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Garten So wird der Garten frühlingsfein
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14:28 16.03.2018
Der Frühling naht – nun ist es an der Zeit für eine Bestandsaufnahme im Garten und die ersten Arbeiten. Quelle: iStock

Gärtner, denen es in den Fingern kribbelt, sollten zunächst ihren Schuppen aufsuchen und Gartengeräte und Werkzeuge aus dem Winterschlaf holen: Wer sich im Herbst nicht um deren Wartung gekümmert hat, muss jetzt „nachsitzen“, Spaten, Scheren und Rasenmäher säubern, ölen und gegebenenfalls schärfen. Auch Utensilien wie Pflanzgefäße oder das Frühbeet sollten nun gereinigt und frühlingsfein gemacht werden. Wichtig ist auch die Überprüfung der Wasseranschlüsse und -leitungen. Vor der ersten Nutzung müssen sie gut durchgespült werden, rät der Immobilienverband IVD. Der Test zeigt, ob durch Frost Schäden an den Leitungen entstanden sind. Das lässt sich gut erkennen, wenn man die Wasseruhr im Blick behält. Dreht sich diese trotz geschlossenen Hahns weiter, gibt es eine undichte Stelle.

Frühjahrskur für das Staudenbeet – die Kompostgabe

Dann erst geht es ins Grüne – zur Bestandsaufnahme im Staudenbeet: Sind Blaukissen, Bergenie und Akelei gut durch den Winter gekommen? Wurden Astern, Fetthenne und Co. noch nicht zurückgeschnitten, wird es Zeit, die braunen Stängel bodennah abzuschneiden. Außerdem sollte keine dicke, feuchte Laubschicht mehr auf den Stauden liegen, damit die jungen Triebe nicht faulen. Ist der Boden frostfrei, können bereits im März neue Stauden gepflanzt oder geteilt werden. Auch Ziergräser, die im Winter als echter Hingucker einen schönen Akzent im grauen Garten gesetzt haben, werden jetzt etwa eine Hand breit über dem Boden abgeschnitten. Zwar schützen die stehen gelassenen Triebe die Pflanze vor Kälte und Feuchtigkeit. Doch spätestens wenn die ersten frischen Halme austreiben, wird es Zeit für den Schnitt: Wer die Schere zu spät ansetzt, kürzt sonst versehentlich auch die frischen Stängel. Dabei unbedingt Handschuhe tragen, denn die scharfkantigen Blätter von Chinaschilf, Lampenputzergras oder Rutenhirse können zu Schnittverletzungen führen. Übrigens ist im März auch der richtige Zeitpunkt, Gräser zu teilen und so kostenlos neue Pflanzen für den Garten zu gewinnen. Dazu werden sie mit der Gra-begabel freigelegt und der Wurzelbereich wird mit dem Spaten unerschrocken durchtrennt.

Zeit ist es jetzt auch für eine Extraportion organischen Dünger im Beet, um das Wachstum der Pflanzen zu beschleunigen und die Bodenstruktur zu verbessern. Gut geeignet sind für die „Frühjahrskur“ vor allem organische Dünger wie das „Gold des Gärtners“, der Kompost. Dieser sollte in einer etwa fünf Zentimeter dicken Schicht aufgetragen und eingeharkt werden. Über ein wenig Zuwendung freuen sich auch Frühblüher, Tulpen und Narzissen. Die nämlich blühen nur in der ersten Saison nach dem Pflanzen wirklich prächtig. Eine Nährstoffgabe hilft dabei, ihren Blütenreichtum auch in folgenden Jahren immer wieder genießen zu können.

Forsythien blühen – Zeit für den Rosenrückschnitt

Damit Zwerg-, Beet- und Edelrosen im Sommer mit robuster Blütenpracht verzaubern, benötigen sie im Frühjahr einen Rückschnitt. Die Forsythien blühen, und es sind keine starken Fröste mehr zu erwarten? Dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Eine saubere und scharfe Schere sorgt für glatte Schnittstellen und verhindert, dass die Pflanze verletzt wird. Geschnitten wird schräg etwa fünf Millimeter oberhalb einer nach außen zeigenden Knospe („Auge“). Wichtig ist der schräge Schnitt, damit sich kein Wasser sammeln kann, der ein Nährboden für Krankheitserreger wäre. Der beherzte Rückschnitt lohnt sich vor allem dann, wenn eine Rose nur noch wenige kräftige Triebe hat – das radikale Kürzen hilft ihr, wieder buschig zu werden. Beseitigt werden müssen auch Totholz, Frostschäden (erkennbar am braun gefärbten Mark) und Wildtriebe.

Für Genuss pur: Der Obstbaumschnitt

Wie eine Verjüngungskur wirkt der richtige Schnitt auch bei Obstbäumen: Er formt das Astwerk, lenkt die Saftströme, fördert Blütenreichtum und sorgt so auch für größere Ernte. Von Pfirsich und Süßkirsche einmal abgesehen, sollten Obstbäume und Beerensträucher an frostfreien Tagen bis spätestens April geschnitten werden. Wer danach erst mit Schere oder Säge hantiert, nimmt in Kauf, dass der Baum nicht richtig austreibt und später nur wenige Früchte trägt. Wie bei anderen Gehölzen auch müssen bei den Obstbäumen Totholz, aber auch Äste, die quer wachsen, im Frühjahr entfernt werden. Selbst gezogenes Obst und Gemüse schmecken bekanntlich besonders lecker. Tomaten, Paprika, Erdbeeren und Kräuter gedeihen auch gut auf dem Balkon oder der Terrasse. Naschkatzen, die Lust auf frisches Grün aus eigener Ernte haben, können bereits im März die ersten Pflanzen in Mini-Gewächshäusern vorziehen.

Von Julia-Marie Meisenburg

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