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Lehrte Trinklieder und Textbeiträge
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14:57 12.05.2016
Die Matthäuskantorei (l.) und der Lehrter Männerchor haben das Publikum begeistert.
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Lehrte

Auch die musikalisch anspruchsvolle Vertonung von Goethes Ballade „Im Gegenwärtigen Vergangenes“, die sich an die Trinklieder anschloss, meisterte der Chor mit Bravour. Joachim Beuster begleitete die Sänger dabei mit präzisem Klavierspiel, und Sven Erdmann unterstützte den Chor mit seinem voll tönenden Bariton als „Vorsänger“ und Solist.

Aber nicht nur Schuberts Musik war Inhalt der „Schubertiade“. Im wechselseitigen Dialog zwischen Musik und Text erfuhren die Zuhörer interessante Episoden aus dem Leben des jungen Komponisten sowie seine vergeblichen Bemühungen um Kontaktaufnahme zum und Anerkennung vom großen deutschen Dichter Goethe. Ein weiterer Textbeitrag widmete sich dem großen Freundeskreis, der aus Künstlern aller Couleur bestand und der Schubert Zeit seines Lebens getragen und begleitet hat. Schon zu jener Zeit sprach man bei solchen Zusammenkünften von „Schubertiaden“. Rolf Hirschberg las die Texte, Briefausschnitte und Tagebuchaufzeichnungen mit ausdrucksstarker Stimme und vermochte im Zusammenspiel mit den dazu eingeblendeten Bildern dem Publikum ein authentisches Flair der damaligen Schubert’schen Lebenssituationen zu präsentieren.

Dem Männerensemble der Matthäus-Kantorei war es dann vorbehalten, die einfühlsame Seite Schuberts vorzustellen, wobei die Melodiebögen in der Vertonung des 23. Psalms wohl besonders berührten. Beuster am Klavier und die Kantoreisänger überzeugten bei ihren vier Liedern mit feiner Interpretation und verbreiteten mit ihren gut ausbalancierten Stimmen eine wohltuende Ruhe und Klarheit im Kirchenraum. Erdmann und Beuster übernahmen dann den solistischen Teil der „Schubertiade“ und musizierten eindrucksvoll einige Goethelieder aus dem breiten Spektrum der Gedichte, die Schubert dem von ihm verehrten „Meister“ aus Weimar gewidmet hat. Im Anschluss trat der Lehrter Männerchor noch einmal mit Chorwerken auf, die den Zauber der Nacht beschreiben und Schubert als Komponisten zeigen, der auch Naturbeschreibungen einfühlsam in Musik zu übersetzen vermochte. Besonders im „Nachtgesang im Walde“ gelang es den Sängern, ein beeindruckendes Naturbild nachzuzeichnen. Mit dem Schubert-Lied „Zur Guten Nacht“ verabschiedeten sich alle Künstler dann vom Publikum, wobei nach eineinhalb Stunden die Schlussstrophe des Liedes wohl manchem Zuhörer noch in den Abend nachgeklungen haben dürfte: „Schlaft wohl und träumt wie Bräute! Kommt nächstens gern wie heute! Seid auf manch’ neues Lied bedacht! Und geht ihr dann nach Hause, zur Ruh’ in eure Klause, so singt mit Liebe: gute Nacht; so singt mit Liebe: gute Nacht!“

Ein insgesamt bemerkenswertes Konzert mit vielen anregenden Momenten aus der Lieder- und Lebenswelt von Schubert. Es gab verdienten Beifall für die Künstler. Der Erlös aus den Publikumsspenden erbrachte einen ansehnlichen Betrag zugunsten der Orgelrestaurierung in der Matthäuskirche.

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