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Margit Kautenburger zu den Nacktscannern

Hoher Preis


Die Angst fliegt wieder mit. Nach dem verhinderten Terroranschlag in einer US-Maschine steigen die meisten Passagiere mit einem flauen Gefühl ins Flugzeug. Vergessen scheint der zur Tradition gewordene Ärger über mürrische Kontrolleure, lange Warteschlangen oder das Schuheausziehen beim Sicherheitscheck.

Wie nach jedem Anschlag werden die Rufe nach strengeren Kontrollen lauter. Und auch der Einsatz der heiß umstrittenen Nacktscanner wird wieder diskutiert. Keine Frage, der Terrorismus bleibt eine reale Gefahr. Aber absolute Sicherheit kann es nicht geben. Weder die Datensammelwut der USA noch die strengen Kontrollen haben verhindern können, dass ein Attentäter Sprengstoff an Bord schmuggelte. Es ist wie bei Hase und Igel: Die Terroristen scheinen immer einen Schritt voraus.

Können dies die umstrittenen Nacktscanner verhindern? Mit ihrer Hilfe könnten die Kontrollen beschleunigt und vermutlich auch verbessert werden. Doch der Preis dafür ist hoch. Von der Körbchengröße bis zum künstlichen Darmausgang bleibt diesen Geräten nichts verborgen. Und dennoch kann damit in Körperöffnungen versteckter Sprengstoff nicht mit letzter Sicherheit gefunden werden.

Es geht am Ende um die Verhältnismäßigkeit der Mittel. Lassen wir Terroristen bestimmen, wie weit unsere Persönlichkeitsrechte eingeschränkt werden? Einzig akzeptabel wäre eine Technik, mit deren Hilfe gefährliche Gegenstände gezielt und sicher zu erkennen sind, ohne dass in die Intimsphäre der Passagiere eingegriffen wird. Bis solche Geräte verfügbar sind, sollte der Bund mehr Wert auf gut geschultes Personal am Boden legen. Schlecht ausgebildete und schlecht bezahlte Mitarbeiter, wie sie nicht selten anzutreffen sind, sind ein ebenfalls ein Sicherheitsrisiko.Margit Kautenburger

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