Der ewige, auf Außenstehende kleinkariert wirkende Streit zwischen Gesamtschulfreunden hier und Anhängern des gegliederten Schulwesens dort wäre beendet – oder: auf die Kommunen als Schulträger übertragen.
Ministerpräsident David McAllister und Kultusminister Bernd Althusmann haben sich diesem Ziel am Dienstag auffällig nah genähert. Sie sind dichter herangekommen, als Kritiker vermutet hatten. Die Oberschule kann, wenn die Kommunen es wollen, so etwas wie eine kleine Integrierte Gesamtschule sein, ein Modell mit möglichst viel gemeinsamen Unterricht lernstarker und lernschwacher Schüler. Dies wird wegen der demografischen Entwicklung in manchen Gegenden der einzige Weg sein, künftig überhaupt noch Schulen in Wohnortnähe der Kinder anbieten zu können.
Wenn McAllister und Althusmann den Schulfrieden wirklich wollen, müssen sie jetzt die letzten drei Schritte gehen: Erstens müssen sie Widerstände in der FDP überwinden, auf die Forderungen der Verbände eingehen und die Bedingungen für die Neugründung Integrierter Gesamtschulen lockern. Die IGS dürfen nicht schlechter gestellt sein als die Oberschulen. Zweitens dürfen auch die Gymnasien gegenüber den Oberschulen nicht benachteiligt werden, was etwa die Klassengröße anbelangt. Und drittens muss die Regierung dialogbereit bleiben – trotz aller Eile wegen der angepeilten Reform im nächsten Schuljahr.
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