlei gelingt dem Koch hier offenbar häufiger, denn Vetteses Osteria hat sich augenscheinlich nicht nur beim Pizza-Publikum seines Karrés einen guten Ruf erkocht, sondern auch bei Besuchern aus anderen Stadtteilen und Gastronomenkollegen. Uns hatte das Lob von Lina Dalusio aus dem kleinen, aber feinen „da Lina“ in der Marienstraße auf die „Osteria Italiana“ aufmerksam gemacht, die Gigi Vettese seit acht Jahren in den Räumen des ehemaligen „M&M“ betreibt.

Die Euphorie gilt nicht dem offenen Wein, dem Vettese auf der Karte nicht mehr an Beschreibung als die bloße Rebsorten-Nennung gönnt (Viertelliter Cabernet Sauvignon 5,50 Euro). Freunde des Hauses schätzen vielmehr die verlässliche Qualität der Speisen, und da werden wir auch beim zweiten Besuch nicht enttäuscht. Beim Anrichten des Schwertfisch-Carpaccio (11,50 Euro) bewies der Koch ein feines Händchen für die Zitrusnoten, auch die Saltimbocca waren von guter Qualität.

Als Kontrastprogramm wählten wir die Spinatpizza mit Tomaten (8,50 Euro), deren Teig etwas dicker ist als sonst bei italienischen Pizzen üblich, dafür aber über ein feines Aroma und eine schöne Kruste verfügt. Einzig die Balsamico-Creme auf dem gemischten Salat (5,50 Euro) empfanden wir als Ärgernis. Bei einem Restaurant dieses Anspruchs darf es dann schon eine ordentliche Vinaigrette sein statt dieser modischen Spritzer. Zum Abschluss reicht Vettese Cantuccini und einen kleinen Averna auf Kosten des Hauses. Ein nettes Ritual – und durchaus typisch italienisch.

  • Preiskategorie: günstig bis moderat

Die „Osteria Italiana“ in der Südstadt im Branchenführer.

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