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Garten Brombeersüßer Sommer
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02:15 23.05.2016
Leckere Beerenfrüchte lassen sich nicht nur im Garten ernten. Auch Balkonbesitzer können Brombeeren züchten. Quelle: iStock
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Die besten Beeren im Spätsommer? Für mich sind das eindeutig die dunklen Brombeeren. Am liebsten selbstgeerntet, am liebsten frisch vom Strauch in meinem Joghurt zum Frühstück oder am Abend ins Sektglas. Große, saftige Beeren können wir mit ein wenig Hingabe an die Pflanze im eigenen Garten züchten – oder sogar auf dem Balkon.

In Baumärkten und Gärtnereien stehen günstige Jungpflanzen, je nach Entwicklungsgrad sollten sie zwischen fünf und 25 Euro kosten. Je später, desto wichtiger ist es, dass sich die Triebe schon entwickeln. Bis zur Erntezeit im August oder September kann die Pflanze gut gedeihen – allerdings erst im kommenden Jahr: Die weißen bis zart-rosafarbenen Blüten entstehen nur an Ästen, die mindestens zwei Jahre alt sind.

Was die Brombeere braucht

„Ideal ist es, wenn die Brombeeren an einem sonnigen Standort stehen”, rät Balkonexpertin Elisabeth Mecklenburg. Sie bloggt unter www.mein-nasch-balkon.de regelmäßig, hat ein gleichnamiges Buch geschrieben und weiß Rat zu allen erdenklichen Pflanzen. Sie rät zum Spalier, gern windgeschützt nah an der Hauswand, nach Süden oder Westen raus. Wässern Sie den jungen Strauch vor dem Einpflanzen ruhig gründlich, dann wächst er besser an.

Auch auf diesem Balkon hat ein Hobbygärtner Beerensträucher gepflanzt – die aber noch in größere Kübel umziehen. Quelle: istock

Großstadtbedingt stehen meine Brombeeren auf dem Balkon. Ist das eine gute Idee? Geht so, sagte mir einst ein Botanik-Professor. Aber doch: Es funktioniert. Wenn Sie Brombeeren auf dem Balkon züchten wollen, werden Sie auf jeden Fall etwas Platz opfern müssen. Mit viel Sonne und angemessener Bewässerung kann ich im Spätsommer leckere Beeren ernten. Minimum ist ein 25-Liter-Topf, so viel gehen zum Beispiel in einen quadratischen Kübel mit 37 Zentimetern Kantenlänge. Mehr Platz ist noch besser.

Wachsen am Spalier

Zum erwähnten Spalier kann ich nur raten. Die Beeren glänzen in der Sonne, doch das Chaos ist nur durch einen Radikalschnitt wieder in den Griff zu kriegen. Junge, noch bewegliche Triebe sollten daher um das Spalier gewickelt werden. Wenn die Ranken später schwer werden, können sie zusätzlich angebunden werden. Auf dem Balkon funktionieren befestigte Rankgitter dafür gut, im Garten können einfach Drähte mit einer Unterarmlänge Abstand gespannt werden. Ein Pflanzstab spart Platz, wenn die Triebe um ihn ranken. Warnung: Das macht Arbeit. Gegossen werden sollten Brombeeren nicht zu stark, aber regelmäßig, vor allem im Sommer. Wer am Abend gießt, der verliert weniger Nässe an die Hitze des Tages. In heißen Wochen gieße ich die Brombeeren gemeinsam mit den Tomaten noch einmal früh am Morgen. Vorher sollte unbedingt die Feuchtigkeit der Erde geprüft werden – bei Staunässe kann das Wurzelwerk faulen. Auf dem Balkon ist ein großer Topf mit Drainage deshalb Pflicht, eine Schicht kleiner Steine reicht dafür aber völlig aus. Darüber sollte ein Vlies liegen, damit die Erde nicht zwischen die Steine sickert.

Düngen erlaubt, aber nicht zu viel

Balkon-Expertin Elisabeth Mecklenburg rät zu Dünger: „Wer handels-üblichen Dünger verwendet, sollte im Frühjahr ca. 20 bis 40 Gramm pro Quadratmeter Beerendünger in den Boden einarbeiten.” Wenn nach der Ernte das Laub schlapp macht, gibt sie noch einmal etwa 20 Gramm pro Quadratmeter dazu. Zuviel darf es im Spätsommer aber nicht sein: „Eine zu starke, späte Düngung schadet der Winterhärte.” Eine Rute, die getragen hat, sollte nach der Ernte abgeschnitten werden, rät Mecklenburg. Die Stärksten unter den Jüngeren dürfen bleiben, sie tragen dann im kommenden Jahr.

