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Pflegeleicht und ökologisch wertvoll

Nadelbäume Pflegeleicht und ökologisch wertvoll

Grünes fällt im grünen Garten wenig auf – bis der Winter kommt und Laubbäume und viele Sträucher kahl sind. Immergrün sind Nadelbäume wie der Wacholder. Sein Vorteil: Es gibt ihn in vielen Wuchsformen – allerdings gehört er nicht in den Kleingarten.

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Die Zapfen des Wacholders werden umgangssprachlich Wacholderbeeren genannt.

Quelle: iStock

Der Wacholder hat eine Grundeigenschaft, die viele Hobbygärtner suchen: Er ist pflegeleicht. „Den säulenförmigen Sorten kann man in der Jugend durch Schnitt der Form einen Kick geben“, sagt Holger Hachmann vom Bund Deutscher Baumschulen in Berlin. Im Alter sind die Nadelbäume mit Zapfen, die wie kleine Beeren aussehen, aber ein Selbstläufer.

Was viele nicht wissen: Der Wacholder ist außerdem ökologisch wertvoll, denn seine männlichen Blüten sind im Frühling Pollenspender für die Bienen. „In dem dichten Astwerk nisten Vögel gerne“, sagt Baumschulmeister Hachmann. Und diese ernähren sich wiederum von den Beerenzapfen, die auch als Gewürz in der Küche beliebt sind.

Wacholder ist in unterschiedlichen Varianten erhältlich. Man unterscheidet zwischen den säulenförmig wachsenden, den kriechenden und den überhängend, trauernden Formen von Wacholder.

Säulenförmig: Der beliebstete Vertreter der säulenförmigen Wacholder ist die Sorte „Blue Arrow“ der Art Juniperus scopulorum – auch als Raketenwacholder bezeichnet. „Die säulenförmigen Wacholder übernehmen in unseren mitteleuropäischen Gärten die Funktion einer mediterranen Zypresse“, sagt Hachmann. Vor allem in Italien werden diese schlanken, hohen Gehölze als markante Elemente der Gartengestaltung verwendet, allerdings fehlt ihnen in unseren Breiten die nötige Winterhärte. Die Sorte „Blue Arrow“ zeichnet sich durch einen sehr schlanken Wuchs und eine schöne Blaufärbung der Nadeln aus. Die Sorte „Skyrocket“ wächst ähnlich, allerdings ist sie anfälliger für Krankheiten wie das sogenannte Zweigsterben. Ein bauchiger Wuchs und stahlblaue Nadeln zeichnen wiederum die Sorte „Wichita Blue“ aus.

Foto: Der beliebteste Vertreter der säulenförmigen Wacholder ist die Sorte „Blue Arrow“. Er wird auch als Raketenwacholder bezeichnet.

Der beliebteste Vertreter der säulenförmigen Wacholder ist die Sorte „Blue Arrow“. Er wird auch als Raketenwacholder bezeichnet.

Quelle: dpa

Kriechend: „Die kriechenden Arten und Sorten werden klassisch als Bodendecker verwendet“, erläutert Hachmann. Sie dienen überhängend auch als Schmuck von Mauern. Als besonders gesunde Form empfiehlt er die Sorte „Ice Blue“ des Teppich- oder Kriechwacholders (Juniperus horizontalis). Sie hat silbrig blaue Nadeln, bildet eine dichte Verzweigung, und ihr Stamm erreicht nach etwa zehn Jahren einen Durchmesser von einem knappen Meter. Sie wird nur maximal 50 Zentimeter hoch. Schöne Alternativen sind Sorten mit weiß-bunten oder gelben Nadeln, die man durch ähnliche Blütenfarben oder Natursteine im Umfeld des Kriechwacholders betonen kann.

Überhängend: Exemplare mit dieser Wuchsform stammen vor allem vom Virginischen Wacholder (Juniperus virginiana) ab. Seltener ist die Form Juniperus rigida „Pendula“. Ein schöner Vertreter der Wuchsgruppe ist die gleichnamige Sorte „Pendula“ der Art Juniperus virginiana. Sie schmückt ihre Seitentriebe mit grünen Nadeln und erreicht dabei eine Höhe von maximal zwei Metern und eine Breite von gut einem Meter.

Standort: Wacholder haben es gern sonnig im Garten. „Die Standortbedingungen kann man sehr schön vom Naturstandort des heimischen Wacholders in der Lüneburger Heide ableiten“, erläutert Hachmann. Dort gibt es lehmigen Sand, den Wacholder auch bevorzugen. Arme Böden sind kein Problem. Nach seinen Erfahrungen kommt es aber auf feuchten, zu nährstoffreichen Böden eher zu Krankheiten wie das durch Pilze verursachte Zweigsterben, während nährstoffarme Böden die Entwicklung des Gehölzes deutlich ankurbeln.

Krankheit: Es gibt einen Nachteil, um den Hobbygärtner wissen sollten: „Der Wacholder ist Wirtspflanze für den Birnengitterrost“, erklärt Marianne Genenger-Hein, Geschäftsführerin des Landesverbandes Rheinland der Gartenfreunde. Sie rät daher davon ab, den Wacholder in Kleingartenanlagen zu pflanzen. „Meist reicht schon ein Baum, um die Ausbreitung dieses Rostpilzes an den Birnbäumen in einer ganzen Anlage zu fördern“, sagt Genenger-Hein.

Befallene Obstgehölze erkennt man leicht an orangefarbenen Flecken auf dem Laub. Dreht man die Blätter um, so entdeckt man auf der Unterseite Sporenbehälter des Pilzes, die gitterförmig aufreißen, wenn sie reif sind. Durch die geschädigten Blätter werden die Bäume geschwächt, die Ernte wird vermindert, und nicht selten fördert der Pilz als Stressfaktor letztendlich das Absterben des ganzen Baumes.

Von Dorothée Waechter

Wacholder als Solitärpflanze

„Gestalterisch ist der Wacholder eher ein Einzelgänger“, sagt Baumschulmeister Holger Hachmann. Wird er als Solitär in den Garten gesetzt, kommt seine Wuchsform besser zur Geltung. Der Wacholder kommt auch gern auf dem Friedhof zum Einsatz. „Häufig wird rechts und links vom Grabstein ein säulenförmiger Wacholder gepflanzt“, erläutert der Experte. Passende Begleiter sind neben Heidekraut Nelken, Thymian und Wildrosen, die ebenfalls auf einem sandigen Lehmboden gut gedeihen.

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