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22:58 08.06.2017
Fördern und fordern: Das Kinderzentrum des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hannover in Wennigsen bietet Kindern einen geschützten Raum zum Üben und Starkwerden. Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband Hannover
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Hannover

Gerade Kinder mit Beeinträchtigungen sind oft die schwächsten Glieder. Aber häufig schlummert in ihnen Entwicklungspotenzial. Damit sie gefördert werden, gibt es in Wennigsen das Kinderzentrum des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hannover. Es ist eine Einrichtung für Kindergarten- und Kleinkinder mit Entwicklungsstörungen bis hin zu geistigen Behinderungen. „Wir bieten ihnen einen geschützten Raum zum Üben und Starkwerden!“, betont Leiterin Anne Ersfeld.

Vor 40 Jahren wurde der heilpädagogische Kindergarten gegründet, untergebracht ist er in einer ehemaligen Dorfschule. „Wir haben ein wunderschönes Außengelände, ein sehr gutes Spiel- und Förderangebot in der Turnhalle, im Rhythmik- und Trampolinraum, weitere Räume für einzelne Therapie- und Fördermöglichkeiten. Mit Kleinbussen sind Exkursionen in Wald und umliegende Umgebung möglich“, sagt Ersfeld. 45 Plätze hat der Kindergarten, den ausschließlich Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf besuchen. „Sechs bis sieben Kinder werden von zwei Fachkräften und meist noch Hilfspersonal betreut“, sagt Anne Ersfeld. „Unser Ziel ist es, die Entwicklungsauffälligkeiten der Kinder zu mindern beziehungsweise Kinder mit Behinderungen zu fördern und in eine Gemeinschaft einzugliedern.“ Wohin danach für das einzelne Kind die Reise geht, ist verschieden. Manche können eine weiterführende Regeleinrichtung (Kiga, Schule) ohne oder mit besonderer Unterstützung besuchen, andere gehen in andere Fördereinrichtungen. „Unser Ziel ist dabei immer, dem Kind so viele stärkende ‚Inselerfahrungen‘ wie möglich mit auf den Weg zu geben“, sagt Ersfeld. Diese Arbeit wird durch psychologische und auch bewegungs- und sprachtherapeutische Begleitung unterstützt.

Um einen Platz zu bekommen und damit auch die Kosten übernommen werden, muss von Amtsärzten der Region eine Indikation erstellt werden. „Unser Einzugsgebiet umfasst die gesamte südliche Region Hannover, von daher müssen sich die Eltern in Geduld üben, es gibt leider auch bei uns eine Warteliste, die Aufnahme findet immer nur zum August statt.“ Zum Paritätischen Kinderzentrum gehören noch weitere Einrichtungen. „Neben dem Kindergarten gibt es die ambulante heilpädagogische Frühförderung für Kinder bis drei Jahre oder bis zur Aufnahme in eine entsprechende Einrichtung und einen Sprachheilkindergarten. Außerdem gehört ein örtlicher Regelkindergarten dazu“, sagt Anne Ersfeld.

Maike Jacobs

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