Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
775 Jahre Hannover Hannover macht sich fit für die Zukunft
Mehr Familie 775 Jahre Hannover Hannover macht sich fit für die Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:57 27.05.2016
Schwerpunkt Bildung: Zusätzliches Geld für Kitas sieht die Stadt als Investition in die Zukunftsfähigkeit der wachsenden Landeshauptstadt. Quelle: dpa
Anzeige

Gutbürgerliches Villenviertel in bester Lage, studentisches Quartier mit viel Kneipen und kleinen Läden drumherum, graue Hochhaussilos, in denen überproportional viele Langzeitarbeitslose wohnen - oft entscheiden die Wohnverhältnisse im eigenen Quartier über die Zufriedenheit mit der Stadt. Das hat die Verwaltung längst erkannt. Oberbürgermeister Stefan Schostok richtet im Stadtdialog „Mein Hannover 2030“ den Fokus mit auf die Quartiere. Auch zur großen Repräsentativbefragung wird es noch mehr Details in Bezug auf Wohnumfeld und Altersstruktur der einzelnen Stadtteile geben.

Entscheidend für noch mehr Zufriedenheit dürften die Investitionen in die Zukunft sein. Der Stadtetat sieht bisher in diesem Bereich jährlich Ausgaben von 110 Millionen Euro vor. Doch die sollen durch das kürzliche vorgestellte Programm „500plus“ in einem Kraftakt aufgestockt werden: 520 Millionen Euro zusätzlich fließen dann binnen zehn Jahren in die Infrastruktur und helfen, den Sanierungsstau abzubauen und neue Qualitäten zu schaffen. Eindeutiger Schwerpunkt ist der Bildungsbereich (Schule und Kitas). Darüber hinaus erhalten auch der Wohnungsbau, Sport und Bäder, Kultur und Verwaltung Investitionsmittel. „500 plus“ konzentriert sich somit auf Pflichtaufgaben, die die Zukunftsfähigkeit der wachsenden Landeshauptstadt garantieren.

Ein Großteil der halben Milliarde Euro soll durch Kredite finanziert werden. Hannover gönnt sich eine Neuverschuldung, um die Zukunft zu sichern, um attraktiv für Zuzug zu bleiben – egal, ob von Fachkräften oder Unternehmen. Wie generell bei Investitionen geht die Stadt nicht nach dem Gießkannen- Prinzip vor, schüttet die Mittel also nicht gleichmäßig über alle Bezirke aus. Das führt auf den ersten Blick zu einer unterschiedlichen Berücksichtigung der Quartiere. Nach den bisherigen Vorschlägen, über die der Rat bei den Haushaltsplanberatungen der kommenden Jahre diskutieren und vielleicht noch andere Akzente setzen wird, soll allein der Stadtbezirk Mitte mit 73,75 Millionen Euro bedacht werden (wobei die Sanierung der Bauverwaltung mit 20 Millionen Euro zu Buche schlägt). Der Bezirk Südstadt-Bult, der auch bei der Umfrage unter den HAZund NP-Lesern auffallend hohe Zufriedenheitsquoten aufgewiesen hat, würde mit 40,9 Millionen Euro von den Plänen profitieren. Dazwischen schiebt sich noch Misburg-Anderten mit 42,5 Millionen Euro. Schlusslicht ist bislang die Nordstadt mit 5 Millionen Euro, gefolgt von Ricklingen mit 5,35 Millionen. Der Westen der Stadt (Linden-Limmer, Ahlem- Badenstedt-Davenstedt, Ricklingen) hat in der Umfrage unter den Lesern von HAZ und NP bei der Frage nach der Zufriedenheit mit 23,5 Prozent am seltensten die Bestnote erreicht. Durch die Investitionen könnte sich das ändern. Der Westen profitiert mit insgesamt 39,85 Millionen Euro.

Zahlen

77 % der befragten Hannoveraner sind zufrieden mit ihrer Stadt.

Stadtkämmerer Marc Hansmann hatte im Investitionsmemorandum für das nächste Jahrzehnt einen Investitionsbedarf von 2 Milliarden Euro für die Landeshauptstadt ermittelt. Er sagt: „Mit ‚500 plus‘ kommen wir dem nun schon sehr nahe. Aber es wird dennoch so sein, dass wir nicht alles Wünschbare erfüllen können.“

Das ist vielleicht sogar gut so. Denn wenn alle Wünsche erfüllt würden, gäbe es keinen Anlass zu Träumen, zu Visionen, zu intensiver Beschäftigung mit der Zukunft der Stadt.

Vera König

Anzeige