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So überlebt der Weihnachtsbaum im Topf

Ratgeber So überlebt der Weihnachtsbaum im Topf

Die geschnittene Nordmanntanne ist in Deutschland zu Weihnachten der Hit im Wohnzimmer. Sie hat einen Marktanteil von 75 bis 80 Prozent. Doch immer häufiger sieht man auch Weihnachtsbäume im Topf im Handel. Worauf sollten Käufer dabei achten?

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Die Auswahl an Nadelgehölzen im Topf steht der an geschlagenen Weihnachtsbäumen kaum nach, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Quelle: dpa

Alle Jahre wieder erstrahlen zur Weihnachtszeit in vielen Wohnungen geschmückte Bäume in festlichem Glanz. Doch nicht immer müssen dafür Tannen, Fichten und Kiefern gefällt werden. Der Handel bietet auch eine Auswahl an Nadelbäumen, die in einem Topf wachsen. „Wer einen Weihnachtsbaum im Container kauft, hat einen doppelten Nutzen: Er kann ihn nach den Feiertagen in den Garten auspflanzen und ihn so erhalten“, erklärt Martin Sämann, Mitglied im Gremium Immergrüne und Koniferen im Bund deutscher Baumschulen (BdB).

Die Auswahl an Nadelgehölzen im Topf steht der an geschlagenen Bäumen kaum nach, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Neben Schwarzkiefer (Pinus nigra), Korea-Tanne (Abies koreana), Sibirischer Fichte (Picea obovata), Kolorado-Tanne (Abies concolor) und Edeltanne (Abies nobilis) gibt es laut Sämann auch die beliebtesten Weihnachtsbäume im Topf zu kaufen: die Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana) und die Blaufichte (Picea pungens) mit ihren blaugrünen, spitzen Nadeln.

Die Zuckerhutfichte als Weihnachtsbaum?

Ebenfalls im Angebot, aber als weniger empfehlenswert gilt die Zuckerhutfichte (Picea glauca var. albertiana „Conica“). „Die Zuckerhutfichte ist ein Ziergewächs für den Garten, drinnen werden Sie nur wenig Freude mit ihr haben“, sagt Bernd Oelkers, Vorsitzender des Bundesverbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland.

Durch ihre Kegelform sieht die kleinwüchsige Zuchtform der Weiß-Fichte zwar aus wie ein Christbaum aus dem Bilderbuch. Ihr Nachteil: „Ihre weichen Nadeln werden schnell braun, und sie ist sehr anfällig für Fäulnis“, erklärt Oelkers.

Bäume im Topf sind meist kleiner

Unabhängig davon, für welchen Nadelbaum im Topf man sich letztlich entscheidet: Bei der Größe muss man deutliche Abstriche machen. „Traditionell schmücken wir unser Wohnzimmer mit durchaus pompösen und imposanten Naturbäumen, die mindestens 175 Zentimeter groß sind. Weihnachtsbäume im Container sind in der Regel nur zwischen 80 und 130 Zentimeter hoch“, erläutert Oelkers. Und beim Kauf gilt es, nicht nur auf die Ästhetik und einen schönen Wuchs zu achten. „Der Baum muss ordentlich im Topf stehen, und die Proportionen zwischen Topf und Pflanze müssen stimmen, damit sie nicht bei jedem Windstoß umfällt“, betont Sämann. Auch das Nadelkleid sollte man sich genauer ansehen: Braune, trockene Nadelspitzen seien kein gutes Zeichen.

Auf die Wurzel kommt es an

Wichtigste Voraussetzung für ein Weiterleben ist ein gesundes Wurzelwerk. „Der Wurzelballen sollte schön und fest in sich gewachsen und nicht brüchig sein“, rät Marja Rottleb, Gartenexpertin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Empfehlenswert sind Bäume, die von klein auf in Containern gezogen oder von Baumschulen mehrfach fachgerecht verschult – sprich umgetopft – wurden.

