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Aktuelles Weg von der Hierarchie: Neue Arbeitsweisen sind in Mode
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05:06 13.09.2017
Heiko Weckmüller ist Professor für BWL an der FOM Hochschule in Bonn. In vielen Unternehmen herrscht noch immer ein fundamental hierarchisches Führungsverständnis, so Weckmüller. Foto: Mike Henning/FOM/dpa
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Freiburg

Die Zauberwörter heißen Scrum oder Design Thinking: Sogenannte agile Arbeitsmethoden sind in Mode. Sie sollen hierarchische Führungsstrukturen abbauen, Teams die Möglichkeit zur Selbstorganisation geben und dem einzelnen Mitarbeiter mehr Verantwortung geben.

Viele Unternehmen reden aber offenbar bisher nur davon. Denn nur ein kleiner Teil der Beschäftigten arbeitet tatsächlich mit diesen Methoden. Das zeigt das Agilitätsbarometer - eine Studie, die das Medienunternehmen Haufe gemeinsam mit der Unternehmensberatung Promerit und der FOM Hochschule durchgeführt hat: Neun von zehn Arbeitnehmern (91 Prozent) arbeiten demnach laut eigener Einschätzung bisher nicht agil. Von der Projektmanagement-Methode Scrum zum Beispiel hat ein knappes Fünftel der befragten Beschäftigten (18 Prozent) gehört.

Das ist auch nicht unbedingt nötig, findet Heiko Weckmüller, Professor für BWL an der FOM Hochschule in Bonn und Leiter der Studie. "Man kann ein agil arbeitendes Unternehmen haben, ohne direkt Scrum oder andere Methoden zu verwenden", sagt er. Bei der Frage der Agilität gehe es zunächst um gewisse Prinzipien - flache Hierarchien, viel Eigenverantwortung. Auch da hapert es aber noch: "Wir sehen in vielen Unternehmen noch immer ein fundamental hierarchisches Führungsverständnis, da ändert sich nicht grundsätzlich etwas."

Und das sei ein Problem: "Wir wissen aus der Forschung, dass nicht-hierarchisches Führen fast immer sinnvoll und gut für alle Beteiligten ist", sagt Weckmüller. Auch viele Mitarbeiter sind der Ansicht, dass die Arbeit mit Agilität effizienter wird: Knapp die Hälfte der Mitarbeiter (47 Prozent) halten es für sinnvoll, die Strukturen des Unternehmens entsprechend zu verändern.

Noch passiert das aber nicht. "Das ist ein Problem, weil dadurch neue Ideen ausbleiben und somit Potenzial für Innovationen verschenkt wird", sagt Bernhard Münster, Produktmanager von Haufe. In Zeiten der Digitalisierung gelte das besonders: Denn mit agilen Strukturen seien Unternehmen in der Lage, direkter auf Veränderungen zu reagieren und Innovationen schneller an den Markt zu bringen.

Für die Studie wurden 1800 Angestellte und 1000 Führungskräfte von Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

dpa

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