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Liebe auf den zweiten Blick

Liebe auf den zweiten Blick

Hannover wird nach wie vor in den großen Tageszeitungen bespöttelt. Aber das Image ist, so besagen es die Ergebnisse einer Studie, positiver als gemeinhin gedacht.

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Die Firma aserto hat eine Studie über das Image von Hannover in der überregionalen Presse angefertigt.

Quelle: Steiner

Die „Tageszeitung“ (taz) wusste es mal wieder genau: „Wie die meisten Klischees stimmt leider auch dieses: Hannover ist die langweiligste Stadt des Landes“, befand das Blatt. Geht es nach Ergebnissen einer Studie, sollten die Blattmacher das Klischee überprüfen. Der Negativmythos, der die niedersächsische Landeshauptstadt umgibt, ist zwar nicht totzukriegen: „Er findet sich häufig in der Berichterstattung in überregionalen Medien. Aber dann gehen die Autoren der Sache auf den Grund, und es entwickelt sich eine Liebe auf den zweiten Blick“, sagt Jan Blume, Geschäftsführer von aserto, einer hannoverschen Agentur für Kommunikationsberatung.

Aserto und 30 angehende Medienmanager des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) haben das Medienimage von Hannover in fünf überregionalen deutschen Tageszeitungen untersucht. „Da hat sich etwas gewandelt, unter dem Strich schneidet die Stadt gar nicht so schlecht ab“, findet Blume. Das Drama um den Freitod des Fußballers Robert Enke, die Trunkenheitsfahrt der Landesbischöfin Margot Käßmann, der Sieg von Lena Meyer- Landrut beim europäischen Schlagerfestival und Christian Wulff als Bundespräsident – es gab in den vergangenen Jahren einiges, das den bundesweiten Fokus auf Hannover gerichtet hat. „Auf das Image der Stadt in der Presse haben diese Themen keine große Auswirkung gehabt. Die Berichterstattung hat sich schnell vom Schauplatz entkoppelt“, erklärt Daniela Schlütz, Projektleiterin beim an der Hochschule für Musik, Theater und Journalistik ansässigen IJK.

„Die bemerkenswerteste Erkenntnis aus der Studie war die positive Entwicklung des Hannover-Bildes in den Nullerjahren. Ausgangspunkt war die Zeit rund um die Expo und Gerhard Schröders abgesagten Italien-Urlaub, in der sehr ironisch und deutlich negativ über Hannover berichtet wurde. Dieses Muster wurde mit der Zeit von der ,Liebe auf den zweiten Blick‘ und dem Bild einer lebenswerten und prosperierenden Stadt und Region entkräftet“, sagt Prof. Dr. Lars Harden, ebenfalls Geschäftsführer von aserto. In den letzten Jahren habe sich das Bild allerdings wieder etwas zum Kritischen hin verändert. „Die Berichterstattung über die sogenannte ,Hannover-Connection‘ wurde insbesondere mit den Personen Wulff/Schröder/ Maschmeyer/von Fromberg verbunden“, ergänzt Harden. Wie die von Blume beschriebene Liebe auf den zweiten Blick funktioniert, lässt sich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 17. Juli 2003 nachlesen: „Hannover, die durchgrünte Spröde an der Leine, wird gerne unterschätzt. Sicher, eine Reise ist sie nicht gerade wert. Aber wer schon mal da war oder gar dort wohnt und nicht fort darf, sollte sich in Muße umschauen. Hannover hat viele versteckte Schönheiten und einige offenkundige.“ „Hannover sollte den Ball flach halten und vor allem mit seinen Alltagsqualitäten werben“, folgern Schlütz und Blume aus den Ergebnissen der Medienanalyse. Mentalitätsmäßig sollte das durchaus klappen: „Hannoveraner sind keine Angeber“, sagen sie. Andererseits sei exakt diese Eigenschaft auch einer der Gründe für hartleibigen Negativmythos.

Bernd Haase

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