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Tipps gegen den Gärtner-Winterblues

Nix wie raus Tipps gegen den Gärtner-Winterblues

Wenn die Bäume kahl sind und kalte Nässe in die Gummistiefel zieht: Mit gutem Essen, der richtigen Lektüre und dem Tauschen von Saatgut können sich Hobbygärtner bei Laune halten.

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Das Gewächshaus leer, die Pflanzen mit Raureif überzogen, die Bäume kahl: Da überfällt manchen Gärtner der Frust.

Quelle: iStock

Jedes Jahr um diese Zeit befällt mich der Gärtner-Winterblues. Im Garten gibt es nichts mehr zu tun. Die Erde auf den Beeten und Wegen ist nass und schwer. Es gibt keinen vernünftigen Grund, darauf herumzutrampeln. Die Bäume strecken ihre kahlen Äste in den wolkenverhangenen Himmel. Gartenmöbel und Werkzeuge sind in der Laube verstaut. Die empfindlichen Topfpflanzen kuscheln sich im Gewächshaus aneinander.

Wenn die Tage kälter, nässer und kürzer werden, verschwindet bei mir mit den Sonnenstunden auch die gute Laune. An trüben Tagen würde ich mich am liebsten wie ein dicker Braunbär in eine gut gepolsterte Höhle verkriechen und dort den Winter verschlafen. Schöne Idee, für Menschen aber leider nicht praktikabel. Unter anderem weil ich mir zwar gut vorstellen kann sehr, sehr lange zu schlafen – sehr, sehr lange nicht zu essen dafür aber überhaupt nicht!

Deshalb versuche ich meine miese Laune in der kalten Jahreszeit auf anderen Wegen zu heben. Das gelingt mal besser und mal schlechter. Hier kommen meine fünf ultimativen Tipps gegen den Winterblues:

Rezepte mit Zutaten aus dem Garten

„Weil Speis und Trank in dieser Welt doch Leib und Seel‘ zusammenhält …“, singt der irrende Ritter Quichotte De la Mancha und irrt dabei kein bisschen. Eine gute Zeit, um eine Diät zu beginnen, gibt es ohnehin nicht, aber von allen schlechten ist der Winter die schlechteste! Deshalb sorge ich spätestens ab Oktober dafür, dass immer ausreichend Seelenfutter im Haus ist.

Vieles davon kommt direkt aus meinem Garten. Wärmende Kürbissuppe aus gut zu lagerndem Muskat- oder Hokkaidokürbis, schön scharf mit Chilis aus eigener Ernte abgeschmeckt, wirkt direkt aufs Gute-Laune-Zentrum. Fruchtige Beerenmarmelade weckt Erinnerungen an warme Sommertage. Selbst gemachte Walnuss-Schoko-Creme schmeckt pur, auf Brot oder Crêpes einfach köstlich und malt ein breites Grinsen in jedes nebelverhangene Gesicht. Worauf warten Sie noch? Ab in die Küche und eine Gute-Laune-Suppe kochen.

Nix wie raus

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Ich denke, dass an diesem alten Gärtnerspruch etwas dran ist. Obwohl ich zugeben muss, dass es auch mir ziemlich schwerfällt, bei nass-trübem Wetter zur warmen Jacke zu greifen und mich nicht unter der warmen Decke zu verkriechen.  Was mich nach draußen lockt? Zum Beispiel unser Bibber-Grillfest, das wir jedes Jahr im November oder Dezember bei jedem Wetter feiern und das bis jetzt immer sehr viel Spaß gemacht hat. Keine Chance für den Winterblues. Und eine geniale Verbindung zwischen Tipp eins und zwei noch dazu. Also Grill rausholen, Freunde einladen und gemeinsam in fröhlicher Runde die Kälte einfach ignorieren.

Foto: Der Garten als Treffpunkt: Grillen kann man auch in der kalten Jahreszeit. Gerade im Winter hat es sogar einen besonderen Reiz.

Der Garten als Treffpunkt: Grillen kann man auch in der kalten Jahreszeit. Gerade im Winter hat es sogar einen besonderen Reiz. 

Quelle: Weber/dpa-tmn

Inspiration aus Gartenbüchern

Ein gutes Gartenbuch hat mir schon so manchen trüben Wintertag versüßt und meinen Winterblues vertrieben. Ich liebe Geschichten von anderen Gärtnern und ihren Gärten. Vor einem Jahr musste ich mehrere (leider sogar wunderbar sonnige) Wochen mit Gips im Bett verbringen. Mein einziger Trost war der fast meterhohe Bücherstapel mit großartigen Gartenbüchern direkt neben meinem Matratzenlager.

Beim Lesen bekomme ich die besten Ideen für die nächste Gartensaison. Ich mache Pläne, werfe sie wieder um und plane neu. In Gedanken krempele ich meinen gesamten Garten um, pflanze neue Stauden und Sträucher – ohne Anstrengung und dreckige Hände – und bekomme dabei beste Laune. Probieren Sie es aus.

Fremde Gärten besuchen

Gerade im Herbst und Winter besuche ich gerne Pflanzenausstellungen. Für dreihundert unterschiedliche Herbstastern ist in unserem kleinen Garten nun mal kein Platz. Auch meine Lenzrosen-Sammlung ist überschaubar. Und Schneeglöckchen habe ich sogar nur eine Sorte.

Auf speziellen Helleborus- oder Schneeglöckchen-Tagen kann man die zarten Spätherbst- und Winterblüher in all ihrer Vielfalt bewundern. In Massen wirken sie am besten und zaubern auch bei Minusgraden ein Lächeln ins Gesicht der Besucher. Da hat der Winterblues nicht die Spur einer Chance.

Gärten der Welt haben geöffnet

Nach Rückbauarbeiten an der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin haben die Gärten der Welt in Berlin-Marzahn wieder ihre Tore geöffnet. Für die IGA war das Gelände auf 43 Hektar erweitert worden und präsentierte neben zehn traditionellen Themengärten auch acht zeitgenössische Gartenkabinette aus fünf Kontinenten. Geöffnet ist im Winter von 9 Uhr bis 16 Uhr. Witterungsbedingt sind der japanische, der koreanische und der orientalische Garten gesperrt.

Sortieren und tauschen

In meinem Garten wachsen nur samenechte Sorten, die man selbst vermehren kann. Viele tun das mittlerweile auch völlig ohne mein Zutun. Trotzdem sammle ich jedes Jahr im Herbst die Samen der Blüten ein und trockne sie. In kleine Tüten verpackt und ordentlich beschriftet, nehme ich sie mit zu den im Herbst und Winter stattfindenden Saatgut-Tauschbörsen. Eine wirklich tolle Möglichkeit, günstig an außergewöhnliches Saatgut zu kommen.

Außerdem sorgen die vielen Gespräche mit anderen leidenschaftlichen Gärtnern, zusätzlich zu der Aussicht auf viele neue Sorten im nächsten Frühjahr, bei mir für allerbeste Laune. Saatgut-Tauschbörsen gibt es inzwischen in vielen Städten.

Von Anja Klein

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