Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Reinhard Urschel zum Bundeshaushalt

Eine Tragödie


Wir wissen nicht, ob Wolfgang Schäuble in der klassischen Antike genauso bewandert ist wie Guido Westerwelle. Wenn er sich sogar besser auskennt, dann kommt er sich gegenwärtig womöglich vor wie Cato der Ältere.

Der Römer hat bekanntlich eine Zeit lang jede seiner Reden mit dem Satz beendet, dass er im Übrigen dafür sei, dass Karthago zerstört werden müsse. Was schließlich zum Erfolg führte.

Der deutsche Finanzminister will weniger zerstören als bewahren. Weshalb er ständig betont, dass er unter dem Druck der Wirtschaftskrise mit einem Rekordschuldenhaushalt leben kann, dass aber bald gespart werden müsse. Was er damit andeutet, versteht jeder, der es will: Für Steuerleichterungen ist da kein Spielraum.

Die heutigen Regierungsparteien hatten im Wahlkampf aber eine große Steuerreform versprochen. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist auffällig, wie weit die Vorstellungen zwischen CDU, CSU und FDP auseinanderklaffen, was eine große Steuerreform unter dem Diktat der Schuldenbremse ist. Würde die Regierung tatsächlich kräftige Steuererleichterungen beschließen, müsste sie entweder in den Einzeletats sparen, bis es quietscht, oder sie müsste gegen die Schuldenbremse verstoßen.

Wenn die schwarz-gelbe Koalition nun keine große Steuerreform zustande bringt, steht die Regierung als Wahlbetrüger da. Das heißt, jeder Weg, den man vor sich sieht, führt ins Verderben. Dieser Umstand lässt sich nur mit einem Rückgriff auf die Antike beschreiben. Man spricht dann nicht von spätrömischer Dekadenz, sondern von einer klassischen griechischen Tragödie. Die gehen, wie man weiß, nie gut aus.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

HAZ-Leserbriefe

Leserbriefe

Sie möchten einen Leserbrief an die HAZ-Redaktion senden? Dann nutzen Sie unser Formular für Leserbriefe. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschriften.

Anzeige

Auf dem Laufenden: Laufblog

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.

Die beiden HAZ-Redakteure Norbert Fettback (links) und Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover".

96 – Nie mehr 2. Liga: Roter Blog

Alte Liebe: Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben gemeinsam am Roten Blog, also über Fußball im Allgemeinen, die 1. Bundesliga im Besonderen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben über Fußball im Allgemeinen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Eishockey-Hauptstadt Nummer 1: Eisblock

Björn Franz schreibt den Eisblock.

HAZ-Sportredakteur Björn Franz berichtet im „Eisblock“ über seine persönlichen Erlebnisse bei den Hannover Scorpions und dem EC Hannover Indians.

HAZ-Forum

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die brandheißen Themen aus der Region oder die aktuelle politische Entwicklung in der weiten Welt.

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die Themen aus der Region oder aktuelle politische Entwicklung.



Top