Damit ist für Kenner der Region wie für Sicherheitsexperten klar, dass die Terroristen ein Exempel statuieren und zugleich eine Botschaft an alle Fremden – insbesondere aber an die ausländischen Christen – im Jemen verbreiten wollten. Sie lautet: Wir Gotteskrieger dulden euch nicht in diesem Land, auch wenn ihr in einem Krankenhaus Gutes für notleidende Menschen tun wollt.
Welche Konsequenzen sind ausder abscheulichen Tat zu ziehen? Was ist die richtige Reaktion auf den mit Abstand blutigsten Ausgang einer Entführung von Deutschen im Ausland? Touristenausflüge in die Risikoregionen müssen unterbleiben. Aber den Armen im Jemen jetzt jede Hilfe zu verweigern wäre genauso falsch, wie das gesamte Land den Dschihadisten zu überlassen. Unschuldige wurden umgebracht, weil Terroristen Stärke und Einfluss demonstrieren wollten. Wer es zulässt, dass das islamistische Terrornetzwerk noch mehr Regionen im Jemen und auf der arabischen Halbinsel erobert, der nimmt in Kauf, dass sich die entsetzlichen Gräueltaten häufen und das Elend vieler Menschen wächst. Deshalb sollte die Regierung des Jemen in die Lage versetzt werden, gemeinsam mit den friedliebenden Stammesfürsten entschlossen und wirksam gegen die Verbrecher vorzugehen.
Dabei sollten die Strafverfolger nicht nur die Terroristen ins Visier nehmen. Sie müssen sich auch stärker als bisher den Kidnappern alten Stils widmen, die im Jemen Touristen als Geiseln nahmen, um Kasse zu machen oder Kriminelle aus Gefängnissen freizupressen. Nur wenn es gelingt, im Jemen einen funktionierenden Schutz für Entwicklungshelfer aus aller Welt zu schaffen, kann die Krise dieses Staates überwunden werden. Aus eigener Kraft ist der Jemen dazu nicht in der
Lage.
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