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10:20 04.10.2011
Der 2009 Klima Klima aus Griechenland. Quelle: HAZ

Helmut Schmidt hat natürlich auch das mal wieder besser gewusst. Vor etwa 35 Jahren beschied er eine Gruppe junger Journalisten, die bei ihrem Bonn-Besuch auch im Kanzleramt vorbeischauen durften, auf Griechenland als EU-Mitglied sei er nicht scharf: „Oliven haben wir genug.“ Was er uns sagen wollte: Griechenland ist als Zulieferer keine Bereicherung. Vom Wein allerdings war beim Whisky-Trinker Schmidt nicht die Rede.

Dabei machen die Griechen aus all den Reben, die auf 130 000 Hektar (!) Rebfläche wachsen, auch trinkenswerte Weine. Die Hälfte der Trauben wird zwar als Tafelobst oder als Rosinen verzehrt. Und Retsina (für Weinfreunde eher ein weinhaltiges Getränk) und die Alltagsweine für den Griechen am Eck darf man auch abziehen. Bleibt immer noch genügend Erfreuliches. Bislang haben die griechischen Winzer ihre Weine lieber zu Hause verkauft, weil sie da bessere Preise erzielten. Das könnte sich ändern. Europäisch konkurrenzfähig ist ein Rotwein wie der „Klima Klima“ (was „Rebstock für Rebstock“ bedeuten soll) aus dem Hause Tsantali nämlich schon.

Die Cabernet-Sauvignon-Trauben für diesen Wein wachsen auf Chalkidiki, wo einst der Philosoph Aristoteles den ersten experimentellen Rebgarten Europas angelegt hat. Dieser Biowein ist tiefrot, duftet nach dunklen Beeren und mediterranen Kräutern. Man ahnt etwas Tabak und Lakritz. Nach dem Öffnen ist der 2009er noch etwas verschlossen, er entfaltet sich aber im Glas. Am nächsten Tag zeigt er sich noch komplexer, aber dabei bleibt es dann auch. Man sollte also auch mit diesem Griechen Geduld haben, muss es aber auch nicht übertreiben.

Rainer Wagner

2009 Klima Klima
Preis: 15,70 €
www.moevenpick-wein.de

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