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Daniel Alexander Schacht über die Islamdebatte

Doch im Hinterhof?


Wir wollen nicht übereinander, sondern miteinander reden – so lautet das Mantra von Maria Böhmer, der Integrationsbeauftragten im Kanzleramt. Und nach dieser Devise hatte auch Wolfgang Schäuble als Bundesinnenminister die Islamkonferenz zusammengesetzt: als offenes Forum, in dem nicht nur jene zu Wort kommen, die sowieso einer Meinung sind.

Genauso droht sich aber die Neuordnung der Deutschen Islamkonferenz auszuwirken – was sich nur zum Teil Schäubles Amtsnachfolger Thomas de Maizière anlasten lässt.

Gewiss, man kann es dem Bundesinnenminister nicht verdenken, dass er wenig Lust hat, sich mit möglichen Straftätern von Milli Görüs zusammenzusetzen. Auch ohne den Verdacht der Steuerhinterziehung lässt sich eine angenehmere Gesellschaft denken als die dieses Moscheevereins, der wegen antidemokratischer, antijüdischer und gewaltbereiter Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet wird und doch mehr als 200 000 Anhänger allein in Deutschland hat.

Aber mit dem Ausschluss aus der Islamkonferenz verschwindet Milli Görüs nicht aus Deutschland – es wächst vielmehr die Gefahr, dass sich ausgerechnet ihre Imame umso fester in den Hinterhof-Moscheen einnisten, aus denen Integrationsexperten diese besonders gefährliche Spielart des politischen Islams herausholen wollten. Zugleich fehlen in der Islamkonferenz jetzt kämpferische Frauen wie Necla Kelek oder Seyran Ates, die den sonst vorherrschenden muslimischen Männern dort stets den Spiegel vorgehalten haben. Auch deshalb steht Thomas de Maizière jetzt vor dem Risiko, dass die Islamkonferenz zur harmlosen Konsensrunde freundlicher Akademiker wird – während in den Hinterhöfen die wirklichen Kämpfe eskalieren.

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