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Restauranttests Speisen über den Dächern Hannovers im „6 Sinne“
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13:40 20.02.2013
Das „6 Sinne“ in Hannover präsentiert Gegrilltes aus der Showküche. Quelle: Akbaba
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Hannover-Mitte

Mitten in der City, im sechsten Stockwerk des ehemaligen Brinkmann-Hauses in der Heiligerstraße, bietet das „6 Sinne“ einen 180-Grad-Blick auf prägende Bauwerke – rechts das Anzeigerhochhaus am Steintor, in der Ferne die drei warmen Brüder des Lindener Heizkraftwerks, weiter zur Waterloosäule und zur Marktkirche.

Auch beim Ambiente kann man sich durchaus mit den angesagten Szenebars größerer Metropolen messen (gut, dort gibt es mehrere davon – aber man kommt an den Türstehern nicht vorbei): Designerausstattung von Phillip Stark, offene Showküche, gediegenes Geschirr und auch Loungemusik ist hier obligatorisch – sowie eine gut gefüllte Champagner- Vitrine, unübersehbar gleich am Eingang.

Eine ganz in schwarz gekleidete, stark geschminkte Bedienung weist uns einen Platz mit der gewünschten Aussicht zu. Aber jetzt sind wir erst einmal lange mit dem Blick in die Karte beschäftigt. Die Getränkeauswahl ist gigantisch: Gut 100internationale Whiskey- und Rumsorten sind hier gelistet sowie eine große Auswahl anderer Spirituosen und Cocktails. Wir gönnen uns als Aperitif den „6 Sinne Deluxe“ (13,50 Euro) und freuen uns über die gelungene Mischung aus Ginger Beer, Champagner, Minze und Limetten – dargereicht in edlen Weingläsern.

Die Gerichte – ihre Auswahl ist vergleichsweise klein – tragen vielversprechende Namen. Ich entscheide mich für einen „Six-Sense-Salad“ (13,90 Euro) als Vorspeise, eine schmackhafte Mischung aus Salat und Kräutern, kandierten Birnen und zarten Rinderfiletstreifen. Meine Begleiterin schwärmt vor allem vom Dressing auf ihrer Salatvariation „Fernweh“ (12,90 Euro) – das enthält sowohl Sojasauce als auch Mangochutney. Auch das zu den Salaten gereichte Brot ist frisch und knusprig. An diesem Punkt des Abends hätten wir vielleicht aufhören sollen oder uns noch einen der coolen „Fancy Drink“ bestellen sollen – statt einer Hauptspeise.

Meine Begleiterin hatte sich ihre „Charmante Mischung“ mit geriebenen Trüffeln (14,90 Euro) anders vorgestellt: Eine sahnige, pappige Masse dominiert ihr Gericht aus Nudeln und Gemüse, so lassen sich die Trüffeln bestenfalls erahnen. Angekündigt war eine leichte Frischkäsesoße.

Ich lasse mich indes von einer der „Tafelfreuden“ überraschen: Das Grundgericht ist eine Gemüse-Kräuter-Variation aus dem Steinofen, dazu bestelle ich den kanadischen Lachs (18,90 Euro). Der Clou soll sein, dass das Gericht als „Silberpapier-Bonbon“ gereicht wird. Aluminiumfolie – tatsächlich – mit der Optik eines großen Silvester-Knallbonbons. Schön ist das nicht. Zudem ist der Lachs offenbar viel zu lange gegarte und deshalb trocken. Immerhin schmeckt die Soße, in der er liegt.

Ein „Happy End“, wie es das Erdbeer-Pistazien-Tiramisu (5,90 Euro) verspricht, gibt es an diesem Abend nicht mehr. Selbst gemacht schmeckt anders. Und Erdbeeren sollte man eben auch nur in der Saison anbieten.

Beim zweiten Mal kommen wir an einem Sonnabendmittag und begegnen Männern im Kaschmirmantel und Frauen mit Louis-Vuitton-Täschchen, die sich im „6 Sinne“ zur Shoppingpause auf einen „Hugo“ oder Champagner treffen. Die Nudelmischung „Privatsammlung“ mit Lachs (18,90 Euro) hat diesmal zwar eine leichtere Soße, aber auch nichts Raffiniertes zu bieten. Mein Flammkuchen „Chanel“ (14,90 Euro) trifft den Geschmack seiner Namensgeberin– schlicht, aber elegant präsentiert.

Wieder trifft indes der Cocktail unseren Geschmacksnerv: Der „Ginger French“ (6,90 Euro) besteht unter anderem aus Ginger Bier und Lillet. Lillet? Nun, das weiß die Bedienung auch nicht, was das ist. Aber sie fragt den Barkeeper – und kommt mit zwei neuen Drinks zurück. Sie erklärt: „Im ersten war kein Lillet, den hatte der Barkeeper vergessen.“ Hoppla, für einen Moment könnte man denken, der sechste Sinn ist hier der Sinn für Humor.

Übrigens: Lillet ist ein Aperitif aus Weinen und Fruchtlikören.

Sonja Fröhlich

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