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Garten So bringen Sie Schärfe in Ihren Garten
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02:15 20.06.2016
Beliebt, scharf und leicht zu pflegen: Die rote Thai-Chili. Quelle: Fotolia
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Sieht schick aus und schmeckt fantastisch: Die eigene Balkon- oder Garten-Chili schlägt so manche Blühpflanze. Und wirklich kompliziert ist die Aufzucht auch nicht. Alles beginnt mit einer zierlichen Pflanze vom Wochenmarkt, aus dem Baumarkt oder von der Pflanzentauschbörse. Zwei oder drei Euro kosten Setzlinge oder kleine Pflanzen.

Wo sich die Pflanzen wohlfühlen

Chilis sind Paprika, und die Pflanzen sind herrlich pflegeleicht. Ein Standort im Süden oder Westen sollte es sein, damit sie genügend Wärme bekommen. Beim Topf sind sie wenig wählerisch. In einem Sommer hatte ich drei Sorten in einem 60-Zentimeter-Balkonkasten – mehr Platz ist besser, aber sie trugen reichlich und überstanden in der Küche sogar den Winter. Pflanztöpfe mit fünf oder sieben Litern Volumen sind ein guter Mittelweg: Sie geben der Pflanze reichlich Platz und stehen stabil, ohne zu viel Balkonfläche wegzunehmen. Im Garten können sie windgeschützt stehen – da viele Sorten einjährig sind, lohnt sich das Eingraben aber nur bedingt. Ein Pflanzstab oder ein kleines Spalier stützt die schweren Chilis und Paprika vor der Erntezeit.

Natürlich bestäuben lassen

Balkon- und Gartenchilis müssen eigentlich nicht bestäubt werden; das erledigen Bienen und der Wind. Andererseits ist es nicht viel Arbeit: ein paar Striche mit einem Pinsel über die Blüten – fertig. Fallen Blüten ab, ohne dass sich eine Chili-Beere bildet, ist das ein sehr eindeutiges Zeichen für Bestäubungsbedarf. Wer seine eigenen Samen weiter verwenden will, der sollte unbedingt von Hand bestäuben. Sonst könnten versehentlich Kreuzungen entstehen.

Das Gerücht, man müsse die „Königsblüte” abbrechen, also die erste Blüte der Pflanze, hält sich zwar hartnäckig, ist aber wirklich nicht mehr als ein Gerücht. Der Ertrag ändert sich dadurch nur um eine einzige Chili – die, die Sie abgebrochen haben.

Wie wird gedüngt?

Meine Chilis bekommen einmal in der Woche Dünger aus dem Fachhandel, stark verdünnt – Tomatendünger tut’s aber auch. Beide enthalten Stickstoff, Kalium, Magnesium und Phosphor. Im Hochsommer gieße ich sie vor dem Schlafengehen. Ein langes Wochenende ohne Pflege überstehen die Pflanzen problemlos, sie brauchen nicht jeden Tag Wasser. Regenwasser mögen die Chilis übrigens lieber als kalkiges aus der Leitung, sie wachsen dann besser.

Überwintern lohnt sich kaum

In der Regel tragen Chili-Pflanzen bis in den Herbst hinein Früchte – um draußen zu stehen, ist es dann schon viel zu kalt. Die Früchte verderben, wenn die Temperatur dauerhaft unter sieben Grad fällt. Wenn alle Chilis geerntet sind, wandern meine Pflanzen auf den Kompost. Zurückschneiden und überwintern lassen ist möglich, aber sinnlos: Die Erntemenge im zweiten Jahr ist schon deutlich geringer als im ersten.

