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Garten So bleibt das Gemüse im Winter frisch
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11:59 10.01.2018
Auch nach der Einlagerung in Kisten oder im Keller etwa kann Gemüse und Obst wie frisch geerntet schmecken.  Quelle: Klein, unsplash

Die Gemüsesaison ist vorbei, die Ernte war gut. Bleibt die Frage: Wie kann ich mein Gemüse über den Winter lagern? Viele Obst- und Gemüsesorten lassen sich monatelang ohne große Qualitätsverluste lagern. Unter den richtigen Bedingungen bleiben Vitamine und Inhaltsstoffe über den Winter weitgehend erhalten. Man muss nur wissen, welche Lagermethode optimal ist.

Gemüse für die  Lagerung vorbereiten

Bereits auf dem Beet können Sie Ihr Gemüse optimal auf das Winterlager vorbereiten. Zum einen, indem sie lagerfähige Gemüse auswählen. Das sind vor allem die spät reifenden Sorten. Beim Knollengemüse etwa später Kohlrabi, Rettich, Rote Bete, Rüben, Wurzelpetersilie, Sellerie und Pastinaken. Auch Kopfkohl oder Winterlauch lässt sich hervorragend lagern. Angaben zur Lagerfähigkeit findet man oft auf den Saatguttüten.
Zum anderen lässt sich die Lagerfähigkeit ihres Gemüses erhöhen, indem sie es nicht zu stark und nur mit organischen Düngemitteln düngen. Überdüngtes Gemüse sieht zwar super aus, macht aber bei der Lagerung schnell schlapp. Gut gelagertes Bio-Gemüse schmeckt auch, wenn der Winter fast vorbei ist, noch frisch.

Ganz wichtig für die Lagerfähigkeit ist auch der richtige Erntezeitpunkt. Nur gut ausgereiftes Gemüse übersteht das Winterlager ohne Qualitätsverluste. Bei Knollengemüse werden die Blätter vor der Einlagerung entfernt, nur ein kurzer Strunk sollte stehen bleiben. Beim Kopfkohl die Hüllenblätter und auch ein Stück vom Strunk besser dranlassen.

Gemüse wird vor dem Umzug ins Lager nicht gewaschen. Grobe Erdreste einfach antrocknen lassen. Die Erdschicht schützt das Gemüse über Winter vor dem Austrocknen. Beschädigtes Gemüse darf nicht gelagert werden. Es würde das gesunde Gemüse anstecken, also besser schnell aufessen. Deshalb sollten Sie auch einmal in der Woche das Lager kontrollieren und faules Gemüse sofort entfernen. Ein wichtiger Punkt: Obst und Gemüse muss immer getrennt gelagert werden. Äpfel strömen bei der Lagerung ein Reifegas aus, das anderes Obst und Gemüse schnell verderben lässt.

Verschiedene Lagermethoden  für Gemüse

Die meisten Gemüsesorten lagern gerne kühl, bei hoher Luftfeuchtigkeit und dunkel. Es gibt aber ein paar Ausnahmen. Fangen wir mal mit den wenigen Sorten an, die sich auch im Warmen wohlfühlen.

Zwiebeln, Schalotten und Knoblauch dürfen in der Wohnung überwintern. Bei meiner Oma hingen sie zu einem schönen Zopf geflochten auf dem Speicher. Aber wer hat heute noch einen dafür geeigneten Speicher? Wir nicht. Allerdings habe ich auch schon lange keine Zwiebeln mehr angebaut. Die Zwiebelfliege hat mir das verleidet. Knoblauch habe ich schon. Er wächst im ganzen Garten verteilt. In unserer Küche ist es aber zu warm, deshalb lagere ich ihn in der Gartenlaube.

So nutzt man den Keller als Lagerort

Haben Sie einen alten Keller mit gestampftem Lehmboden und dicken Wänden? In dem konstant eine Temperatur von etwa zehn Grad Celsius bei hoher Luftfeuchte herrscht? Dann Glückwunsch, eine bessere Lagermöglichkeit für Gemüse gibt es kaum. Alles, was Sie brauchen, sind ein paar Kisten mit Sand und Lagerstiegen mit luftigem Gitterboden. Kohlköpfe werden in Zeitungspapier eingeschlagen. Knollengemüse einfach lagenweise mit dem leicht angefeuchteten Sand bedeckt. Heute sind die meisten Keller zu warm und zu hell. In der Folge treibt Gemüse schnell aus und verdirbt.

