Im vergangenen Herbst hatte er versprochen, sich bei Äußerungen zu Migranten und Minderheiten zurückzuhalten und hat dies nicht getan.
Natürlich hat Sarrazin ein Recht auf freie Meinungsäußerung, doch hat er die Besonderheit der Institution Bundesbank dabei außer Acht gelassen. Deren Unabhängigkeit schützt sie zu Recht davor, etwa wirtschaftspolitisch konträre Meinungen zur Bundesregierung vertreten zu können. Das ermöglicht ihr auch, die Geldpolitik an ihren eigenen Zielen ohne äußeren Einfluss orientieren zu können. Aber Sarrazin hat diesen außergewöhnlichen Schutz ausgenutzt, um eine persönliche Agenda zu verfolgen. Er hat sich dabei weit auf das politische Glatteis gewagt und ist ausgerutscht.
Dabei war besonders tragisch, dass Sarrazin riesigen öffentlichen Druck auf die Bundesbank ausgelöst hat. Denn die scheint jetzt nicht mehr ganz so unabhängig zu sein wie zuvor – und das ist der eigentliche Bärendienst Sarrazins. Daran wird die Institution noch lange zu knapsen haben.
Martin Dowideit
HAZ.de Anmeldung