Weder wollte die aufstrebende Großmacht sich auf die Verbindlichkeit eines internationalen Abkommens einlassen, noch ihre CO2-Minderung von unabhängigen Kontrolleuren überwachen lassen. Und zu allem Überfluss brüsten die Verantwortlichen sich jetzt mit ihrem angeblichen Erfolg.
Doch diejenigen, die allein China für den Misserfolg abwatschen, lenken von eigenem Unvermögen ab. Aus dem Blickwinkel der Chinesen ist die Haltung ihrer Staatsführung sogar nachzuvollziehen. Es waren Europa und die USA, die sich auf Kosten der Umwelt entwickelt und die Atmosphäre jahrzehntelang als Müllkippe für ihre Treibhausgase missbraucht haben. Was sich bislang an CO2 angesammelt hat, stammt hauptsächlich aus deren Schloten und Auspuffrohren. Während ein Nordamerikaner 20 Tonnen CO2 pro Jahr verursacht, gehen auf das Konto eines Chinesen nur vier Tonnen. Aber nicht nur die Chinesen, auch die USA kamen mit fast leeren Händen nach Kopenhagen. Kein Wunder, dass die Chinesen es als Zumutung empfinden, wenn die Hauptverursacher der Misere das Land ausbremsen wollen.
Dass die Volksrepublik, die auf dem Weg zur Weltmacht ist, sich aber als Entwicklungsland hinstellt, ist nicht hinnehmbar. China betreibt Kohlekraftwerke und umweltschädliche Industrieanlagen. 40 Prozent aller CO2-Emissionen gehen auf das Konto von China und den USA. Wenn diese beiden Staaten nicht bereit sind, voranzugehen und ökologischer zu wirtschaften, werden auch künftige Klimagipfel scheitern. China allein zum Buhmann zu erklären ist wenig hilfreich.
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