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Michael Grüter
Michael M. Grüter über die Konjunktur

Krisendynamik

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Das Land durchlebt ein Wechselbad der Gefühle. Freudenbotschaften lösen Hiobsmeldungen ab. Dem Absturz der Wirtschaftsleistung folgte das Drama der Euro-Krise. Nun aber werden die Wachstumsprognosen wieder hochgeschraubt, und die Rekordverschuldung des Staates scheint sich wie von selbst zu ermäßigen. Ist nun Schluss mit dem Krisengerede?

Die Weltwirtschaft wächst wieder spürbar und Deutschland profitiert mit einer „robusten Konjunkturerholung“, die auch das Sparpaket der Bundesregierung nicht zunichte machen wird. Wer die Chancen der wirtschaftlichen Erholung nutzen will, darf nicht in düsteren Stimmungen verharren. Aber auch vor Träumereien sei gewarnt.

Der wirtschaftliche Wechsel erfolgt in diesen Zeiten schnell. Das abrupte Hin und Her hat nicht die innere Stabilität eines normalen konjunkturellen Zyklus, es kann auch schnell wieder abwärts gehen. Der Aufschwung, den die Unternehmen spüren, ist Folge weltweiter Konjunkturprogramme, von denen viele bald auslaufen werden. Die deutsche Exportwirtschaft profitiert zudem stark vom Kursverlust des Euro.

Die deutsche Exportstärke birgt gleichzeitig Probleme. Anhaltende deutsche Exportüberschüsse schlagen sich in anderen Ländern in Importüberschüssen nieder. Nachhaltiges Wachstum ist ausgeglichenes Wachstum, bei dem der Binnenkonsum dem Exportzuwachs folgt. Das steht in Deutschland noch aus.

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