Waffen, mit denen afghanische Polizisten und Soldaten für mehr Sicherheit in ihrem Land sorgen sollen, können jetzt gegen ihre ehemaligen Besitzer gerichtet werden. Wie konnte es dazu kommen?
Wer in Afghanistan auf sich hält, verfügt über eine eigene Waffe. Meist reicht eine schlichte Kalaschnikow, um die eigene Bedeutung herauszustellen. Waffen aus dem Westen, auch alte Bundeswehrpistolen, verhelfen zu noch mehr Prestige. Deshalb werden sie wie Luxusgüter gehandelt – mit der Folge, dass ein Soldat mit einem Monatseinkommen von kaum mehr als 100 Dollar in die Versuchung gerät, seine Waffe für ein Jahreseinkommen zu verscherbeln.
Wer dies ändern will, muss zunächst für eine bessere Bezahlung der afghanischen Sicherheitskräfte eintreten und die Fluktuation bei Polizei und Armee stoppen. Ein weiterer Schritt liegt im konsequenteren Vorgehen gegen den illegalen Waffenhandel und den Schmuggel; dazu muss auch Pakistan beitragen. Drittens wird die internationale Schutztruppe Isaf ihre Anstrengungen verstärken müssen, zuverlässige afghanische Sicherheitskräfte auszubilden. Solange der afghanische Polizeiapparat so schlecht funktioniert wie bisher, bleibt nicht nur die Gefahr für die ausländischen Soldaten im Lande extrem groß. Hinzu kommt, dass sich dann die unselige Gesamtsituation im Kreis dreht: Wo der Staat innere Sicherheit nicht gewährleisten kann, greifen viele privat zur Waffe.
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