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Miteinander „Wir sind Lobby und Fürsprecher“
Mehr Familie Miteinander „Wir sind Lobby und Fürsprecher“
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23:02 08.06.2017
Automatisiert und professionell: Mitarbeiter der Werkstätten verrichten ihre Arbeit in der Elektrorecyclingabteilung. Quelle: Hannoversche Werkstätten
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Hannover

Vor 40 Jahren zogen die ersten 350 Mitarbeiter in die Hannoverschen Werkstätten ein. Damit begann eine Erfolgsgeschichte für die Förderung von Menschen mit Behinderungen in Hannover. Heute sind es mehr als 1000 Menschen, die dort beschäftigt sind. „Wir wollen die Menschen begleiten und ihnen hier Chancen eröffnen und Möglichkeiten schaffen, ihr Leben zu gestalten und so zu leben, wie sie es möchten“, sagt Geschäftsführerin Vera Neugebauer. „Wir sind Lobby und Fürsprecher.“ Viel stärker seien sich Menschen mit Behinderungen heute ihrer Wünsche bewusst. „Da liegen Welten zwischen dem Anspruch vor 40 Jahren und heute. Den Menschen damals ist vieles einfach nicht zugetraut worden, man hat nur nach dem Mangel geschaut“, sagt die Diplom-Psychologin. „Unser Ansatz heute ist, auf das zu schauen, was die Menschen können.“ Dank Arbeitsangeboten in den Bereichen Handwerk und Landwirtschaft sowie im Dienstleistungssektor bis in die Gastronomie haben sie die Chance, selbstständig zu sein.

Seit 1977 sind die Werkstätten stetig gewachsen. 1991 beispielsweise wurde die Einrichtung Lüdersen mit einer Wohngruppe und Werkstattplätzen für autistische Menschen eröffnet, 2001 in Kirchrode eine Werkstatt für Sehbehinderte und Blinde. Seit 2009 gibt es die Betriebsstätte Rethen mit Bäckerei, Fleischerei, Bistro, Radwerkstatt, Autopflege- und Wäscherei. Im selben Jahr gründete sich die erste WG. „Nicht alle Menschen wollen in stationären Wohnheimen leben. Circa 250 Menschen leben allein, zu zweit oder in einer WG. Sie bekommen Unterstützung, indem geschulte Mitarbeiter ihnen im Alltag helfen.“

Ein großes Thema ist nach wie vor, adäquate Arbeit für die Menschen zu finden. „Wir suchen Tätigkeiten, die einfach strukturiert sind, aber über eine gewissen Kontinuität verfügen und die angemessen bezahlt werden“, sagt Vera Neugebauer. „Aktuell suchen wir Betriebskantinen, die wir beliefern können.“

Maike Jacobs

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