Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Praktische Tipps & Hilfen Nicht jede Krise ist allein zu schaffen
Mehr Familie Familien Praktische Tipps & Hilfen Nicht jede Krise ist allein zu schaffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:41 08.05.2012
Von Susanna Bauch
Wenn Kinder in die Pubertät kommen, gibt es häufig Ärger mit den Eltern. Quelle: Fotolia.com - Aamon

Probleme gehören in den meisten Familien zum Alltag. Manche sind leicht zu lösen, bei manchem Konflikt aber wird Hilfe von Dritten nötig. Außer einer Vielzahl von Beratungsstellen freier oder kirchlicher Träger bietet auch die Stadt Jugendlichen in vielen Lebenslagen Unterstützung an. Die Phase, in der Teenager in die Welt des Erwachsenen vordringen, sollte nicht unterschätzt werden. Spätestens dann ist der Zeitpunkt da, an dem die Eltern für Fragen, Ängste und Probleme häufig in den Hintergrund rücken - egal, wie gut sie ihre Sache bislang gemacht haben. Hilfe gibt es bei vielen Beratungsstellen. Allerdings werden diese zunächst meist von den Eltern aufgesucht. Dabei können Jugendliche auch allein zur Beratung kommen.

Die städtische Jugendberatung ist für junge Menschen der Ansprechpartner, wenn diese sich mit jemandem aussprechen wollen, Schwierigkeiten mit den Eltern, Geschwistern, Freunden, in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit haben oder wenn sie gerade in einer Krise stecken. Mütter, Väter und andere Bezugspersonen können sich melden, wenn sie für ihr Kind Unterstützung suchen, sich über Erziehungsfragen informieren oder ihr Kind besser verstehen wollen.

Aber auch Eltern, die eine Lösung bei Erziehungsschwierigkeiten suchen, deren Kind in der Entwicklung gestört oder verhaltensauffällig ist, sind dort ebenso an der richtigen Adresse wie Mütter und Väter, die sich Sorgen über den falschen Umgang ihres Kindes machen, sich bei der Erziehung überfordert fühlen oder schlichtweg mit den Nerven fertig sind.

Familien können aber auch gemeinsam Hilfe finden - etwa wenn ein Mitglied aus ihrem Kreis stirbt, Eltern sich trennen, es Probleme mit der Stieffamilie gibt, Konflikte bei der Ablösung der Kinder vom Elternhaus auftreten oder eine andere Krise das Familienleben beeinträchtigt. Auch Hilfe für das persönliche Verhalten in Trennungssituationen oder Informationen zum Sorgerecht bieten Beratungsstellen an. „Oftmals hilft allein schon die Entscheidung, sich Hilfe zu holen, um Probleme besser zu bewältigen“, betont ein Erziehungsberater. Oft erlebe er, dass Erwachsene bei Schwierigkeiten mit Heranwachsenden vor allem selbst Hilfe benötigten. Wenn er dann den Schritt in die Beratungsstelle tue, sei der unzumutbaren Situation schon mal die Speerspitze genommen. Danach könne gemeinsam gearbeitet werden - sehr oft mit großem Erfolg für alle Beteiligten.

Weitere Informationen

Jugend- und Familienberatung
Ihmeplatz 5
30449 Hannover
Telefon: (05 11) 168-444 03
Fax: (05 11) 168-413 44

Im Notfall hilft die Pflegefamilie

Wenn die Krise da ist, duldet sie in der Regel keinen Aufschub mehr. Läuft es zu Hause in der Familie aus dem Ruder und drohen Kinder dabei zu Schaden zu kommen, kann das „Inobhutnahmesystem“ der Stadt helfen, das aus der sogenannten Clearingstelle und der Bereitschaftspflege in Kooperation mit dem Heimverbund besteht.

Die Einrichtung des Kommunalen Sozialdienstes sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren in Not- oder Krisensituationen vorübergehend anderswo untergebracht werden. An die Clearingstelle können sich sowohl Kinder und Jugendliche, deren Eltern wie auch Institutionen und die Polizei wenden. Außerdem vermittelt die Einrichtung bei Bedarf für Kinder bis zehn Jahren einen Platz in einer Bereitschaftspflegefamilie.

Inobhutnahmesystem
Clearingstelle/Bereitschaftspflege
Nikolaistraße 13
30159 Hannover
Telefon: (05 11) 168-499 44