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Lars Ruzic über Volkswagen

Kuschelkurs

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So unterschiedlich können die Beweggründe für das Aushandeln von Job­garantien sein: Während man in der Metall- und Elektroindustrie derzeit um Hunderttausende Jobs fürchtet und der Gewerkschaft Beschäftigungssicherung wichtiger ist als ein Lohnplus, reicht bei Volkswagen schon die Bereitschaft der Belegschaft, sich aktiv in die Bemühungen um Produktivitätssteigerungen einzubringen, um drei weitere Jahre Arbeitsplatzsicherheit gewährt zu bekommen. Wolfsburg ist einmal mehr die sprichwörtliche Insel der Seligen.

Die letzten harten Einschnitte liegen vier Jahre zurück. Seit der Abschaffung der Viertagewoche scheint sich das Wolfsburger Management eher darauf zu konzentrieren, die Forderungen der IG Metall entgegenzunehmen und abzunicken. Die Gewerkschaft wollte eine 4,2-prozentige Lohnerhöhung – sie bekam sie. Man forderte eine Fortschreibung der Altersteilzeit – genehmigt. Arbeitsplatzgarantie bis 2014 – in Ordnung. Die Veränderungen, die die Personalmanager im Gegenzug durchbrachten, wirken dagegen mickrig. Dass sie der Jobgarantie wenige Tage vor den Betriebsratswahlen an den VW-Standorten zustimmten, darf getrost als weitere Etappe auf dem Kuschelkurs verstanden werden.

Ganz offensichtlich meint man, es sich leisten zu können. Die aktuellen Absatzzahlen sind glänzend, die Pläne für die Zukunft großspurig. Der Konzern baut immer mehr Kapazitäten im Ausland auf, schreckt aber auch vor einem Zuwachs in Niedersachsen nicht zurück – wie bei der Übernahme der Karmann-Produktion in Osnabrück. Und das alles mitten in der Autokrise. Bleibt zu hoffen, dass sich der Optimismus am Ende bewahrheitet. Sonst droht der Insel der Seligen schnell eine Sturmflut.

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