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So schmeckt die indische Küche im Mangals

Kostprobe So schmeckt die indische Küche im Mangals

Prakash Singh, Koch und Teilhaber des indischen Restaurants Mangal’s Kitchen, nimmt seine Gäste mit raffinierten Kreationen mit auf eine kulinarische Weltreise. Neben Gerichten mit Fisch und Fleisch überzeugen vor allem die vegetarischen Speisen, meint Feinschmecker Hannes Finkbeiner.

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Curry und Co. gibt es im Mangals.

Quelle: Heidrich

Hannover. Plötzlich stehen die Vorspeisen mit knallbunten Soßen vor uns, und wir haben das Gefühl, das indische Farb- und Frühlingsfest Holi hat begonnen. Dabei ist es noch tiefster Winter. Und wir sind auch nicht in Indien, wir sind in Hannover, genauer: bei Mangal’s Kitchen am Lister Platz. Wurde da etwa mit einem Löffelchen E162 und E140 nachgeholfen? Eine Prise Lebensmittelfarbe, um unsere Stimmung zu heben? Aber was soll’s. Wir essen ja schließlich auch manchmal Gummibärchen. Oder Smarties. Und wenn die Vorspeise dann auch noch so unverschämt gut schmeckt wie das Chicken Reshmi Kebap (6,50 Euro), dann sehen wir gerne davon ab.

Indische Küche gibt es im Restaurant Mangals.

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Das Hühnchenfleisch ist butterzart und saftig, es wurde am Spieß in einem Tandoori-Ofen zubereitet. Zum Ende des Garprozesses wurde das Fleisch mit Eischnee überzogen, der das Hühnchen wie ein fluffiges Rührei ummantelt, kurzum: toller Geschmack, tolles Mundgefühl. Zurückhaltend, aber gut präsentiert sich Paneer Kali Mirch Tikka (4,50 Euro), der hausgemachte Käse mit schwarzen Pfefferkörnern, der mit etwas frischer Paprika und Zwiebeln an den Tisch kommt.

Nicht anfreunden können wir uns leider mit Tandoori Burani Jhinga (10 Euro), weil die empfindlichen Garnelen völlig trocken und faserig gegart wurden, da hilft auch die quietschgrüne Basilikumsoße nichts mehr. Die Hühnersuppe nach indischer Art (4 Euro) schmeckt sehr gut, ist aber abgesehen von dem würzigen Öl von einer stockkonservativen Hühnercremesuppe nicht zu unterscheiden. Beim Bahrwan Aloo (4,50 Euro) handelt es sich um gefüllte Kartoffeln, unter anderem mit Rosinen und Joghurt. Die Speise ist handwerklich gut gemacht, uns fehlt ein wenig Salz und Pep.

Das war es aber auch schon mit der elenden Nörgelei. Bei dem Hauptgang Fish Masala (14,50 Euro) beginnen wir sogar zu schwelgen: Saftige Fischstücke wurden in einer Kichererbsen-Panade ausgebacken und liegen in einer dicken Soße aus Tomaten, Ingwer und Knoblauch. Bestechend ist hier das Hausgewürz Garam Masala mit schwarzem Kardamom, Koriander- und Fenchelsaat. Sehr gut schmeckt auch das Chettinad Mutton (14 Euro), das mit saftigen Lammstücken in einer feurigen Soße aus Curryblättern besticht, besonders die Stücke von Kokosnuss erzeugen einen schönen Effekt am Gaumen – es fehlt vielleicht nur etwas Frische von Limettenblättern oder die ätherischen Noten von Zitronenabrieb.

Raffinierte Linsenmischung

Außerordentlich raffiniert fallen auch die vegetarischen Hauptgerichte aus, bei denen wir nichts vermissen. Besonders das Dal-Panch­mal (10 Euro) fasziniert uns aufgrund seines ausgewogenen und spannenden Aromas: fünf verschiedene Linsensorten, unter anderem mit Knoblauch, Ingwer und Kreuzkümmel verfeinert. Gut schmeckt Khatte Baingan (10 Euro), das sind Auberginen in Erdnuss-Kokosnuss-Soße, die mit warmen Gewürzen wie Nelken und Sternanis abgeschmeckt wurden. Hätte vielleicht die Erdnusskomponente noch etwas deutlicher herauskommen dürfen? Das bleibt zum Glück nur eine herrliche Geschmacksfrage! Uns schmeckt es so gut, dass wir uns die Reste einpacken lassen – was sonst selten passiert.

Mangal’s Kitchen
Ferdinand-Wallbrecht-Straße 6/8
30163 Hannover
Telefon: (05 11)-64 69 31 50

Zum Abschluss verkosten wir noch die hübsch arrangierten Desserts Gulab Jamun (4,50 Euro) und Suji Ki Barfi (5,30 Euro). Ersteres sind frittierte Bällchen in Zuckersirup, das Zweite eine Art Grießflammerie mit Nüssen und Rosinen. Beide Nachspeisen fallen landestypisch süß aus – vor allem das Grießflammerie hätte deswegen als Kon­trast mehr von der fruchtig-säuerlichen Mangosoße benötigt. Aber egal, denn als wir zu später Stunde wieder in den Winter hinaustreten, fühlen wir uns ein bisschen wie im Sommer, so warm ist es um unsere Seele nach diesem Gewürzgewitter bestellt.

Gut, das kann auch an den zwei Gläsern indischem Chenin Blanc (5,90 Euro) liegen, die wir uns genehmigten – aber die hätten wir schließlich nicht getrunken, wenn es uns in Mangal’s Kitchen nicht so gut gefallen hätte.

Fazit: Raffinierte, indische Küche – vor allem auch die vegetarischen Hauptgerichte konnten uns überzeugen. Die Punktvergabe: Küche: 7 Punkte, Service: 7 Punkte, Ambiente: 7 Punkte - insgesamt 7 von 10 Punkten.

Hannes Finkbeiner

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