Die Chancen, über einen frostfreien Schuppen, eine Gartenlaube oder eine Garage zu verfügen, stehen schon deutlich höher. In unserer Gartenlaube fallen die Temperaturen nur in sehr harten Wintern unter null Grad. Meist herrschen dort ganz gute Überwinterungsbedingungen für Gemüse mit Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius. Wir lagern dort Kürbisse und Äpfel. Das Reifegas der Äpfel macht den hartschaligen Kürbissen nicht so viel aus.

Gemüse in der Erde aufbewahren

Die Erdmiete oder der Erdkeller ist etwas aus der Mode geraten. Dabei bieten beide ideale Möglichkeiten, Gemüse über Winter zu lagern. Eine Erdmiete wird im Freien angelegt und muss gut gegen Wühlmäuse und andere Nagetiere geschützt werden. Im Prinzip besteht eine Erdmiete aus einem etwa 50 Zentimeter tiefen Erdloch, das mit engmaschigem Draht und einer dicken Sandschicht ausgekleidet wird. Die Wände werden mit Stroh oder Holz isoliert. Das Gemüse lagert in Sand. Verschlossen wird die Erdmiete mit einem Holzbrett. Obendrauf kommt entweder ein Ballen Stroh oder ein Sack mit Styropor und am besten noch eine Folie zum Schutz vor Nässe. Sie können eine Erdmiete auch in einem Gewächshaus oder in einem Frühbeet anlegen. Dort ist sie gut vor Feuchtigkeit geschützt und die Frostgefahr ist geringer.

Kleine Mengen Gemüse kann man gut in Kisten lagern. Dabei macht man sich das Prinzip der Erdmiete zu eigen und dreht es quasi um. Man braucht dazu eine ausreichend große Holzkiste. Styroporboxen sind ebenfalls gut geeignet. Aber auch Plastikkisten, z. B. ein Baukübel mit Deckel, dienen dem Zweck. Hier müssen Sie in den Deckel allerdings eine Entlüftungsmöglichkeit, z. B. ein Loch mit einem Stück Schlauch darin, einbauen. Die Kiste wird mit Stroh ausgekleidet (bei Styropor nicht nötig) und mit leicht feuchtem Sand gefüllt. Das Gemüse wird schichtweise eingelagert und jeweils mit Sand bedeckt. Als Füllmaterial können Sie auch Perlit verwenden. Das ist ein aufgeschäumtes vulkanisches Gestein mit guten klimatischen und isolierenden Eigenschaften. So eine Kiste kann sogar auf dem Balkon stehen und Sie den ganzen Winter über mit eingelagertem Gemüse versorgen.

Gemüse im Beet überwintern

Verschiedene Gemüsesorten können einfach auf dem Beet überwintern. Brokkoli, Sellerie, Kohlrabi, Rettich und Rote Bete halten ohne Probleme Temperaturen bis minus fünf Grad aus. Wird es kälter, müssen sie mit einem Vlies oder einem Folientunnel abgedeckt werden. Noch härter im Nehmen sind Grünkohl, Rosenkohl, Spinat, Feldsalat, Winterzwiebeln, Lauch, Wurzelpetersilie, Meerrettich, Pastinake, Topinambur, Schwarzwurzeln und Mangold. Temperaturen bis minus zehn Grad lassen sie völlig kalt. Allerdings besteht bei der Überwinterung auf dem Beet die Gefahr, dass ungebetene Gäste mitessen. Wühlmäuse, Kaninchen und Hasen freuen sich über den gedeckten Tisch. Ich lasse daher nur Gemüse im Hochbeet stehen und hoffe, die hungrigen Kaninchen wagen den Sprung nicht.

Lästig: Die Zwiebelfliege

Vor allem die im Frühjahr angebauten Speisezwiebeln werden von der Zwiebelfliege befallen – grundsätzlich gilt sie als bedeutender Schädling aller Lauchgewächse. Welken die jungen Steckzwiebeln oder Aussaaten kurz nach dem Aufkeimen, deutet das auf einen Befall hin ebenso wie verdrehtes Laub oder gelbgraue Verfärbungen. Mit zeitig ausgebreiteten Gemüsefliegennetzen kann Abhilfe geschaffen werden.

Von Anja Klein

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