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Jörg Kallmeyer zu Rechtsextremen in Dresden

Klare Antwort


So erteilt man Lektionen: Wer diese Gesellschaft auf besonders symbolträchtige Weise provozieren will, muss damit rechnen, dass er mit noch deutlicheren Gesten und noch stärkeren Bildern geschlagen wird.

So erteilt man Lektionen: Wer diese Gesellschaft auf besonders symbolträchtige Weise provozieren will, muss damit rechnen, dass er mit noch deutlicheren Gesten und noch stärkeren Bildern geschlagen wird.

Im vergangenen Jahr wollten Rechtsextremisten in Hannover ausgerechnet am 1. Mai durch die Straßen ziehen – die Stadt fand eine passende Antwort: 15 000 Menschen stellten sich quer. In Dresden drohte am 65. Jahrestag der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg ein Aufmarsch der Rechtsextremen – nicht auszudenken, welche Wirkung die Bilder von trommelnden Neonazis an diesem Tag in aller Welt entfaltet hätten. Die Stadt fand auch hier die richtige Antwort: 13.000 Dresdener verhinderten den Aufmarsch und sorgten dafür, dass die Rechtsextremen noch lange an diesen Gedenktag denken werden.

Deutschland hat eine wohltuende Routine im Umgang mit rechtsextremistischen Großereignissen gefunden. Die Gegenbewegung kommt aus der Mitte der Gesellschaft und wird getragen aus einem Bündnis, das von den Kirchen bis in die Spitzen der Landespolitik reicht. Der Erfolg gegen den Mob auf der Straße darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kampf gegen rechte Gewalt mit spektakulären Demonstrationen allein nicht gewonnen wird. Die Zahl der rechten Gewalttaten ist weiter erschreckend hoch – die Antwort aber fällt im Alltag oft dann zu schwach aus, wenn es konkret wird. Es kann nicht sein, dass an Aufklärungsprogrammen gespart wird, weil das Geld für politische Bildung fehlt. Oder dass Aussteigerprogramme für Neonazis auf der Kippe stehen, weil alle Töpfe leer sind.

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