Chilis schützen sich vor der Sonne

Im Juni wachsen an den meisten Pflanzen die ersten Chilis. Bis die reif sind, vergehen zwei bis drei Monate. Ein paar Tage nach dem Farbwechsel ist die beste Erntezeit, weich werden sollten die Beeren nicht. Grüne Chilis sind nicht reif. Sie können zum Kochen verwendet werden, haben ihren eigenen Geschmack und sind etwas weniger scharf; die Samen sind aber unbrauchbar. An einem dunklen, nicht zu warmen Ort im Haus reifen sie nach der Ernte aber noch nach. Schneller geht es mit Ethylen: Dieses Gas sondern Äpfel ab, es beschleunigt die Reifung. Erste Chilis früh zu ernten lohnt sich übrigens: Die Pflanze hat dann mehr Energie für neue Blüten übrig. Wenn sie noch grün sind, sollte die Beere beim Drücken zumindest ein wenig nachgeben. Keine Angst bei dunklen Stellen: Chilis schützen sich – wie auch unsere Haut – mit der dunklen Färbung vor der Sonneneinstrahlung.

Schoten einfach trocknen

Die meisten Chilis lassen sich gut lagern. Spezielle Dörrgeräte gibt es schon ab 25 Euro; vier Wochen an einem Faden aufgehängt trocknen dünnwandige Sorten aber auch. Der Lagerort sollte trocken sein, gern mit etwas Durchzug, damit die Chilis nicht faulen. Eilige können die Chilis für einige Stunden in den Backofen tun – sechs bis sieben Stunden bei etwa 75 Grad sollten das aber schon sein. Dann lohnt sich auch das Dörrgerät. Ich friere meine Chilis am liebsten in einer Dose ein. Schmale Sorten schneide ich beim Kochen mit einer Schere direkt in die Pfanne, rundlichere Formen zerkleinere ich mit einer feinen Küchenreibe. Und wenn das nächste Mal jemand erzählt, Chilis müsse man frisch essen, weil sie sonst ihre Schärfe verlieren, halten ich ihm lächelnd eine gefrorene Schoko-Chili hin und stelle zum Löschen einen Becher Joghurt bereit.

von Isabell Prophet

Von tiefroter Peperoni, brauner Schoko-Chili und der Lila Luzi

Jalapeño: Dickeres Fleisch, etwa 7,5 Zentimeter lang mit runder Spitze: Jalapeños eignen sich sehr gut zum Kochen, gefüllt mit Frischkäse zum Beispiel. Die Pflanzen werden bis zu 1,50 Meter groß – nach oben hin lassen sie sich aber auch kürzen und verzweigen sich dann stärker zu den Seiten.

Lila Luzi: Fast schwarze Blätter, die Beeren sind erst lila, dann gelb, orange und schließlich leuchtend-rot: Die Lila Luzi sieht schick aus und ja – man kann sie essen. Die Pflanze bleibt klein, bei etwa einem halben Meter ist Schluss.

Peperoni: Aus den Peperoni wird auch das bekannte „Rosen-Paprika”-Gewürz hergestellt. Die südostasiatische Gewürzpaprika kann mild oder pikant schmecken. Wirklich hoch werden die Pflanzen nicht, bei 60 bis 80 Zentimetern ist in der Regel Schluss.

Cayenne: Die meisten Cayenne-Sorten werden etwa hand-lang, einige drehen sich ein. Praktisch: Die schlanken Beeren lassen sich wunderbar trocknen. Es gibt gelbe, rote und eine lilafarbene Züchtung. Die Pflanzen werden nicht höher als einen Meter.

Habanero: Extra-scharf und mit viel fruchtigem Aroma sind die Habaneros mit Vorsicht zu genießen. Gezüchtet wurden sie auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan, dort gibt es super-scharfe Habanero-Sauce auch mal zum Frühstücksei. Wichtig: Sie reifen nur an der Pflanze. Nachreifen lassen, mit oder ohne Apfel-Beihilfe, funktioniert nicht. Die Pflanzen können bis zu 1,2 Meter hoch werden. Wegen ihrer runden Form sollten die Früchte im Gefrierfach aufbewahrt werden. Zu den Habaneros gehören auch die braunen Schokoladen-Chilis.

Spitzpaprika Orias F1: Diese Paprika waren meine größte Kochüberraschung. Sie werden etwa so lang wie eine Hand, sind dickwandig und sehen in jeder Hinsicht unschuldig aus. Tatsächlich sind aber gerade die nahe am Stamm gewachsenen Beeren durchaus scharf. Meine Pflanze blieb klein, sie können aber bis zu 70 Zentimeter hoch werden.

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