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Restauranttests So gut ist das "Vanino" in der Nordstadt
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02:15 20.05.2016
Stilvoll eingerichtet: Firat Alin betreibt seit Februar die zweite Filiale des Vanino – jetzt in der Nordstadt. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Tatsächlich ist die Außenbewirtschaftung auf dem Platz vor der Christuskirche ein bedeutender Punkt. Der Platz liegt auf der Sonnenseite, soll nach Wunsch der Stadt belebt werden und gewissermaßen das Tor zur Nordstadt bilden. Trotzdem musste der Gastronom um die Genehmigung kämpfen. Die ist jetzt da, in den nächsten Tagen werde die Holzterrasse errichtet, sagt Restaurantleiter Janni Koutelidas. Lage ist eben alles.

Das neue Tor zur Nordstadt: Im Vanino auf dem Platz vor der Christuskirche gibt’s Pasta im Baukastensystem und sehr große Pizzen.

Die Freunde italienischer Küche können sich also auf Pasta und Pizza unter freiem Himmel freuen – mit ausschließlich frischen Zutaten, wie Koutelidas verspricht. Seit Mitte Februar hat das Vanino geöffnet, es ist die zweite Filiale – nach der in Langenhagen. Geöffnet hat die Cafe Bar Vanino den ganzen Tag, Frühstück und Snacks wie belegte Brötchen und warmes Essen sind im Angebot. Und auch ohne Terrasse erfährt das Lokal bereits regen Zuspruch. Bei unseren zwei Besuchen waren jeweils einige Tische besetzt. Apropos Tische. Mindestens fünf verschiedene Modelle zählen wir, dazu eine ganze Reihe an unterschiedlichen Lampen, sowohl Stühle als auch Sessel (gemustert und geledert), Fliesen, Holz und Metall. Überraschend: Das Sammelsurium ergibt ein stimmiges Gesamtbild, irgendwo zwischen Shabby Chic und Industriedesign, garniert mit italienischem Dekor in all seiner weltberühmten Schönheit: Basilikumtöpfe, Schinkenstücke, Weinflaschen – und Sophia Loren auf Fotografien. Das alles zeugt von äußerst professionellem Gestaltungswillen.

Professionell ist auch die Herangehensweise beim Essen. Die Gerichte werden schnell serviert, in der teilweise einsehbaren Küche sind die Zutaten offenbar gut vorbereitet. Wie gut, das deutet sich beim Vitello Tonnato (9,90 Euro) an. Über dem durchaus zarten und aromatischen Kalbfleisch ringelt sich nämlich die Thunfischsoße dünn und etwas unansehnlich entlang, so als sei sie aus einer Tube darübergespritzt worden. Optik: na ja, Geschmack: in Ordnung. Etwas zu lange schon vorbereitet schien der gemischte Salat (4,10 Euro plus 90 Cent für das Dressing) zu sein. Die Schnittstellen des Grünzeugs zeigen bereits leicht bräunliche Stellen.

Vanino

An der Christuskirche 11, 
Telefon: (05 11) 65 58 88 93
 www.cafebarvanino.de
Geöffnet: Montag bis Freitag
 8 bis 23 Uhr,
 Sonnabend und Sonntag
9 bis 23 Uhr

Preiskategorie: günstig

Bei den Nudelgerichten verfährt das Vanino nach dem Baukastensystem. Für den Kunden bedeutet das: Er wählt aus 14 Soßen (meist Klassiker wie Bolognese, Aglio Olio, Tomate, Pilze, Rinderfiletstreifen) und kombiniert mit einer von vier Nudelsorten. Zusätzliche Zutaten sind für einen Aufpreis möglich. Auf Empfehlung der Servicekraft versuche ich Tagliatelle mit Scampi, Rucola, Tomaten und Knoblauch (10,90 Euro) und finde die Pasta gut gekocht und die fünf Scampi saftig. Der Geschmack der Tomatensoße allerdings erinnert mich an gefriergetrocknetes Gemüse, das in Fertiggerichten gerne verwendet wird. Den kräftigen, etwas sehr alkoholischen Nero d’Avola aus Sizilien (0,2 Liter für 5,60 Euro) kann man dazu aber recht gut trinken. Ohne Fehler sind die Spaghetti Carbonara (9,90 Euro), die wir uns beim zweiten Besuch bestellen. Auch die Pizza ist nicht schlecht – und besticht zudem durch ihre Größe. 38 Zentimeter Durchmesser gelten im Vanino als „normal“. Der Teig ist dünn, der Rand könnte etwas knuspriger sein. Aber kein Grund zur Klage. Und wenn erst der Sommer kommt, dann zählt sowieso nur noch die Lage.

Mein Fazit:
Hinter der ansehnlichen
italienischen Fassade verbirgt sich durchschnittliches Essen.

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