Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Matthias Koch über Schwarz-Gelb

Chaostage

Von

Das Publikum muss den Eindruck bekommen, Union und FDP bräuchten gar keine Opposition mehr. Für immer neuen Krach, für immer härtere politische Hiebe und Gegenschläge sorgen Schwarze und Gelbe schon unter sich.

Steuern, Steinbach, Betreuungsgeld: Keine Gelegenheit wird ausgelassen, um der anderen Seite zu zeigen, wie wenig Rücksicht man auf sie zu nehmen gewillt ist. Jetzt wird der Streit noch ins Mehrdimensionale gesteigert: durch die Aussicht auf einen schwarz-gelben Aufstand der Länder gegen die schwarz-gelbe Steuerpolitik im Bund. Das sollen die Flitterwochen der „Wunschkoalition“ sein? Eher ergibt sich der Eindruck von Chaostagen.

Dabei sind die Streitigkeiten gar nicht so atemberaubend, wenn man sie auf ihren sachlichen Gehalt reduziert. Beispiel Steuern: Zu allen Zeiten haben Ministerpräsidenten sondiert, was für ihr Land drinliegt, wenn sie im Bundesrat einer Sache zustimmen, bei der sie Bedenken haben. Beispiel Steinbach: Sich aufzuregen über diese potenzielle Personalie überlassen die Polen, die eigentlich viel mehr betroffen sein müssten, den Deutschen. Beispiel Betreuungsgeld: Ein Vorhaben, das im Koalitionsvertrag für das Jahr 2013 in Aussicht gestellt ist und für das wie für alle anderen Projekte der allgemeine Finanzierungsvorbehalt gilt, muss im Jahr 2009 niemanden aus der Fassung bringen. Wer sich hier echauffieren will, tut dies auf eigenen Beschluss.

Um den Eindruck von Chaostagen zu zerstreuen, müssen Union und FDP gar nicht zu einem Konsens auf allen Feldern kommen. Es würde genügen, sich auf einen neuen Stil zu verständigen. Warum bei Schwarz-Gelb nicht ein respektvoller Umgang miteinander möglich sein soll wie bei Schwarz-Rot, müssen die Beteiligten mal erklären.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
  • Atemberaubende Führungsschwäche losse – 30.11.09
    Atemberaubend ist wie wenig Widerstand Merkel gegenüber den unsozialen Forderungen der FDP leistet.Ebenso der mangelnde Mut entsprechend der jetzigen Situation entschlossen zu handeln. Hier liegt das eigentliche Dilemma der neuen Regierung. Warum dies auf Anraten des Chefkommentators der haz, durch einen nach außen hin „netteren“ Umgang oder wie es hier heißt „neuen Stil“ vertuscht werden soll, erschließt sich mir leider nicht.

HAZ-Leserbriefe

Leserbriefe

Sie möchten einen Leserbrief an die HAZ-Redaktion senden? Dann nutzen Sie unser Formular für Leserbriefe. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschriften.

Anzeige

Auf dem Laufenden: Laufblog

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.

Die beiden HAZ-Redakteure Norbert Fettback (links) und Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover".

96 – Nie mehr 2. Liga: Roter Blog

Alte Liebe: Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben gemeinsam am Roten Blog, also über Fußball im Allgemeinen, die 1. Bundesliga im Besonderen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben über Fußball im Allgemeinen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Eishockey-Hauptstadt Nummer 1: Eisblock

Björn Franz schreibt den Eisblock.

HAZ-Sportredakteur Björn Franz berichtet im „Eisblock“ über seine persönlichen Erlebnisse bei den Hannover Scorpions und dem EC Hannover Indians.

HAZ-Forum

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die brandheißen Themen aus der Region oder die aktuelle politische Entwicklung in der weiten Welt.

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die Themen aus der Region oder aktuelle politische Entwicklung.



Top