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15:13 25.01.2018
Trügerisches Idyll: Im Winter verwaiste Kolonien sind vor Einbrüchen und Vandalismus nicht immer sicher. Quelle: Fotolia
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Wie lassen sich Gartenlauben sichern?

Um Einbrechern ihr Vorhaben zu erschweren, empfehlen Polizei und Versicherungen, vor allem vor der Winterruhe bestimmte Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Dazu gehört das richtige Verriegeln der Türen und Fenster. Türen sollten mit Zylinderschlössern und Sicherheitsschließblechen abgesichert werden. Auch die Fenster von Gartenlauben sollten nicht einfach nur geschlossen, sondern zusätzlich mit abschließbaren Schlössern versehen werden. Dadurch wird den Tätern das sonst einfache Aufhebeln erschwert. Wer auf Nummer sicher gehen will, deckt alle Fenster und Türen zudem mit massiven Holzplatten ab. Als Alternative können auch Gitter vor die Fenster montiert werden. Matthias Voss, auf Kleingärten spezialisierter Versicherungsagent der Feuersozietät Berlin, gibt allerdings zu bedenken, dass man aus einer Laube keinen Hochsicherheitstrakt machen sollte: „Dann wird die Neugierde von Einbrechern und Dieben unter Umständen noch mehr geweckt.“

Stabile Schlösser schrecken ab

Im Gegensatz zu sogenannten Buntbartschlössern erschweren Zylinderschlösser und Sicherheitsschließbleche Eindringlingen deutlich den Zutritt zum Gartenheim. Selbst, wenn die Täter die Tür gewaltsam aufbrechen wollen. Zusätzlich bieten Scharniersicherungen Schutz vor einem möglichen Aushebeln der Tür. Ein Ersatzschlüssel sollte allenfalls beim Nachbarn, nie aber unter der Fußmatte deponiert werden.

Was ist mit Gartengeräten?

Gartengeräte, wie Spaten, Hacken und Leitern, sollten laut Voss nach Möglichkeit sicher verschlossen sein, da diese sonst den Tätern als Einbruchhilfe dienen könnten. Auch Nachbarn sollten diesen Tipp befolgen, denn die Täter suchen auch in der Nähe nach Einbruchwerkzeug. Des Weiteren sollten Bargeld und Wertgegenstände aus der Laube, wie Fernseher, Radioanlagen und sonstige elektrische Geräte, an einem sicheren Ort gelagert werden. Verstecke für Notschlüssel machen die Einbrecher oft ausfindig. Auf keinen Fall sollten daher Schlüssel unter der Fußmatte, in Dachrinnen oder in Blumenkästen versteckt werden. Grundsätzlich gilt: Der eigene Reichtum sollte nicht im Garten präsentiert werden. Die Polizei empfiehlt zudem, in den Wintermonaten das Laubengrundstück in bestimmten Abständen zu kontrollieren, um Veränderungen und Auffälligkeiten zeitnah zu bemerken. Weitere Tipps zur Sicherung der Gartenlaube gibt es regelmäßig bei den zuständigen polizeilichen Beratungsstellen. „Insgesamt sind bei den Laubenbesitzern ganz unterschiedliche Abwehrtaktiken gegen Einbrecher zu beobachten“, berichtet Voss. „Das reicht von Alarmanlagen bis hin zu mit Absicht offen gelassenen Türen.“

Wie können Nachbarn helfen?

Ein guter Kontakt zu den Laubennachbarn kann zusätzlich dabei helfen, Einbrecher abzuschrecken. Um  sich im Bedarfsfall schnell gegenseitig über Schäden oder verdächtige Beobachtungen informieren zu können, sollten Adressen und Telefonnummern ausgetauscht werden.

Was ist zu tun, wenn doch eingebrochen wurde?

Im Falle eines Einbruchs sollte unverzüglich die Polizei alarmiert werden – ohne vorher selbst etwas angefasst zu haben. Bis zur Beendigung der Spurensicherung durch die Beamten sollten keine Veränderungen an dem betroffenen Garten und der Laube vorgenommen werden. Ansonsten würden die Ermittlungen erschwert. Zudem sollte unverzüglich die  zuständige Versicherung über den Vorfall und den entstandenen Schaden informiert werden. Hilfreich ist es zudem, eine Liste mit den entwendeten Gegenstände zu erstellen, um diese bei der Versicherung einreichen zu können. Und noch etwas ist unbedingt nötig:„Damit wir als Versicherung einspringen können, muss der Versicherungsnehmer eine Anzeige bei der Polizei erstatten“, sagt Experte Matthias Voss.

Wer richtig versichert ist, bekommt Einbruchschäden ersetzt. Quelle: Pixabay

Lassen sich Lauben versichern?

Vom Gesetzgeber gibt es keine Versicherungspflicht für Kleingärten und darauf befindliche Lauben. Zum Beispiel schreibt aber die Stadt Berlin eine Versicherung der Lauben der Mitglieder von Kleingärtenverbänden und -vereinen vor – und zwar in ihren Pachtverträgen. Eine Gebäudeversicherung sei immer zu empfehlen, sagt Voss. „Sie sichert den Baukörper gegen Schäden durch Feuer, Sturm und Hagel ab“, begründet er. Gerade wetterbedingte Schäden hätten in den letzten Jahren zugenommen und enorme Schadenssummen verursacht. Eine solche Versicherung kostet zwischen 20 und 40 Euro im Jahr. Um Einbruchdiebstahl mit zu versichern, rät Voss zu einem Rundum-Paket bestehend aus Gebäudeversicherung, Hausratversicherung und Glasbruchversicherung. „Häufig werden bei Einbruchdiebstahl sowohl Fenster als auch Inneneinrichtung beschädigt“, erläutert Voss. Werde dann auch noch etwas entwendet, kämen bei Einbruchdiebstahl oft vierstellige Schadenbeträge zusammen. „Der Preis für die Versicherung berechnet sich bei uns nach Quadratmetergröße der Laube“, sagt Voss. Zwischen 60 und 100 Euro koste so ein Rundum-Schutz. „Viel mehr können Laubenbesitzer dann auch nicht für ihr Domizil tun“, räumt Voss ein.

In welchen Monaten kommen Einbrüche besonders häufig vor?

Die Einbrecher nutzen vor allem die Wintermonate, wenn in den meisten Kleingartenkolonien Ruhe eingekehrt und wenig Betrieb ist. „Aber auch im Frühjahr und Spätherbst ist bei den Einbrüchen in Kleingärten Hochzeit“, berichtet Voss. Das liege daran, dass gerade zu diesen Zeiten hochwertige Gegenstände in den Lauben lägen, die Besitzer selbst aber nur selten da seien. Nach einer Analyse des Bundeskriminalamts Sachsen für das Jahr 2016 werden drei Viertel aller Diebstahlsdelikte bevorzugt in der Nachtzeit beziehungsweise während der Dunkelheit verübt. Die Statistik für Sachsen zeigt auch, dass die Fallzahlen im Sommer (Juni bis September) unter denen der restlichen Monate liegen.

Warum sind Lauben als Einbruchsziel beliebt?

„Weil die Einbrecher wissen, dass häufig niemand da ist“, sagt Voss. Viele Hektar Land seien über einen längeren Zeitraum menschenleer und die Wahrscheinlichkeit, dass jemand die Täter auf frischer Tat ertappen könnte, sei gering.

Von Julia Polley

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