Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Stefan Koch
Stefan Koch zur FDP

Der Lernprozess

Von

Das waren teure Nachhilfestunden. Ein halbes Jahr lang nahmen sich die Liberalen Zeit, um sich von einer Oppositionspartei zum Teil einer Regierungskoalition zu entwickeln.

Manche Altgedienten aus der CDU sehnten sich schon zu den früheren Partnern von der SPD zurück, mit denen sich nach anfänglicher Skepsis aus ihrer Sicht erstaunlich viel auf die Beine stellen ließ. Nun aber scheint bei der FDP die Einsicht gewachsen zu sein, dass sich der Wille, Politik zu gestalten, nur gemeinsam im Regierungsteam umsetzen lässt.

Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Gerhard Schröder hatte sich Angela Merkel ihren kleinen Koalitionspartner in den ersten 100 Tagen nach der Wahl nicht hart vorgeknöpft. Sie spielte auf Zeit. Offenbar mit Erfolg: Während die Kanzlerin wieder bliebteste Politikerin im Land ist, hält ihr Vizekanzler einen Negativrekord: Noch nie hat einer das Amt des Außenministers übernommen und daraufhin Monat für Monat an Popularität eingebüßt.

Die FDP hatte in den vergangenen Monaten in der Steuerdebatte einige Fakten beiseite gelassen: Weite Teile der Bevölkerung profitieren von Sozialtransfers. Diese Menschen spüren, dass die Konstruktion des Wohlfahrtsstaates durch die Wirtschaftskrise ins Wanken gerät. Zur gleichen Zeit erlebt die heranwachsende Generation, dass sie auf dem Arbeitsmarkt erwünscht ist – aber oftmals nur als Praktikant, Billigkraft oder Zeitarbeiter.

Es ist eine Kunst, in dieser schwierigen Phase den richtigen Ton zu treffen und die richtigen Leute anzusprechen. Allein mit der schlichten Formulierung „Steuern runter!“ ist niemandem geholfen. Gefragt ist eine umfassende Feinjustierung quer durch die Gesellschaft. Mit ihrer späten Kurskorrektur zeigen die Liberalen, dass sie willens sind, dazu einen Beitrag zu leisten.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

HAZ-Leserbriefe

Leserbriefe

Sie möchten einen Leserbrief an die HAZ-Redaktion senden? Dann nutzen Sie unser Formular für Leserbriefe. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschriften.

Anzeige

Auf dem Laufenden: Laufblog

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.

Die beiden HAZ-Redakteure Norbert Fettback (links) und Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover".

96 – Nie mehr 2. Liga: Roter Blog

Alte Liebe: Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben gemeinsam am Roten Blog, also über Fußball im Allgemeinen, die 1. Bundesliga im Besonderen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben über Fußball im Allgemeinen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Eishockey-Hauptstadt Nummer 1: Eisblock

Björn Franz schreibt den Eisblock.

HAZ-Sportredakteur Björn Franz berichtet im „Eisblock“ über seine persönlichen Erlebnisse bei den Hannover Scorpions und dem EC Hannover Indians.

HAZ-Forum

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die brandheißen Themen aus der Region oder die aktuelle politische Entwicklung in der weiten Welt.

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die Themen aus der Region oder aktuelle politische Entwicklung.



Top