Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Klaus Wallbaum zur Schuldenbremse

Entkräftet

Von

Natürlich ist in der Finanzpolitik der Grundsatz richtig: Je radikaler, desto besser. Je stärker den Ländern bei der Aufstellung ihrer Haushalte die Hände gebunden sind, desto wirksamer ist die Abkehr von einer über neue Kredite finanzierten Politik.

Wer keine Schulden machen darf, ist eher zu unpopulären Kürzungen bereit. Insofern ist die Ursprungsvariante von Peter Struck und Günther Oettinger, ein Schuldenverbot für die Länder, die beste Festlegung.

Aber die Wirklichkeit ist komplizierter. Für Länder wie Bremen oder das Saarland klingt ein Schuldenverbot illusionär, weil ihre Ausgaben die Einnahmen viel zu stark übersteigen. Sie leisten sich unangemessen teure Strukturen. Die angepeilte Entschuldung dieser Länder kann nicht gelingen, solange die Regierungen und Parlamente nicht die Kraft zu drastischen Kürzungen haben. Deshalb führt eine überzeugende Abkehr von der Schuldenpolitik nur über eine Neuordnung der Ländergrenzen, die kleine und überschuldete Länder auflöst. Dazu aber konnte sich bisher niemand aufraffen.

Der gestern aufgeflammte Streit über die Detailfrage, ob man den Ländern von 2020 an die Nettokreditaufnahme ganz verbieten oder ihnen einen kleinen Spielraum der Neuverschuldung lassen soll, bedroht das komplizierte Regelwerk der Föderalismusreform als solches. Zunehmend überlagert der Wahlkampf die Pläne, die Zweidrittelmehrheit im Bundestag wird von Stunde zu Stunde unwahrscheinlicher. Vielleicht ist es doch das Beste, man lässt die Reform vorerst sein und versucht es im nächsten Jahr, frei vom Wahlkampffieber, mit einem neuen, besser durchdachten Konzept.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

HAZ-Leserbriefe

Leserbriefe

Sie möchten einen Leserbrief an die HAZ-Redaktion senden? Dann nutzen Sie unser Formular für Leserbriefe. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschriften.

Anzeige

Auf dem Laufenden: Laufblog

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.

Die beiden HAZ-Redakteure Norbert Fettback (links) und Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover".

96 – Nie mehr 2. Liga: Roter Blog

Alte Liebe: Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben gemeinsam am Roten Blog, also über Fußball im Allgemeinen, die 1. Bundesliga im Besonderen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben über Fußball im Allgemeinen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Eishockey-Hauptstadt Nummer 1: Eisblock

Björn Franz schreibt den Eisblock.

HAZ-Sportredakteur Björn Franz berichtet im „Eisblock“ über seine persönlichen Erlebnisse bei den Hannover Scorpions und dem EC Hannover Indians.

HAZ-Forum

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die brandheißen Themen aus der Region oder die aktuelle politische Entwicklung in der weiten Welt.

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die Themen aus der Region oder aktuelle politische Entwicklung.



Top