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Restauranttests So schmeckt es im Burgerheart am Marstall
Mehr Essen & Trinken Restauranttests So schmeckt es im Burgerheart am Marstall
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12:40 26.02.2018
HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner testet Burger im Burgerheart.  Quelle: Samantha Franson
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Hannover

  Die „Challenge“ der Burgerheart-Ketten-Gründer war es laut Internetauftritt, ein Restaurant zu gründen, „in dem es schmeckt wie selbst gemacht“, in dem sich der Gast aber „ganz relaxed bekochen und bedienen lassen kann“. Ein „Laden“, der „die besten Burger bietet, die aber nicht husch, husch aus dem Imbiss sind“. Lässt sich Individualität systematisieren? Wir folgen gespannt dieser tollen Aussicht, und wirklich: Die Burger sehen schön aus. Sie sind handlich, die Buns, die wir probieren (Sesam, Lauge und Brioche) sind okay. Die Pattys, das Fleisch also, sind gerade noch saftig – ihr Aroma dann allerdings sehr gewöhnlich, und der Gesamteindruck bleibt, na ja, sagen wir verhalten. 

HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner hat die Burgerheart-Filiale in Hannover getestet.

Das zeigen auch die Preise, an denen wir die Speisen natürlich auch messen. Wir probieren den „Chuck Norris“-Burger unter anderem mit Bacon, Zwiebeln und Gurke (8,40 Euro) und den „Big Kahuna“-Burger mit Bacon, Ananas oder Chester-Käse (8,40 Euro). Dazu gibt es ein kleines Schälchen mit Cole Slaw. Wer Beilagen wünscht, muss sie also separat bestellen, denn nur unter der Woche (11 bis 17 Uhr) gibt es Menüs für 9,90 Euro. Es gibt Pommes (ab 2,90 Euro) oder Canadian Fries (ab 4,90 Euro). Dips und Soßen liegen bei 1,50 Euro. Schnell ist man bei rund 14 Euro aufwärts (inklusive Getränk) angelangt. Ist dieser Preis gerechtfertigt?

Ambiente ist hipper Mainstream-Style

Der Geschmack unserer Burger kommt uns nicht so einschmeichelnd designt vor wie der von den großen Ketten. Das Verhältnis der (augenscheinlich besseren) Zutaten wirkt unausgewogen, die Soßenkleckse fassen Brot und Fleisch nicht genügend ein. Dabei sollte ein Burger mindestens saftig und herzhaft sein. Vor allem, wenn ein Preis aufgerufen wird, der mit den guten Angeboten der Individualgastronomie Hannovers konkurriert. Klar, es gibt im Burgerheart auch Service am Tisch, das Ambiente ist hipper Mainstream-Style. So etwas muss sich im Preis niederschlagen. Aber so richtig reißt uns das alles nicht vom Hocker.

Info

Burgerheart
Am Marstall 1a

30159 Hannover

Telefon: (05 11) 56 35 49 99 

E-Mail: hannover@burgerheart.com

Webseite: hannover.burgerheart.com

Öffnungszeiten: täglich ab 11 Uhr. 

Barrierefreiheit: ja.

Wir bestellen zwei passable Limonaden (Hibiskus und Blaubeere-Honig). Die Einmachgläser, in denen die Getränke serviert werden, sind randvoll mit Eiswürfeln. Für 3,90 Euro pro Getränk wirkt das sehr gastgeberfreundlich kalkuliert. Gewöhnlich schmecken die Süßkartoffelpommes (3,90 Euro). Gut sind die Dips (Tomaten-Salsa, Erdnuss und Guacamole). Der Salat Veggie Love (7,90 Euro) ist in Ordnung, wird aber von krümeligem Hummus und trockenen Falafel-Bällchen begleitet. Das Weizen-Linsen-Patty des Veggie-Burgers „Killer Kowalski“ (7,90 Euro) hat einen unangenehmen Bitterton. Auf Nachfrage erklärt uns die Servicekraft schulterzuckend, dass der „Franchise-Geber“ das Produkt zur Verfügung stelle. 

Nur Effekthascherei

Ein Reinfall ist das Smoked Barbecue, lässt man sich vorab einmal die BBQ-Philosophie des Betriebs auf der Zunge zergehen. „Low“ und „Slow“ lautet das denglische Motto: Bis zu 22 Stunden mit bestem Eichen- und Hickory-Holz geräuchert, werde das Fleisch „butterzart“. Klingt verlockend, dann bitte schön. Wir bestellen das „Holy Trinity of Barbecue“ (19,90 Euro) mit Spareribs, Beef und Chicken anstatt Pork. Serviert wird die Speise auf einem Tablett mit beschichtetem Papier drunter. Sieht nett aus, kann aber angesichts der Qualität nur als Effekthascherei bezeichnet werden.

Die Rippchen sind bestenfalls lauwarm. Rind, aber vor allem Hühnchen sind trocken und faserig. Das Fleisch schmeckt vor allem nach Rauch. Ungenießbar sind die weißen Bohnen in Tomatensoße, die völlig versalzen sind und eine penetrante Knoblauchnote aufweisen. Die Grilltomate ist wässrig und fad. Nur die Pommes mit Bratensoße schmecken gut.

Einfach nicht relaxt genug

Imbissqualität. Lustlos stochern wir im Essen, auch der angeknabberte Veggie-Burger geht am Ende zurück. Die Kellnerin nimmt das alles zur Kenntnis, ergreift aber keine weitere Initiative. Verabschiedet (oder auch nur ordentlich begrüßt) wurden wir bei unseren beiden Besuchen ebenfalls nicht. 

Apropos Service: Am 28. Dezember hatten wir die Idee, mit einem Burger ins neue Jahr zu starten. Essen wir gern. Wir recherchieren auf der Internet- und der Facebook-Seite des Betriebs. Das Burgerheart scheint an Neujahr geöffnet. Wir reservieren online, bekommen eine Bestätigung, die wir zwecks Verbindlichkeit rückbestätigen sollen. Auch das tun wir, erhalten eine zweite Bestätigung und stehen am Ende vor verschlossenen Türen. Wir hinterlassen eine Sprachnachricht auf der Mailbox, in der wir verärgerter tun, als wir eigentlich sind. Wir bitten um eine Erklärung. Doch nichts passiert, keine Reaktion. Vielleicht waren wir dem Betrieb einfach nicht relaxt genug.

Von Hannes Finkbeiner

Fazit

Uns fällt kein schlagkräftiges Argument ein, das für einen Besuch im Burgerheart spricht.

Gesamtnote: 4/10 
(Essen: 3​, Service: 3​, Ambiente: 7​) 

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