Von Nadelgehölzen, die ausgestochen wurden, sollte man besser die Finger lassen. Sie sind zwar oftmals günstiger im Preis, das Geld ist allerdings verschenkt: „Sobald seine Wurzeln verletzt wurden, ist ein Baum nicht mehr überlebensfähig“, so Rottleb. Darüber hinaus empfiehlt die Nabu-Expertin, auf die Herkunft des Baums zu achten. Er sollte nicht nur heimisch, sondern auch ökologisch angebaut worden sein, „damit man sich keine Pestizide ins Wohnzimmer holt“.

Lieber erst mal kühl lagern

Da der Nadelbaum in der Vorweihnachtszeit in der Regel kühles Wetter gewohnt ist, ist es sinnvoll, ihn nicht sofort nach dem Kauf in das Wohnzimmer zu stellen. „Am besten akklimatisiert man ihn ein bis zwei Tage im Keller oder in der Garage“, rät Oelkers. Im Zimmer sollte der Baum einen hellen Standort bekommen. Gedüngt werden muss das Nadelgehölz nicht. Allerdings sollte es regelmäßig alle zwei bis drei Tage gegossen werden – am besten von unten über eine untergestellte Schale. Der Container sollte daher Löcher im Boden haben.

Anders als der geschnittene Baum sollte das Weihnachtssymbol im Topf nur wenige Tage im Zimmer stehen. Und das am besten möglichst kühl, damit er nicht antreibt und weiterwächst. „Je wärmer die Pflanze steht, umso mehr Stress bedeutet das für sie“, erklärt Sämann. Schließlich muss sie nach dem Weihnachtsfest wieder nach draußen umziehen. Auch hier ist es ratsam, den Baum wieder ein bis zwei Tage lang zu akklimatisieren und den Wurzelballen anschließend gegen Frost zu schützen, damit er nicht durchfriert.

Nach dem Frost auspflanzen

Trotz aller Bemühungen: Dass der Nadelbaum im Topf ein weiteres Weihnachtsfest erlebt – da sind die Gartenexperten eher skeptisch. „Wenn der Topf groß genug, das Substrat qualitativ gut ist und der Baum regelmäßig gewässert und gedüngt wird, ist es einen Versuch wert“, sagt Sämann. „Erfahrungsgemäß geht das aber nach hinten los.“

Daher wird der Baum am besten in den Boden gegeben, sobald dieser frostfrei ist. Allerdings sollte man ihn wirklich nur in den Garten setzen. „Die Bäume gelten als Gartenabfälle und dürfen nicht einfach so in die Landschaft gepflanzt werden. Das ist gesetzlich verboten“, betont Rottleb. Und wenn man keinen eigenen Garten hat? „Den Baum an Nachbarn, Verwandte oder Freunde mit Garten verschenken oder sich bei der Stadt und Gemeinde erkundigen, wo man ihn pflanzen darf.“

Von Melanie Öhlenbach

Damit der Baum lange schön bleibt

Es lässt sich im Winter kaum vermeiden, dass der Weihnachtsbaum bald nadelt – denn sein größter Feind ist die Heizungsluft. Daher rät der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland dazu, ihn nicht direkt an die Heizung zu stellen. Daneben ist zu beachten:

Nach dem Kauf den Baum erst mal im Netz belassen und an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien oder in der kühlen Garage lagern. Das Stammende in einen Eimer mit Wasser stellen.

Den Baum einige Tage vor dem Schmücken im Zimmer aufstellen. Er braucht diese Zeit, um die Äste wieder in die richtige Position zu bringen. Zuvor den Stamm zwei bis drei Zentimeter anschneiden. Praxistipp: Den Baum noch im Netz in den Ständer geben und dieses dann von unten nach oben aufschneiden und abnehmen.

Ein etwa zwei Meter hoher Weihnachtsbaum benötigt täglich bis zu zwei Liter Wasser.

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