Doch die Gefährdung hängt ab von Variablen, etwa von Zeit, Ort und Umständen. In welcher Gefahr schwebt eine deutsche Gesundheitsministerin, die während eines Spanien-Urlaubs mit Senioren diskutieren will? Wahrscheinlich kann man da auf Scharfschützen auf dem Dach ebenso verzichten wie auf den tonnenschweren Panzer-Mercedes.
Es war ein dreifacher Fehler, den S-Klasse-Wagen kommen zu lassen: ökonomisch, ökologisch, vor allem aber politisch. Eine große Affäre aber wird daraus nicht; der Schaden ist gering, einen Gesetzesverstoß gibt es nicht. Und damit, dass etwa der Autoverleiher Sixt die Ministerin jetzt in einer Werbekampagne verhöhnt und darauf hinweist, man könne sich Autos in Alicante auch mieten, ist die Politikerin gestraft genug.
Wäre die Berliner Ministerin Ulla Schmidt besser beraten, würde sie zu ihren nächsten Terminen ganz entspannt und demonstrativ völlig ungeschützt vorfahren. Hat nicht die Bundesregierung zum 1. Juli die Renten deutlich erhöht? Sind nicht eben erst die Kassenbeiträge gesunken? Und haben nicht die Ärzte, die sich mitunter schon drohend gegen die Ministerin erhoben haben, erhebliche Einkommenszuwächse verbucht? Man weiß nicht, was die Zukunft bringt. Aber für Ulla Schmidt tut es in diesem Sommer auch ein Cabrio.
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Kommentare
Journalistisches „product placement”? Der Provinzler – 28.07.09
Mit einem leichten ironischen Lächeln auf den Lippen frage ich mich, welcher polit-journalistische Lapsus hier zum wiederholten Male begangen wurde, als ein Anbieter aus der Branche der Fahrzeugvermieter namentlich genannt wurde?Das hat die HAZ eigentlich nicht nötig!