Wie schütze ich die Pflanze?

Neue Züchtungen wie viele der Navaho-Sorten halten schon einiges aus. Schutz braucht die Pflanze vor allem vor dem Wind: Sie muss stabil stehen, spätestens wenn die Triebe kniehoch wachsen, sollten sie festgebunden werden. Der Duft der zarten Blüten lockt nützliche Bienen an, Lieblingsfeind der Pflanze ist aber die Brombeergallmilbe. Wachsen die Früchte ungleichmäßig oder bleiben einige hellrot, dann könnte die Pflanze befallen sein. Da hilft nur noch, die betroffenen Triebe zurückzuschneiden. Vor allem zum Winter hin sollten keine Beeren verbleiben. Chemiekeulen gibt es in der Gärtnerei zu kaufen, ein Hausmittel ist Rapsöl – danach sind auch die Früchte noch essbar.

Geeignete Sorten finden

Brombeersorten gibt es genug, doch nicht jede eignet sich für den Balkon, da sie schnell in die Höhe wachsen können. Quelle: istock

Welche Brombeere zu Ihrem Heim passt, hängt vor allem vom Standort ab. In einem Garten mit viel Platz kann der Strauch sich natürlich ausbreiten; auf dem Balkon sollte er lieber schmal in die Höhe wachsen – das können übrigens auch mal drei Meter werden. Der Klassiker heißt „Theodor Reimers”, das ist die Sorte, die unsere Eltern meist schon im Garten hatten. Die Pflanzen sind zwar stachelig, dafür aber robust und die Beeren sind frisch vom Strauch sehr lecker. Wer keine Dornen mag, kann zur leicht säuerlichen „Loch Ness” oder zur festen „Lubera Navaho” greifen. Letztere wird etwa zwei Meter hoch und gilt ebenfalls als sehr robust. Weil sie zu einer Säule wächst, kann sie gut auf dem Balkon oder in kleinen Gärten stehen.

Mecklenburg empfiehlt außerdem die Zwergbrombeeren: „Je nach Sorte erreichen diese Brombeeren mit einem buschigen, kompakten Wuchs eine Höhe zwischen 60 Zentimetern und einem Meter und sind daher ideal für die Kübelhaltung.”

Von Isabell Prophet

Himbeeren gedeihen ebenso

Wer lieber Himbeeren nascht, der muss nicht viel anders machen als der Brombeer-Liebhaber. Auch der Himbeerstrauch sollte in der Sonne stehen, am liebsten im Süden oder Südwesten. Ein Rankgitter helfen der Pflanze, stabil zu bleiben. Vorsicht: Sie wächst sehr schnell. Idealerweise steht sie schon früh in einem großen Topf (gern 33 Zentimeter Durchmesser oder mehr) mit einer Drainage oder einem Untersetzer. Die Pflanze wird gut zwei Meter hoch – das muss der Topf aushalten und der Balkon muss es hergeben.

Beliebt ist derzeit die Säulen-Himbeere „TwoTimer“. Die trägt, der Name verrät es, zweimal im Jahr. Früh im Juni und ab August dann noch einmal. Die Früchte sind groß, die Pflanze wird etwa 1,80 hoch, ein Rankstab gibt ihr Stabilität. In saftigem Geldgold gibt es die Sorte übrigens auch. Wer weniger Platz hat oder wem der Windschutz fehlt, der kann zur Zwerghimbeere greifen. Die „Red Princess“ wird nur etwa einen Meter hoch und bietet Sommerwinden deshalb weniger Angriffsfläche. Erste Früchte trägt sie Mitte August. Für sie reicht auch ein kleinerer Topf.

Auch die Himbeeren gedeihen gut mit ein wenig Dünger. Wenn die letzten Beeren abgeerntet sind, ist Zeit für den Schnitt. Die jungen Triebe, erkennbar an ihrer grünen Farbe, kommen ab, nur die stärksten bleiben stehen – vier oder fünf bei großen Pflanzen.

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