Wäre Philipp Rösler eine Aktie, müssten die Kommentare noch euphorischer ausfallen. An der Nachrichtenbörse der Hauptstadt ist der Jungstar des Kabinetts Merkel zu Beginn der vergangenen Woche noch nicht einmal gehandelt worden. Jetzt ist er dort ein Spitzenwert.
Die Börse kennt zwar angeblich keine Gesetzmäßigkeiten, aber aus einer besonderen landsmannschaftlichen Warte lässt sich für die politischen Notierungen nun doch eine erkennen. Es scheint im Bund unmöglich zu sein, nicht von Niedersachsen regiert zu werden. Seit Helmut Kohl mit seiner pfälzischen Wahlverwandtschaft den Kabinettstisch räumen musste, haben sich Leute aus der Tiefebene dort niedergelassen – und festgesetzt.
Die Schröder-Steinmeier-Trittin-Funke-Struck-Bulmahn-Truppe mit mehreren „Parlamentarischen“ im Schlepptau ist schon erstaunlich groß und mächtig gewesen für das weite Land zwischen Watt und Brocken. Unter der neuen Herrschaft ist man an Steinmeier-von der Leyen-Gabriel auch nicht vorbeigekommen, und nun drängeln die Jungen an den Kabinettstisch. Rösler als richtiger Minister, Klaeden als Minister mit Titel ehrenhalber. Die Niedersachsen-Dynastie scheint gesichert.
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