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Garten Diese Trends locken ins „grüne Wohnzimmer“
Mehr Garten Diese Trends locken ins „grüne Wohnzimmer“
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10:30 18.01.2018
 Zusammen die Freizeit im Grünen verbingen – das Gartenjahr 2018 wird gesellig und aktiv. Quelle: iStock

Auch wenn Nebel, Raureif und Winterlandschaften noch so sehr verzaubern – bei vielen Menschen ist die große (Frühlings-)Lust auf Garten, auf grüne Balkone und Natur längst erwacht. Doch witterungsbedingt müssen die meisten Gartenaktivitäten wie Säen, Graben, Pflanzen, Um- und Neugestalten noch warten. Nicht jedoch die Planungen für die kommende Outdoor-Saison! Doch was sind die Trends, die uns nach der winterlichen Zwangspause in den Garten locken? Ein Überblick:

„Bullerbü-Acker“: Der Garten wird zum Heile-Welt-Schutzraum

Das Leben verlagert sich in diesem Jahr noch stärker als bisher nach draußen – nicht nur tagsüber, sondern auch an den Abenden“, sagt Gartenplanerin Lilli Straub aus Esslingen. „Outdoor-Living“ beschreibt den Trend, den Außenbereich genauso wohnlich und gemütlich herzurichten wie den Innenbereich. Beim Bodenbelag, beispielsweise für Terrassen, seien die schon seit langer Zeit in Innenräumen genutzten, Schmutz abweisenden Keramikfliesen jetzt auch im „Garten-Salon“ der Renner, betont Straub. „Für das ‚hyggelige‘ Lebensgefühl im ‚grünen Wohnzimmer‘ sorgen wetterfeste Stehlampen, witterungsbeständige Teppiche, stylishe Polstermöbel und Textilien.“ In diesem Trend sieht die Gartenplanerin vor allem das Bedürfnis vieler Menschen bestätigt, sich eigene Ruheoasen zu schaffen: „Vor der Tür lauern für viele vermeintlich Gefahren. Die Gesellschaft – so scheint es – ist im Umbruch. Indem ich mir meinen eigenen Bullerbü-Acker schaffe, also einen Heile-Welt-Schutzraum, den ich mit Freunden und der Familien teile, sperre ich diese scheinbar unsichere Außenwelt aus“, vermutet die Expertin.

Das hyggelige Lebensgefühl

Wenn einer etwas von Gemütlichkeit versteht, dann sind es die Dänen: Aus ihrer Heimat stammt auch der Begriff hygge (sprich: „hüh-geh“), der sich wohl am ehesten mit heimelig oder anheimelnd übersetzt lässt. Für die Dänen bedeutet hygge so viel wie Geborgenheit, Heimeligkeit und Lebenszufriedenheit – am besten lässt sich diese Atmosphäre mit Kerzen, Kaminfeuer, Süßkram und guten Freunden herstellen. Ganz wichtig: Handy aus!

Open-Air-Küchen:  Kochen bei Wind und Wetter

Einfach nur mal schnell eine Bratwurst auf den Grill schmeißen? Nicht in diesem Jahr! Denn 2018 werden in der Outdoor-Küche ganze Menüs gezaubert, ohne dass dafür ständig ins Haus gependelt werden muss. Die Freiluft-Kochstätten trotzen ganzjährig Wind und Wetter, kommen unter anderem mit Härte erprobten Materialien wie Edelstahl, Beton oder Holz daher. Lilli Straub gibt seit zwei Jahren auf ihrem Blog (https://lilli-straub.com/blog/) viele kostenlose Gartentipps und informiert über Trends, die Gartenküche hat es ihr besonders angetan: „Sie ist zentraler Treffpunkt, ein Prestigeobjekt, an dem Freunde bequem bewirtet werden und alle gemeinsam vor Ort Speisen zubereiten, kochen, essen und das Leben draußen möglichst lange genießen können. Dafür sorgen unter anderem im Kochblock integrierte Spülen und Aufbewahrungsmöglichkeiten für Geschirr. Das Angebot an wetterfesten Außenküchen wächst ständig. Günstigere Varianten sind bereits ab etwa 1000 Euro zu haben, wenn Gartenbesitzer ihren Grillplatz auf eigene Faust erweitern. Werden individuell angefertigte Einzelstücke spezialisierter Hersteller verwendet, können die Kosten auch bei 20 000 Euro oder mehr liegen. Empfehlenswert sei auf jeden Fall eine Überdachung, damit Köche bei Regen nicht gleich flüchten müssten, rät Straub.

Apps fürs Beet: Smartphone erleichtert Gartenarbeit

Ob Apps, mit denen sich die Bewässerung neuer Pflanzen regeln lässt, die Beleuchtung des Außengeländes bedienen lässt, oder mit denen der Mähroboter gesteuert wird – 2018 hält die Digitalisierung weiter Einzug ins private Paradies. Planerin Lilli Straub: „Gärtnern mit dem Smartphone – bei diesem Trend kommen vor allem die Männer ins Spiel. Sie begeistern sich meist mehr für Technik, wollen Zeit und Fleiß sparen.“ Aber auch Pflanzenfreunde kommen mobil auf ihre Kosten. Ihnen gefällt eine Pflanze im Stadtpark? Dann müssen nicht mehr dicke Nachschlagewerke gewälzt werden, um herauszufinden, um welche Pflanze es sich handelt. Hilfe bietet beispielsweise die kostenlose Pl@ntNet-App zur Pflanzenbestimmung. Und so funktioniert es: Fotos von Blättern oder Blüten aufnehmen und in der App hochladen. Eine visuelle Erkennungssoftware aus einer Referenzdatenbank ermittelt anschließend den Namen und die Eigenschaften der von Ihnen fotografierten Pflanze. Ebenfalls nützlich für Vergessliche: Die App Plant Watering, die Sie zuverlässig daran erinnert, Ihre Pflanzen regelmäßig zu gießen!

Nachhaltigkeit ist Trumpf: Tomaten aus dem Topf

Selbst gezogenes Gemüse, frische Kräuter und leckeres Obst: Gerade in städtischen Gärten ist der Platz begrenzt. „Kein Problem ist das, wenn man auf kreative Ideen zurückgreift, wie die Pflanzen möglichst platzsparend angebaut werden können“, sagt Gartenplanerin Straub. Dazu zählten Hochbeete, in denen auch Naschobst und kleine Cocktailtomaten angebaut werden können genauso wie Himbeeren und Gemüse aus dem Topf. Die könnten selbst auf dem Balkon oder der Terrasse angebaut werden. „Der Trend zum sogenannten Urban Gardening und zu Nachhaltigkeit geht weiter. Vielen Hobbygärtnern ist es wichtig, ihren Kindern ein Vorbild zu sein. Und ihnen zu zeigen, wo das Essen herkommt, und was es braucht, damit Pflanzen wachsen.“ Die Motive dafür seien vielfältig: Umweltaspekte, gestiegenes Ernährungsbewusstsein oder eben der Wunsch, sich selbst mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

Von Julia-Marie Meisenburg

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