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Kommentar

Christian Holzgreve zur Iran-Krise

Von Christian Holzgreve

Im Mittleren Osten ist viel von Krieg die Rede. Sehr viel. Kaum ein Tag vergeht mehr, an dem nicht über einen Schlag gegen den Iran spekuliert wird. Und vor allem in Israel wächst die Bereitschaft, Angriffe gegen Irans Nuklearanlagen zu fliegen. So groß ist die Sorge um einem atomar bewaffneten Iran und die eigene Existenz, dass der jüdische Staat offenbar bereit ist, einen Flächenbrand in der Region in Kauf zu nehmen.

Hannover. Denn es geht nicht nur darum, mit bunkerbrechenden Waffen die iranischen Forschungsstätten zu treffen. Zweifellos würde der Iran mit seinen weit reichenden Raketen antworten und womöglich in der Straße von Hormus seine sunnitischen Nachbarn auf der anderen Seite des Golfs und die alliierten Kriegsschiffe in den Gewässern zu einem Waffengang zwingen.

Das labile Machtgefüge in der Region, etwa im Libanon, Syrien oder Ägypten, würde die westlichen Partnerstaaten Israels fast unzweifelhaft in den Konflikt hineinziehen. Von den weltwirtschaftlichen Konsequenzen dieses Szenarios ganz zu schweigen. Das Ganze ist ein Albtraum, aus dem es wohl auf Jahre hinaus kein Erwachen gäbe.

Erschwerend kommt hinzu, dass die derzeitige Politik des Westens und Israels auf einer politischen Wette gründet: Werden die Sanktionen doch noch ausreichen, Teheran von seinem Atomkurs abzubringen? Oder ist es nur noch eine Frage von Monaten, bis der Iran die Bombe hat?

Nach den Erfahrungen mit geheimdienstlichen Einschätzungen aus dem Fall Irak sollten die USA und ihre Verbündeten gewarnt sein. Das zweifellos begründete Sicherheitsinteresse Israels darf nicht dazu führen, eine Weltregion zu entflammen.

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