Die jetzt veröffentlichten Daten zeigen mal wieder das ganze Ausmaß der jüngsten Wirtschaftskrise: Einen derartigen ökonomischen Einbruch hat es in Deutschland seit der Großen Depression im vergangenen Jahrhundert nicht gegeben. Dennoch sind die Zahlen nicht nur negativ zu werten: Dass in einem solchen Katastrophenjahr das deutsche Staatsdefizit nur geringfügig über die europäische Schuldengrenze hinausgeht, ist schon sehr beachtlich.
Gleichwohl leidet der Jubel über diesen Erfolg unter der Aussicht, dass im laufenden Jahr auch in Deutschland die öffentlichen Defizite massiv zunehmen werden. Grund sind die noch von der alten Bundesregierung beschlossenen Steuererleichterungen ebenso wie die steigende Arbeitslosigkeit sowie krisenbedingte Einnahmeverluste der Staatshaushalte, die erst jetzt voll zu Buche schlagen.
Angesichts der bislang noch zaghaften wirtschaftlichen Gesundung wäre ein sofortiges Umschalten auf einen strikten Sparkurs gleichwohl falsch. Dies würde dem gerade erst gestarteten Aufstieg aus dem tiefen Tal Steine in den Weg legen – und damit die Krise verlängern. Woher allerdings Teile der Bundesregierung jetzt den Mut nehmen, schon weitere Steuererleichterungen für das kommende Jahr zu propagieren, bleibt ihr Geheimnis.
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