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Garten Bescherung im Garten
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11:55 10.12.2015
Das Auge pickt mit: Futterstellen im Garten lassen sich auch originell dekorieren. Quelle: dpa
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Die Vogelhochzeit, eines der bekanntesten deutschen Volkslieder, kennt wohl jeder. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer Vogelweihnacht? Während wir drinnen in der warmen Stube um den geschmückten Baum sitzen, Weihnachtslieder singen und Geschenke auspacken, freuen sich die gefiederten Gartenbewohner über einen eigenen Weihnachtsbaum, geschmückt mit Apfel, Nuss und Mandelkern.

Einen Tannenbaum kaufen müssen Sie dafür natürlich nicht. Jeder Baum oder größere Strauch in Ihrem Garten ist dafür sehr gut geeignet. Wenn Sie keinen Garten haben, tut es auch der Straßenbaum vor Ihrem Fenster oder ein paar Zweige in einem Blumenkasten auf Ihrem Balkon. Hauptsache die Katze kommt nicht dran und Sie können Ihr Werk vom Fenster aus beobachten. Ich schmücke dazu am 24. Dezember den Strauch vor unserem Wohnzimmerfenster mit Apfelhälften, Futtersternen und Erdnussringen und freue mich darauf, wie die Bescherung bei Amsel, Drossel, Fink und Star ankommt.

Maßvolles Füttern schadet nicht

Man kann darüber streiten, ob es überhaupt sinnvoll ist, Vögel zu füttern. Biologisch gesehen ist das Füttern im Winter nicht notwendig. Vögel, die bei uns überwintern, sind sehr gut an die kalte Jahreszeit angepasst. Andererseits macht es einfach Spaß, den Vögeln bei ihrem Treiben am Futterhaus zuzusehen. Da maßvolles und vogelgerechtes Füttern auch in eher warmen Wintern keinen Schaden anrichtet, muss man auch nicht darauf verzichten. Der Naturschutzbund Deutschland weist darauf hin, dass die Vogelfütterung in Städten und Dörfern etwa zehn bis 15 Vogelarten zugutekommt. Dazu gehören Meisen, Finken, Rotkehlchen und Drosseln, die allerdings allesamt als Art nicht gefährdet sind.

Alternativen zum Meisenknödel

Natürlich kann man fertige Meisenknödel kaufen. Aber es macht viel mehr Spaß, eine eigene Mischung herzustellen und in weihnachtliche Formen zu gießen. Kaufen Sie dafür in Ihrer Metzgerei ungesalzenen Rinder- oder Hammeltalg (muss möglicherweise vorbestellt werden). Für eine vegetarische Variante lässt sich Kokosfett verwenden. Fett bis zum Schmelzpunkt erhitzen und bei Rindertalg 20 Prozent Pflanzenöl untermischen. Damit verhindert man, dass das Fett später hart und bröckelig wird.

Weizenkleie, Rosinen und Haferflocken

Sobald das Fett geschmolzen ist, für Weichfutterfresser im Verhältnis 1:1 einen Mix aus Weizenkleie, Rosinen und Haferflocken untermischen. Für Körnerfresser das Fett im Verhältnis 1:2 mit einer Körnermischung aus Sonnenblumenkernen, Hanf, Hirse, Mohn, Getreidekörnern und zerkleinerten Haselnüssen vermischen. Das Gemisch noch bevor es ganz fest ist in Weihnachtsplätzchenformen drücken. Einen Zahnstocher für ein Loch im oberen Bereich reinstecken, damit das Futter später aufgehängt werden kann. Völlig erkalten lassen. Aus der Form drücken, mit einer Schnur versehen und draußen katzensicher in einem Baum aufhängen.

Kokosnusshälften und gefüllte Kiefernzapfen

Wiederauffüllbares Vogelfutter bekommt man, wenn man die Mischung in eine leere Kokosnusshälfte gießt. Sobald sie leer gepickt ist, kann sie erneut gefüllt werden. Sehr hübsch sehen auch kleine, mit Futter gefüllte Kiefernzapfen aus. Dafür die Zapfen zunächst in der warmen Wohnung trocknen lassen. Trockene Zapfen mit einem Aufhänger versehen und mit dem Fett-Körnergemisch füllen. Dazu noch ein paar selbst gebastelte Erdnussringe (dafür einfach Erdnüsse in der Schale auf einem Draht auffädeln und zum Kreis schließen) und ein paar Apfelhälften (lassen sich gut auf die Äste aufspießen) und schon ist der Tisch für die Vogelweihnacht reich gedeckt.

Von Anja Klein

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