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MADS Bin ich unfähiger als jeder Mann? Nein!
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15:51 04.01.2019
Schluss mit dem Geschlechterkampf: Emma möchte nicht länger unterschätzt werden. Quelle: iStock/Philartphace
Hannover

Dienstagmorgens vor der Uni im Fitnessstudio. Noch etwas verschlafen arbeite ich mein Kraftprogramm ab. Als ich beim Bankdrücken angelangt bin, frage ich den Mann vor mir, ob er seine Gewichte für mich drauflassen könne. Kein Muskelprotz, eher ein Hobbysportler. Erst reagiert er gar nicht, dann mustert er mich abfällig und fragt in arrogantem Tonfall: „Wirklich?“ Ja, wirklich!

Der Durchschnittsmann hat zwar mehr Muskelmasse als die Durchschnittsfrau – weil das am Muskelaufbau beteiligte Sexualhormon Testosteron beim Mann stärker konzentriert ist. Doch die Annahme, dass Frauen generell schwächer sind als jeder Mann, macht mich wütend. Denn es geht oft nicht nur um physische Kraft, sondern auch um Leistung.

Meine Eltern haben mir beigebracht, dass es nicht auf dein Geschlecht ankommt, sondern auf deine Fähigkeiten. Das stimmt auch, aber die Realität ist leider noch immer oft eine andere. Sei es in der Schule oder in der Uni. Wer stellt die Gruppenergebnisse vor? Fast immer ist es ein Mann. Vor ein paar Wochen sollten wir in einem Seminar über Interventionismus am Beispiel des Irak debattieren. Jede Gruppe sollte einen Sprecher auswählen. In meiner Gruppe wurde nur einmal laut gefragt „Wer macht das?“ – und schon zeigten alle auf unseren Kommilitonen. Damit war die Sache beschlossen. Auch in der Schule war der Klassensprecher meist ein Junge.

Eine Studie der TU München hat gezeigt, dass Führungsqualität oft mit den Attributen „durchsetzungsstark, dominant und hart“ assoziiert wird. Eigenschaften, die vor allem Männern zugerechnet werden. Typisch weiblich angesehene Fähigkeiten wie soziale Kompetenz werden hingegen oft unterschätzt. Dabei fand das Institut für Weltwirtschaft heraus, dass gemischte Teams die besten, weil ausgewogensten Entscheidungen treffen. Ich finde, wir sollten uns alle motivieren, die jeweiligen Stärken des anderen zu schätzen. Egal ob Mann oder Frau.

Von Emma Schell

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