Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Margit Kautenburger zu Chinas Klimapolitik

Kein Buhmann

Von Dr. Margit Kautenburger

Nach dem enttäuschenden Ergebnis des Klimagipfels in Kopenhagen scheint ein Hauptschuldiger ausgemacht: China. Die Volksrepublik trat dort überraschend selbstbewusst auf, manche sagen sogar brutal.

Weder wollte die aufstrebende Großmacht sich auf die Verbindlichkeit eines internationalen Abkommens einlassen, noch ihre CO2-Minderung von unabhängigen Kontrolleuren überwachen lassen. Und zu allem Überfluss brüsten die Verantwortlichen sich jetzt mit ihrem angeblichen Erfolg.

Doch diejenigen, die allein China für den Misserfolg abwatschen, lenken von eigenem Unvermögen ab. Aus dem Blickwinkel der Chinesen ist die Haltung ihrer Staatsführung sogar nachzuvollziehen. Es waren Europa und die USA, die sich auf Kosten der Umwelt entwickelt und die Atmosphäre jahrzehntelang als Müllkippe für ihre Treibhausgase missbraucht haben. Was sich bislang an CO2 angesammelt hat, stammt hauptsächlich aus deren Schloten und Auspuffrohren. Während ein Nordamerikaner 20 Tonnen CO2 pro Jahr verursacht, gehen auf das Konto eines Chinesen nur vier Tonnen. Aber nicht nur die Chinesen, auch die USA kamen mit fast leeren Händen nach Kopenhagen. Kein Wunder, dass die Chinesen es als Zumutung empfinden, wenn die Hauptverursacher der Misere das Land ausbremsen wollen.

Dass die Volksrepublik, die auf dem Weg zur Weltmacht ist, sich aber als Entwicklungsland hinstellt, ist nicht hinnehmbar. China betreibt Kohlekraftwerke und umweltschädliche Industrieanlagen. 40 Prozent aller CO2-Emissionen gehen auf das Konto von China und den USA. Wenn diese beiden Staaten nicht bereit sind, voranzugehen und ökologischer zu wirtschaften, werden auch künftige Klimagipfel scheitern. China allein zum Buhmann zu erklären ist wenig hilfreich.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

HAZ-Leserbriefe

Leserbriefe

Sie möchten einen Leserbrief an die HAZ-Redaktion senden? Dann nutzen Sie unser Formular für Leserbriefe. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschriften.

Anzeige

Auf dem Laufenden: Laufblog

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.

Die beiden HAZ-Redakteure Norbert Fettback (links) und Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover".

96 – Nie mehr 2. Liga: Roter Blog

Alte Liebe: Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben gemeinsam am Roten Blog, also über Fußball im Allgemeinen, die 1. Bundesliga im Besonderen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben über Fußball im Allgemeinen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Eishockey-Hauptstadt Nummer 1: Eisblock

Björn Franz schreibt den Eisblock.

HAZ-Sportredakteur Björn Franz berichtet im „Eisblock“ über seine persönlichen Erlebnisse bei den Hannover Scorpions und dem EC Hannover Indians.

HAZ-Forum

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die brandheißen Themen aus der Region oder die aktuelle politische Entwicklung in der weiten Welt.

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die Themen aus der Region oder aktuelle politische Entwicklung.



Top